Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


SMS zum Tag: Tempo

∞  26 Juni 2007, 23:14

Das Problem ist so oft eigentlich nur das Tempo, das wir glauben, anschlagen zu müssen.




Was mag meine Seele oft verzweifeln ob meines Verstandes, nur weil der wieder mal viel zu schnell und zu laut schreit: “Ich hab’s!”

Die Annäherung an uns selbst braucht mitunter die meiste Zeit. Aber ich kenne nichts, was nicht mehr Zeit verdiente. Bei jedem Menschen.


  1. Tina · 27. Juni 2007, 05:31 · #

    Vielleicht liegt das Tempo, das wir vorlegen auch an der Erwartungshaltung der Gesellschaft, die nun mal fordert, daß man wie ein Zahnrädchen einwandfrei funktioniert.
    Klappt das nicht, wird man ausgetauscht -> sozialer Abstieg droht. (Zumindest ist es oft im Arbeitsleben so wenn man wegen persönlicher Krisen schwächelt )

    Die zugebilligte Zeit um Trauer, Enttäuschung, Schmerz zu “verarbeiten” ist in unserer Leistungsgesellschaft begrenzt. Zeit ist Geld.

    So oft diese nette Geschichte
    http://www.daszitat.de/kurzgeschichten/503204950f1397c6d.html
    auch im Netz zu finden ist, sie bleibt nur Wegweiser…

  2. Caro · 27. Juni 2007, 08:04 · #


    London-Eye gegenüber Houses of Parliament

    Dazu fällt mir das Bild eines Riesenrades ein:
    Zum Einen ist das Annähern an sich selbst kein Weg mit einem klar definierten Ziel. Sondern bleibt immer ein Kreisen um meine Mitte.
    Und auch bei einem Riesenrad hätte ein überhöhtes Tempo fatale Folgen …

  3. Margit Farwig · 27. Juni 2007, 09:16 · #

    Dran bleiben, dran bleiben, nicht nachlassen. Wir schauen doch viel in die Natur, wir können nur lernen. Da rufe ich gleich laut: Ich hab’s:

    Das Hühnchen

    Auf frisch gepflügter Erde
    auf dass neuer Rasen werde.
    Ein Sämann mit offenem Korb
    streut Körner bei gesprochenem Wort.

    So liebt das Hühnchen den Lauf der Dinge
    auf dass ihm jetzt gelinge
    das Wunder der Ernährung
    in seiner scharrenden, pickenden Welt,
    drum hat es sich hingesellt.

    Den Zaun spürt es nicht, warum,
    es kann ja fliegen, darum,
    es kann sich ducken
    und will nicht nur gucken.

    Das Hühnchen, klein und gedrungen
    ist, schwupp, über den Zaun gesprungen.
    Mit Hingabe frisst es,
    sieht weder nach hinten, noch nach rechts,
    das hat den Sämann mächtig vergrätzt.

    Er schreitet heran mit großen Schritten
    und jagt es fort, es ist nicht gelitten.
    Das Huhn glaubt nicht so recht, was der da meint,
    er sieht nicht aus, als wolle er picken,
    soll er sich fortschern, er stört sein Entzücken.

    „So geht es nicht, du Huhn, vermaledeites!“
    schimpfend der Sämann, laut schreit er`s
    hinaus in die Welt, die Sonne, sie scheint.

    Da nimmt es Reißaus, die Beine auf den Rücken.
    „Lebt wohl, ihr Körner, ich komme wieder,
    der Sämann ist dumm und reichlich bieder,
    glaubt wohl, ich gäbe solch Pfründe auf.“

    Und richtig, in des Tages Lauf
    pickt es seelenruhig so impertinent,
    wie man`s eben von Hühnern kennt.

    © Margit Farwig

    hahaha

  4. Gabi · 28. Juni 2007, 18:07 · #

    Hast ja so recht, ich strample mir seit Tagen hinterher .. umkreise mich wie Caros Karussell .. oder sitze ich drin?
    Nun endlich scheint es zumindest wieder so, dass ich mich einigermaßen “sortieren” konnte;-)

  5. Gabi · 28. Juni 2007, 18:22 · #

    Naja .. ein Riesenrad dreht sich im Kreis, wie ein Karussell auch;-)


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