Mein Schreiben, mein Atmen

Manfred Hinrichs Ausspruch beschreibt meine Motivation für dieses Tagebuch meines Denkens und Fühlens.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Unsäglich rüpelhafte Zoten im Newsnetz der Tamedia

∞  15 Juli 2009, 11:50

Diese Gegenüberstellung leitet eine Bildstrecke ein, die zu einem Artikel im Newsnetz bei Tamedia gehört, mit dem Titel “Jacksons Leben: Täglich kommen neue schauerliche Details ans Licht”:




Unter dem Bild steht folgender Text:


Die Umwandlung seines Körpers ist die radikalste künstlerische Leistung seiner Karriere: Michael Jackson in den 70ern und 40 Jahre später.


Das ist einfach unerträglich. Dass sich die Tamedia-Erzeugnisse nicht zu schade sind, im Stil vieler anderer Zeitungen ebenfalls wie tratschende Weiber Gerüchte weiter zu verbreiten, ja, sie regelrecht zu sammeln, ist eines. Dass die Titel und Schlagzeilen längst den reisserischsten Boulevard-Standards Konkurrenz machen, ist ganz offensichtlich Absicht – und wird dazu führen, dass sich weitere Leser verabschieden werden. Vielleicht kommen ja neue hinzu. Man scheint dabei nicht wählerisch zu sein.

Schlicht grauenhaft aber ist es, wie billig auf dem unsäglich traurigen Leben Jackos herum geritten wird. Und der oben zitierte Text ist eine niederträchtige Häme, die vor allem eines offenbart: Den miesen Charakter des Verfassers oder der Verfasserin. Merke: Ein Journalist sollte die Worte so gebrauchen, wie er sie auch meint. Wenn eine kleine Wurst in einem Redaktionsgrossraumbüro die Verunstaltung von Jacksons Gesicht so umschreibt, wird damit seine ganze künstlerische Leistung nieder gemacht – mit einem Unterton, bei dem mir die Galle hoch kommt. Solche Schnöseleien will ich mir definitiv nicht mehr antun und ich frage mich vor allem, wie verantwortliche Redaktoren mit dieser Entwicklung der Ergüsse ihrer Teammitglieder umgehen können. Macht der Job so wirklich Spass?




Kommentare

  1. Ugugu · 17. Juli 2009, 11:05 · #

    Ich surf da noch cirka zweimal die Woche hin, überflieg die Schlagzeilen und bin schnurrstraks wieder weg.

  2. Thinkabout · 17. Juli 2009, 15:06 · #

    @Ugugu
    das mache ich ähnlich, auch ziemlich straks, aber ohne zu schnurren (kleiner *zwinker); nur beim Sport bleib ich manchmal hängen

  3. Titus · 17. Juli 2009, 23:12 · #

    Ich würde zum Journalistenschredder werden, wenn ich da mehr reinschaute… ;-)

    Ich habe mir schon längst einen «Boykott» auferlegt, wobei ich mir gelegentlich fürs eine oder andere bernische Thema (BZ) untreu werde – in den meisten Fällen zu unrecht, denn viel her geben die Online-Artikel nicht. Also brauch’ ich online auch nicht reinzuschauen…

  4. Zappadong · 19. Juli 2009, 14:26 · #

    Auch bei mir wird es immer weniger :-)

    Obwohl, manchmal, bei einer Tasse Kaffee, da suche ich noch nach der doofsten aller doofen Schlagzeilen und grinse dann vor mich hin.


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