SMS zum Tag: Recht haben, nicht behalten
Wer im Recht ist, muss nicht Recht behalten, um im Reinen zu sein.
Wer Unrecht tut, wird dafür dankbar sein, weil es das Verzeihen sehr erleichtert.
Selbst bin ich mit einem recht starken Gerechtigkeitsempfinden ausgestattet – oder geplagt. Denn oft fällt es nicht schwer, den ehrenvollen Grundsatz der Gerechtigkeit für alle gegen die eigene Eitelkeit abzugrenzen. Abgesehen davon ist die Welt nicht gerecht, und sollten nur die Glück empfinden, die gerecht behandelt werden, hätte Gott nicht die Kunst der Vergebung lehren wollen.
Dem Recht seine Zeit lassen zu können, um zu wirken, ist auch eine Form der Demut: Wir sollten dem Geschick ausserhalb unserer Wahrnehmung und unseres eigenen Wirkens durchaus eine weiter führende Arbeit zutrauen – es entspannt ungemein und macht unser eigenes Handeln in der Tiefe viel wirksamer, weil ihm dann die Hektik und Ungeduld fehlt.

Werner · 14. Juli 2007, 00:11 · #
Aus deinen Zeilenspricht – nicht nur heute – eine demütige Gelassenheit … oder zumindest das Bemühen darum.
Gerade was den Umgang mit Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit angeht, fällt mir das oft schwer.
Danke für deine Anregungen, vielleicht führen sie ja auch mich dahin, in diesem Punkt weniger ungeduldig zu sein.
Tina · 14. Juli 2007, 04:58 · #
Entscheidungen, die ich heute fälle, und in dieser Situation und diesem Moment richtig scheinen, können sich später als falsch herausstellen.
Das Erkennen des eigenen Unrechtes hilft uns, immer die Bodenhaftung zu bewahren und auch das Versagen anderer in richtige Relationen setzen. Das Verzeihen der Fehler anderer wird leichter.
Wichtiger scheint mir – wenn ich alles getan habe, um meinen Standpunkt zu vertreten – das sich Arrangieren können mit einer Entscheidung, die nicht meinen Vorstellungen entspricht. Nichts ist nur schlecht oder ausschließlich gut.
In den neuen Gegebenheiten Niederlage oder weitere Möglichkeiten zu sehen liegt an uns, ihr den entsprechenden Wert zu verleihen auch.
Vielleicht liegt darin die Chance der Zufriedenheit.
Margit Farwig · 14. Juli 2007, 10:52 · #
Leichter zu vergeben sind die Kleinigkeiten, die so leicht von den Lippen gehen.
Entschuldigt sich ein Gegenüber ob seines leichten Fehlverhaltens, bin ich schnell dabei zu sagen: “Ich freue mich immer, wenn ein anderer auch Fehler macht, dann stehe ich nicht so allein da.”
Caro · 14. Juli 2007, 21:11 · #
Nicht nur dem Recht.
Allem Wirken an uns soll diese Zeit zugebilligt sein.