Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Tunnelblick und andere rasende Löcher

∞  5 September 2007, 23:03

Themen: SMS zum Tag und
Zeit und Leere

Wie gehen Sie zum Ziel?
Möglichst schnell.
Was machen Sie am Ziel?
Ein neues suchen.

Dabei suchen Sie Wege und Antworten,
die mit Tempo nichts zu tun haben.



Wir lernen: Um ein Ziel zu erreichen, muss man “fokussiert” sein. Wir wissen um den Tunnelblick, der uns auf das eine Ziel ausrichtet. Das bedeutet aber auch, dass die Welt sich erst da vorne auftut – und oft auch, dass, wenn sie sich weitet, das nächste Tunnel angestrebt wird.


Auf der Seite GEREIST habe ich heute den ersten Teil des 10. Tage nacherzählt.
Ich werde nun zuerst den Text schreiben und mit den Fotos warten: Sie brauchen viel mehr Zeit, um sie richtig fürs Netz aufbereiten zu können – und zudem entstehen so erst Bilder in Ihren Köpfen, die nicht vorgegeben sind.


  1. Tina · 6. September 2007, 05:27 · #

    So zielstrebig bin ich gar nicht.
    Ich kenne auch nur sehr wenige ehrgeizige Leute, die fokussiert ein großes Ziel verfolgen….

    Es ist doch eher so, daß man (ab einem gewissen Alter) versucht, die erarbeiteten Statussymbole zu erhalten. Dieses “Festhalten” kostet Energie, die für die Entwicklung der Begeisterung neuer Ziele notwendig wäre. Insofern beschränkt man sich oft auf die Freude über die alltägliche kleinen Highlights. Ich hoffe jetzt mal, daß mir nicht nur das Löffelchen Lecithin feht, und es mir nicht alleine so geht….;-)
    Insofern gleicht mein Leben nicht einer rasanten Tunnelfahrt durch die Schweiz, sondern eher einem Spaziergang in einem beleuchteten Park :-)
    .

    http://www.sxc.hu/photo/865173

    Trotzdem wird man sein Leben lang damit beschäftigt sein, immer mal wieder einen Sinn in dem Ganzen zu suchen – sich spirituell und ethisch weiterentwickeln. Und irgendwie ist es ein paradoxes Spiel, weil das Festhalten zwar ermüdet – aber oft der Mut zum Loslassen fehlt, der den Zauber des Neuen in sich trüge…

  2. caro · 6. September 2007, 09:15 · #

    Man sollte nur trotz Tunnelblick und Zielstrebigkeit nie den Blick verlieren für die kleinen Wunder am Wegrand. Denn sie definieren den Weg nach vorn.

  3. werner · 7. September 2007, 01:28 · #

    @ tina
    Du hoffst also, dass es dir nicht alleine so geht…
    nun, ich merke, dass ich es gemieße, den Tunnelblick nicht mehr nötig zu haben, und mich zu freuen, über die Kleinigkeiten.
    Die Zielstrebigkeit ist sicher in jüngeren Jahren normal und auch wichtiger. Beruflich sowieso, aber auch was Hobbies angeht,
    Die Zielstrebigkeit mit der ich zum Beispiel vor Jahren meine Bank-Fotografien gesammelt habe…. Ich sah nur noch Bänke … bei jedem Spaziergang, bei jedem Blick auf meine Welt…. wo ist die nächste Bank, die ich noch fotografieren könnte.
    Heute freue ich mich zwar immernoch, wenn mir eine besondere Bank bgegnet, aber ich sehe wiedermit viel oaffenerem udn auch für anderes aufmerksamen Bkick, was um mich her ist.

    Oder nehmen wir das Fahrrad fahren. Früher nahm ich mir ein Ziel vor und das musste erreicht werden. Heute kann ich einfach losfahren und mal schauen, wohin und wie weit ich komme…

  4. Tina · 7. September 2007, 04:43 · #

    @Werner
    Ein bißchen bedauere ich schon, daß die Zielstrebigkeit abnimmt und der Ehrgeiz nachläßt.
    Aber wie Du ganz richtig schreibst: vermutlich gewinnt man dafür eben die Gelassenheit wenn man älter wird…
    Sogesehen – gar kein schlechter Tausch ;-)


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