Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Street View: Eh völlig unnötig

∞  12 Mai 2011, 16:11

Google und Street View – keine Schweizer Liebesgeschichte. Auch bei mir nicht.


Google muss nach häutigem Stand der gerichtlichen Auseinandersetzung in der Schweiz die Gesichter, die in Streetview auch nach der Verschleierung per Computer noch sichtbar sind, von Hand unkenntlich machen.

Nun hat Google angekündigt, unter diesen Umständen sehr wahrscheinlich Street View in der Schweiz nicht mehr anzubieten. Wenn das eine Drohung sein sollte – bei mir verfängt sie nicht. Im Gegenteil. Ich würde dies als Verheissung betrachten: Ich kann Street View nichts, aber wirklich gar nichts abgewinnen und finde die Routenführung nach althergebrachter Art per Karte viel übersichtlicher. Ich verstehe die ganze Motivation für Street View überhaupt nicht – allerhöchstens für begrenzten öffentlichen Raum, der z.B. touristisch interessant ist – und so dann Bilder in Street View zusätzlich neugierig auf die Sehenswürdigkeiten machen könnten. Und DAS liesse sich auch persönlichkeitsrechtlich einwandfrei lösen. Aber so?

Also: Weg mit dem Quatsch.







  1. Peter · 12. Mai 2011, 18:34 · #

    Das müsste im Umkehrschluss heissen, dass alle TV-Übertragungen von Sportanlässen und die diversen anderen Anlässen auch nicht mehr übertragen werden dürfen ohne das man die Gesichter verpixelt. Zeitungen und Magazine ohne Fotos usw. Würde ich auch alles nicht vermissen. Hier wird aber mit zweierlei Mass gemessen. Schade auch für jene, die dann vorm Computer sitzen und denen ihre virtuelle Urlaubsreise verboten wurde. Traurige Welt. Was stört mich mein behinderter Nachbar, Familienmitglied. Der eine kann, der andere sitzt vor einem verpixelten Bildschirm. Tolle neue Welt. Es gibt noch viel unendeckte Gebiete auf der Erde wo GoogleView garantiert nicht vorbeikommt.

  2. Thinkabout @ Peter · 12. Mai 2011, 22:21 · #

    Ein paar Erwiderungen meinerseits:
    Es sind schon ein paar Unterschiede mehr zu machen:
    Wenn ich eine Sportveranstaltung besuche, dann weiss ich, dass da Kameras sind. Ich suche einen öffentlichen Raum auf – und kann dabei fotografiert werden. Ich muss aber daraus nicht zwingend auch folgern, dass mir schlicht überall in meinem Leben eine Kamera folgen soll oder “darf”. Und Ihr Beispiel mit Magazinen, Zeitungen etc. hat einen Haken:
    Gerade hier wird – zumindest der Form nach – streng auf Urheberrechte und Einwilligungen von Personen geachtet – und das Recht der Öffentlichkeit auf Informationen steht im ständigen Widerstreit mit dem Recht auf Privatsphäre. Bei jedem Bild, das Sie auf ein Photoportal hochladen wollen, müssen Sie erklären, dass Sie im Besitz der Einwilligung abgebildeter Personen sind, das Bild auch veröffentlichen zu dürfen. Es besteht also in der Konsequenz ein ständiges Abwägen zwischen Publikationsbedürfnis und Privatsphäre.
    Für Reisefotografie kann das bedeuten: Wenn ich eine Frau auf dem Markt, den viele Touristen besuchen, fotografiere, dann kann ich davon ausgehen, dass sie damit rechnet (rechnen muss), dass Fotos von ihr gemacht und auch gezeigt werden – wo auch immer. Lädt sie mich bewusst nach Hause ein in die Familie, und ich fotografiere da auch, gilt wohl das Gleiche. Aber was ist mit ihrem Nachbarn, den ich auf der Strasse sehe?

    Installationen wie Google View bedeuten einfach, dass alle diese Fragen nach Persönlichkeitsrechten verwässert werden – und die Möglichkeiten von Kontroll- und Überwachungsmechanismen überhand nehmen. Umgekehrt diskutieren wir ein Burkaverbot – während wir hinnehmen, dass vermummte Hooligans Fussballspiele besuchen:
    Es geht um die breitere Diskussion und Bewusstseinsschärfung für unsere öffentlichen Wirklichkeiten.

  3. Peter · 12. Mai 2011, 22:53 · #

    Streng genommen (ala Google) muss die Frau auf dem Marktplatz gefragt werden. Umsomehr wenn ich sie dann ins Internet stelle. Ist also mal ein Widerspruch. London, Monte Carlo ist gespickt von Videocameras. Da wurde seitens der Behörden niemand gefragt. Und ob ich bei einem Fussballspiel unbedingt fotografiert werde , zweifele ich auch an. Es ist ein Irrglauben zu meinen, dass es in der Schweiz noch Persönlichkeitsrechte gibt. Nach 20 Jahren Projektarbeit könnte ich Bücher darüber schreiben. Wer frei von Schuld braucht keinen Angst haben. Die fremde Frau soll also gefälligst zu Hause bleiben, wenn die Touristen kommen.Nur ich selbst möchte geschützt sein. Etwas einfach gestrickt. Aber es herrscht ja gottseidank Meinungsfreiheit. Wenn ich etwas räumlich vor mir sehe, können sich einzelne Leute sich eine Stadt oder ein Ziel besser vorbereiten als auf einer Karte mit Linien und Punkten. Der Persönlichkeitsschutz wird übertrieben. In dem Fall geht es schlichtweg um Google als Kapitalist. Bewusstseinsschärfung müsste eher in Richtung Sicherheit (Stadt) pers. Krankenkarte mit Befunden (im Notfall ) usw. gehen. Hier geht es um mein Leben. Wir beide wissen von was wir sprechen. Alles andere ist Rosinenpickerei. Man kann es drehen wie man will.
    Ich jedenfalls finde das ganze ein Riesentheater.
    Die letzen Jugendbanden wurden aufgrund von Videoüberwachung idendifiziert. Wenn ich das nicht möchte , dann bitte maskieren wenn es in die Öffenlichkeit geht. Vermummungsverbot wird absurdum geführt. Es gibt wichtigeres im Leben und beim ÜBERLEBEN als Google Street View.
    Nichts für ungut. zum Thema auf IM :
    http://infomagazin-nachlese.blogspot.com/search?q=google+streetview

  4. Peter · 12. Mai 2011, 22:55 · #

    http://infomagazin-nachlese.blogspot.com/2009/11/street-view-klage-nicht-notwendig.html

    Korrektur – Danke

  5. Thinkabout @ Peter · 12. Mai 2011, 23:02 · #

    Sie brauchen sich doch für gar nichts zu entschuldigen! Wir sind doch gar nicht so weit von einander weg. Gemeinsam ist uns auf jeden Fall das Bewusstsein für ein grundsätzliches Dilemma- und kurz danach stelle ich schon an mir selbst fest, dass man es gar nicht richtig zu Ende denken kann. Denn jeder wird für sich persönliche Linien ziehen, entlang derer er Persönlichkeitsschutz will, während der andere schon längst öffentlicher Sicherheit oder anderen Werten den Vorzug gibt. Und wenn die Ihrer Meinung nach aufgebauschte Street-View-Debatte dazu führt, dass man auf andere Bereiche hinweist, dann um so besser.

    Die technischen Möglichkeiten zur totalen Verfolgung aller unserer Schritte sind längst gegeben – und ich nehme an, sie werden auch viel breiter angewendet, als wir überhaupt vermuten – Facebook bringt auch hier neue Dimensionen ins Spiel – und die Möglichkeiten der polizeilichen Ermittlungen sind heute schon fast unermesslich – nur eine Frage der Technis, des Aufwands – und rechtsstaatlicher Prinzipien.

  6. Titus · 13. Mai 2011, 02:37 · #

    @ Peter
    Der “Kampf” gegen Google wird vom eidg. Datenschutzbeauftragten geführt. Dem geht es nicht ums Bekämpfen des “Kapitalisten Google”.

    Weil wir räumlich nur unsere direkte Umgebung “fassen” können, vergessen wir gelegentlich, dass ein in unserer direkten Umgebung aufgenommenes Foto eben diesen beschränkten Raum überschreitet, sobald wir es ins Internet stellen. Internet ist immer Öffentlichkeit und niemand möchte, dass seine Persönlichkeit, einschliesslich deren private Umgebung, öffentlich ausgestellt wird.

    Es ist darum schon ein Unterschied, ob der Nachbar ins Fenster schaut und ein Foto von dem macht, was er durchs Fenster sieht und dieses Foto für sich behält oder ob ein Google-Auto aus der gleichen Perspektive ein Foto macht und dann alle Welt sehen kann, dass sich dahinter eine tolle Stereo-Anlage, den jüngsten Mac oder sonst eine Begehrlichkeit befindet. Da würde meine private Umgebung für alle Welt ausgestellt.

    @ Thinkabout
    Im gleichen Sinne wie Google Street View könnte man auch unzählige weitere “Services” in Frage stellen. Gab es eigentlich “Freunde”, bevor Facebook entstand? ;-)

  7. Peter Duschek · 13. Mai 2011, 19:56 · #

    @titus
    Der Herr eidg. DSBA hat sicher wichtigeres zu tun. Scheint aber sein Hobby zu sein oder er verspricht sich Ehre und Ruhm. Über die Perspektive wird ja auch viel unsinniges geschrieben und zu hoch angesetzt. Schlimm für jene die ihre illegal erstellten Schwimmbäder und Schwarzbauten im schlimmsten Fall wieder zuschütten müssen. Die Rumänienbande holen sich lieber Vorort ihre Infos . Ist verlässlicher und detaillierter. Doch dies wäre alles ein endloses Thema wie das Rauchen, die Atomkraftwerke usw.
    Doch dafür ist mir meine verbleibende Lebenszeit ehrlich gesagt zu kostbar. Adlerauge bleib wachsam.

  8. Titus · 14. Mai 2011, 19:13 · #

    @ Peter Duschek
    Der Herr EDÖB behandelt ja auch nicht nur den Google Street View-Fall. Und was wichtig oder unwichtig ist, betrachtet wohl jeder unterschiedlich.

  9. Peter · 18. Mai 2011, 17:29 · #

    Leider wurde mein letzter Beitrag als nicht veröffentlichungswürdig befunden. Macht nichts.
    @ titus
    Du hast ja so recht. Herr EDÖB hat auch noch sovvieles anderes zu tun, wenn er denn mal Zeit findet.

    @Think about
    Freue mich über deine Genesung

    @Peter
    Lass künftig das kommentieren auf diesem Blog – es frug dich keiner um deine Meinung

  10. Thinkabout @ Peter · 18. Mai 2011, 18:48 · #

    Hallo Peter
    Ihr Sarkasmus ist nicht angebracht: Ich habe keinen Kommentar gelöscht, es liegt auch kein Kommentar im System als gesperrt vor (was geschehen kann, wenn er viele Links enthält). Ich verstehe, dass es frustrierend ist, wenn ein Beitrag nicht online erscheint. Es ist hier aber immer so: Ein Kommentar muss in der Maske erst mit dem Klicken auf den Vorschau-Button “aktiviert” werden. Dann kann er “abgesendet” werden und erscheint dann auch sofort online. ESie und Ihre Meinung sind ganz gewiss auch kein Grund dazu, Ihren Diskussionsbeitrag zu sperren.

  11. Peter · 20. Mai 2011, 22:19 · #

    Möchte mich nochmals für die diversen Belehrungen bedanken. Sei es der gesamte Arbeitsbereich des Datenschutzbeauftragten oder wie kommentiere ich richtig, sowie das nicht alle Menschen gleicher Meinung sind. Das meinen ich ehrlich und ohne Sarkasmus. Dazu bin ich ein zu friedfertiger Mensch und zu lebenserfahren.
    Merci


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