SMS zum Tag: Ziele...
Die Furcht vor dem Mittelmass ist am Ende das Mittelmässigste an uns.
Es braucht kein grosses Gelingen noch Scheitern für Erfüllung.
Nur das Gehen des Weges.
Was ich mir wünsche:
Es den anderen überlassen zu können, mich höher oder tiefer zu bewerten.
Und derweil selbst zu versuchen, Mensch zu werden.
Vielleicht erzähle ich ja gerne weiter, was ich auf diesem Weg zu lernen glaube. Ohne dass “es” mir leicht fallen müsste. Ich meine das Leben, nicht das Erzählen.
Manchmal allerdings gilt das auch für Letzteres. Gerade dann, wenn das Bemühen nicht im Mittelmass stecken bleiben soll…

Tina · 5. Juli 2007, 02:57 · #
Ich bin gerne mittelmäßig…
Bin nicht mit übermäßigem Ehrgeiz ausgestattet, der mich zu Höherem anspornt und lasse auch die Zügel nicht schleifen, daß ich ans Ende rutschen könnte.
Die mir angebotene Stelle als Fachbereichsleiterin habe ich zum Erstaunen vieler vor 2 Jahren abgelehnt, weil sie mir eine Nummer zu groß erschien. Es hat mich auch nicht gekratzt, wer was darüber denkt, vielleicht weil ich fest davon überzeugt war, daß ich mich in meinem Team am wohlsten fühle. Mittendrin. Und so isses.
Allerdings wünschte ich mir manchmal schon, ich hätte ein Ziel, das mich beseelt, dem ich folgen kann. Ich wär gerne mal so gedankenversunken in eine Aufgabe, daß Schlafen und Essen unwichtig wird.
Das muß jetzt nix Großes sein, und dem Lebenslauf des Albert Schweitzers gleichen…mehr dem seiner Assistentin :-)
Es ist nicht so, daß ich hier unbedingt Spuren hinterlassen müsste, aber ich möchte mich auch nicht ständig fragen: was mach ich eigentlich hier….?
Caro · 5. Juli 2007, 07:48 · #
Verrät Dich nicht wieder das “soll” am Ende? schmunzeln muss
Wer gibt die Richtlinien an: die eigenen Erwartungen und Anforderungen? An denen wird man immer scheitern. Orientiere Dich an der Resonanz Anderer. Die wissen es nämlich besser, weil sie eine objektive Messlatte haben. Mal abgesehen von Fans ;-)
Margit Farwig · 5. Juli 2007, 08:17 · #
Ja, ja, der Weg ist das Ziel. In kleinen Dingen ganz groß sein, ist ein Ereignis mit Größe. Davon mehrere am Tag, das ist schon schön. Es hängt ein wenig damit zusammen, ob man neidisch veranlagt ist, dann muss ich natürlich schnell sehen, dass ich noch eins drauf setze. Ich bin ehrenamtlich in einer kirchl.Bücherei tätig, wollte diese nie leiten. Vor zwei Jahren kam ich nicht umhin, weil sonst tatsächlich keiner dafür kandidierte, aus Altersgründen ausgeschieden oder schon andere Tätigkeiten ausführend, wir sind sowieso nicht viel, das Amt anzunehmen. Hätte mich sonst unwohl gefühlt, etwas nicht zu tun, was mir am Herzen liegt. Die Bücherei ist nicht sehr groß, lässt sich also gut einrichten und heute freue ich mich darüber, mich nicht schon wieder davon geschlichen zu haben. Ich sehe das auch nicht als Größe an.
Hier sehe ich den Zweck, Menschen Bücher in die Hand zu geben. Kleine oder große Menschen, jedes gelesene Buch erweitert den Blickwinkel.