Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


SMS zum Tag: Wir haben die Wahl, so viel Leid es auch bedeutet

∞  25 Juni 2007, 22:40

Die meisten von uns würden wohl die Natur als Wunder bezeichnen.
Doch kaum einer will sie entsprechend schützen.
Und wir beklagen, dass Gott Unglück zulässt?




Ich bin sie leid, die vielen Stimmen, die das Fehlen einer Existenz Gottes im Grunde mit der eigenen Blindheit begründen, von der sie noch nicht einmal wissen, ob sie am Ende nicht doch bestraft wird.

Wir benennen das Leid der Welt als Anklage gegenüber einem Gott, dem wir umgekehrt überhaupt keine Macht überlassen wollen. Wir proklamieren Respekt und Demokratie – und verlachen Gott genau dafür: Dass er uns die Wahl lässt.


  1. Margit Farwig · 26. Juni 2007, 08:28 · #

    Die Natur und wir

    Für unser Seelenleben ist die Natur unerlässlich, stimmt, je nach der Größe des Verlangens treten wir mit ihr in Verbindung. Die guten Deutungen geben uns das Hochgefühl, die weniger guten lassen wir beiseite oder fürchten uns eine Weile. Nehmen wir die wunderbare Übereinstimmung zwischen Mensch und Tier, ja, sagen wir die Katzen. Wie sie sich anschmiegen, wie sie mich mögen, wir verstehen uns, wir sind ein Herz und eine Seele. Es ist den Tieren aufgezwungen worden, sie wurden domestiziert und nun stimmt für beide das Seelenleben. Wir wertschätzen das Dasein der Tiere, Pflanzen. Und wie. Angenommen es gibt keine Menschen, die Tiere könnten endlich in Ruhe leben, in Ruhe vor uns. Wir nehmen ihnen den Lebensraum, fällen Wälder zur Gänze. Dann sieht man, wie schwer man Pferde zu menschentauglichen Wesen machen kann, wenn man kein Pferdeflüsterer ist, zu Haustieren, jederzeit verfügbar. Jederzeit schlachtbar. In dem Moment verflüchtigt sich das wunderschöne Seelenleben. Wie viel lieber würden sie davon preschen. Selbst der Zeugungsakt, das Vergnügen und Recht jeder Kreatur, ist gestrichen z. B. bei Rennpferden, um die allerbesten Eigenschaften in die Nachkommen zu pressen. Bei Bullen wird abgesamt, ein erbärmliches Vorgehen, und den Kühen eingespritzt. Also, gonnix an Vergnügen, das gerade die Tiere hemmungslos praktizieren, wenn sie denn brünstig oder sonst was sind. Fällt ein Hai oder ein Tiger einen Menschen an, denkt er überhaupt nicht an unsere Zerbrechlichkeit, der Mensch stand zufällig in der Jagdlinie. Ein Surfer sieht aus wie eine Robbe und Robben bedeuten in Tierkreisen unter Wasser Delikatesse, Sattsein vielleicht für ein paar Tage, eine Woche. Der Natur Tier ist geholfen, eine einseitige Angelegenheit ohne jegliches Seelenverständnis. Die armen Seelen am Ufer trauern um einen Angehörigen. Ich sage dazu, nur wenn die äußerlichen Umstände günstig liegen, ist alles eingebettet in die Natur. Wenn alles vermaledeit zugeht, geht uns vieles den Rücken runter oder am A… vorbei. So ist das. Ein Beispiel die Arbeitslosen, allein von den Arbeitslosen zu schreiben, widerspricht mir innerlich. Alles war in „Butter“ solange Geld verdient wurde. Und plötzlich ist das Leben vorbei, es ist vorbei, denn der Mensch hat auf Dauer nicht die Geduld und Güte, sein jetziges Leben als gegeben anzusehen. Hier hört alles auf, die Natur ist nicht gut zu ihm, der Mensch schon lange nicht. Ein schrecklicher Ab- bzw. Ausstieg beginnt. Für manchen für immer. Das finde ich unglaublich, er ist nun Aussätziger. Nein, er hatte nichts falsch gemacht. Er hat nur seine Arbeit verloren und dann noch den Rest. Jeglicher Gedanke an ein besseres, erfüllteres Leben nach dem Tode ist Humbug. Für ihn ist alles gelaufen. Und da haben die oberen Schichten ihre Rezepte für ein angenehmes Leben, wenn es so nicht geht, geht es eben anders. Die Mittel machen es möglich, der geschulte Geist ebenso.
    Die Schöpfungskraft setzt hin und wieder aus. Selbst die Leichtigkeit entscheiden zu können ist dem abgenommen, der keine Wahl mehr hat. Ihm sind die Hände gebunden, was das bedeutet, ein Schwimmer kann nicht ewig nur mit den Beinen schwimmen, er geht irgendwann unter. So könnte ich sämtliche Handlungen in Gleichnisse verwandeln.
    Und, bitteschön, wer weiß was von dem Leben nach dem Tode, diese ewig gestellte Frage. Hier hilft nur der Glaube.

    © Margit Farwig

  2. Caro · 26. Juni 2007, 19:52 · #

    Es tut mir fast weh, dieser Formulierung meiner Gedanken, wie ich sie nie hinbekommen hätte, sie nun aber schwarz auf weiss vor mir habe, einen so banal-plakativen Vergleich entgegen zu stellen, mit dem ich mich aber immer habe retten können in meinen Versuchen, mein Denken über diesen Missstand zu erklären:
    Warum erwarten wir von Gott, die Suppe auszulöfflen, die wir uns selbst eingebrockt haben?
    Ein Bild hierzu habe ich leider nicht ;-)

  3. chris · 26. Juni 2007, 22:46 · #

    ich dachte , es gibt nur Gott und uns und er erschafft alles, wie koennen wir dann die Suppe eingebrockt haben? Vielleicht haben diese Supen alle eine andere Beduetung?


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