Unsere Chancen mit Obama
Seit gestern ist es also Tatsache: Barack Obama ist als 44. Präsident der USA im Amt.
Seit seine Wahl fest stand, sind die Probleme der USA und damit der Welt nicht kleiner geworden.
Was sich erhalten hat ist das Übermass an Hoffnung, das auf die Schultern dieses Mannes fokussiert bleibt.
Natürlich ist das übertrieben, natürlich ist Obama nicht der Nabel der Welt. Vielleicht war es der amerikanische Präsident noch nie so wenig wie heute. Die Welt ist wirklich globaler geworden. Ein unmöglicher Satz, ich weiss, und doch wissen wir alle, was damit gemeint ist.
Noch nie war es uns bewusster denn heute, noch nie war es so sehr Fakt wie jetzt:
Es gibt diese eine Welt und wohl definitiv auch den einen Markt, den globalen Wirtschaftsraum mit veränderten Spielregeln, Machtverhältnissen und unveränderten Begehrlichkeiten. Sie wachsen nun nur in noch mehr Köpfen und jenseits aller alten Grenzen.
Was also kann Obama bewirken?
Das Wichtigste scheint etwas Ungreifbares und daher auch sehr Fragiles, vielleicht gar nur Eingebildetes zu sein:
Wann haben wir das letzte Mal einer grossen politischen Figur zugebilligt, dass sie ein Regierungsamt mit dem Willen antritt, für Alle Gutes zu bewirken?
Sind diese Projektionen “berechtigt”? Müssen sie nicht zwangsläufig bitter enttäuscht werden?
Ablage in Gesellschaft und Gastbeiträge
![]()

Mara · 21. Januar 2009, 08:22 · #
Dass alle die von ihm angesprochenen Probleme von ihm auch gelöst werden können? Sicherlich nicht. Aber es ist ja schon mal eine sehr positive Wendung, was er als Problem sieht – und dass er auch nicht gewillt ist, sie schönzureden und als einfach lösbar seinen WählerInnen verpackt.
christina · 21. Januar 2009, 08:36 · #
„Frage nicht was dein Land für dich tun kann – frage was du für dein Land tun kannst“
diesen Satz habe ich gestern im Laufe der Berichterstattung zur Vereidigung von Barak Obama gehört (ich weiss nicht genau wer es war, von dem dieser Satz stammt, ich meinte einer der Präsidenten von irgendwann zuvor, hat ihn an sein Land gerichtet)
mir ist dieser Satz geblieben und heute beim lesen deiner Post kommt er mir wieder in den Sinn
in dem Sinn „frage nicht was andere für dich tun können – frage dich, was du selbst für dich und somit für alle anderen tun kannst“ auch dieser Gedanke ist ein alter Hut
so ruht die Hoffnung in uns selbst und ist bei jedem selbst, nicht auf den Schultern eines Einzelnen
und Kleines kann so vielleicht einmal Grosses bewirken
“fehlendes Glück muss noch lange kein Unglück sein.”
Auch diese Worte aus einem Kommentar bei dir zu einem deiner vorherigen Post, steht für mich mit in meiner Gedankenreise dazu
im Sinne von – Demut + Kongruenz + Zufriedensein
nicht schon dem Nächsten nachtrachten, bevor man richtig merkt, wie glücklich man mit dem ist, was man bereits hat, was bereits ist
Zufriedensein – dort wo ich bin, mit dem was ich habe, mit dem was um mich ist
nun scheinen einem diese Gedanken, im Blickfeld von Krieg und Armut und Not in vielen Familien, sehr tollkühn und unüberlegt
denn ja, ich denke und schreibe diese aus einer warmen Stube mit einem vollen Kühlschrank, habe einen Notgroschen auf der Seite und wäge mich an einem Ort, wo ich mich sicher fühlen kann
dennoch ertappe ich mich immer wieder dabei, dass selbst dies alles, mir oft nicht genug scheint
wenn es dann das Geschehen bringt, das ich Anderen begegne, mit ihnen ins Gespräch komme, stelle ich fest, meist am Abend mit mir allein, das man auch mit ganz viel weniger, als ich oft meine, sehr zufrieden sein kann
nun sind da noch die Worte
„Yes, We Can.“
Ja wir können – im Sinne von ich für mich und für alle
Denn – sind nicht viele ich’s in der Achtsamkeit aller wir alle?
Marianne · 21. Januar 2009, 21:05 · #
Wir hörten Obamas Rede auf CNN und wir waren tief beeindruckt von der Kraft, die von diesen Worten – und dem Mann, der sie aussprach – ausging. Ich hoffe sehr, dass viele Amerikaner sich diese Rede zu Herzen nahmen, dass sie wieder Mut fassen und mithelfen, wenigstens einige von Obamas Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.
Die Rede fand ich gestern noch auf News24. Ich druckte sie aus und werde sie von Zeit zu Zeit nochmals lesen.
Titus · 22. Januar 2009, 01:58 · #
Was mich nachdenklich stimmt, ist, dass viele in das “Yes, we can” ein “Yes, he can” hineinprojezieren. Er kann aber höchstens die Rahmenbedinungen schaffen, dass “we can”. Die Veränderung muss dann schon durch die grosse Masse des “we” erfolgen…
@ Christina
Dein erstes Zitat stammt von John F. Kennedy.
Thinkabout · 22. Januar 2009, 07:37 · #
@Christina
Ja, Du hast leicht reden auf dem dicken Teppich und vor dem vollen Kühlschrank. Und dennoch ist es ein erster, wichtiger Beitrag. Denn wer so denkt, handelt auch eher versöhnend und mitmenschlich.
Wie kleinlich müssen wir uns doch innerlich oft fühlen, wenn wir fühlen, wie um uns Ängste geschürt werden, um Besitzstände zu wahren, wenn wir umgeben sind von Menschen, die uns vorrechnen, wie gefährdet diese Wurst im Kühlschrank ist…