Unsere eigenen Erwartungen sind relativ
Themen: SMS zum Tag undProsa[isch]
Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.
Mir fällt das oft selbst schwer genug...
Wenn alles schief geht, konzentrieren wir uns auf das Elementare und stehen zusammen: Nie erkennen wir besser, welchen falschen Druck wir uns oft selbst machen.
Wir haben ein Team zu führen, oder eine Aufgabe zu lösen, vielleicht eine Prüfung. Wir bangen im Vorfeld, das Timing könnte nicht optimal klappen oder das Blatt bliebe leer, weil wir einfach blockiert sind. Und dann? Dann steigt eine Maschine ganz aus oder wir bleiben im Verkehr stecken. Und plötzlich ist völlig klar, was jetzt notwendig ist, wirklich notwendig, und alles Adrenalin konzentriert sich auf das eine Problem, das wirkliche und zentrale, und plötzlich können wir gewichten und alle Energie fokussieren, im Team die Lücke improvisieren oder plötzlich alle Kraft darauf konzentrieren, doch noch rechtzeitig in der Prüfungsbank zu sitzen. Und während wir das tun, können wir gar noch gleichzeitig ein Gefühl der Demut entwickeln: Wir geben alles, aber wenn es nicht gelingt, hat es nicht sollen sein. Der Mensch denkt und Gott lenkt, und so bleibt all unser Bangen und Hoffen relativ, und das ist gut so. Denn es führt dazu, dass wir nie mit letzter Gewissheit wissen können, dass ein Scheitern sich später rückwirkend nicht gar als Segen herausstellt.
So lange es aber geht, versuchen wir in die Prüfung zu kommen – in jene Bank, vor der es uns gestern noch gegraust hat…
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Tina · 22. Juli 2007, 07:15 · #
Wenn ich erkenne, daß meine Erwartungen nicht erfüllt werden, ziehe ich oft mal gedanklich Zwischenbilanz um mit einer neuen, abgespeckteren Version wenigstens den Grundgedanken zu realisieren…. der Rest bleibt Wunschdenken :-)
Mein persönlicher Ehrgeiz läßt oft nicht zu, daß ich bei vermeindlichen Mißständen tatenlos zuschaue und den Dingen ihren Lauf lasse. So beginne ich zu arrangieren, intrigieren, mir und anderen Streß zu machen, damit alles nach meinen Vorstellungen läuft…
Ich erkenne jedoch voll ungläubigem Staunen, daß das Geschen auch ohne mein Mitmischen mindestens genauso oft einen positiven Ausgang findet ;-)...
Das darf nicht zur Gleichgültigkeit führen, (“alles wird gut “fg*”) sollte aber für die richtige Relation unserer Aktivitäten und ein größeres Vertrauen in Gottes Fügung sorgen…

http://www.sxc.hu/photo/750634
Margit Farwig · 23. Juli 2007, 15:26 · #
Der Bach
Wenn der Tag
den Bach runter geht
gehe ich runter zum Bach
entlang am Ufer und
erzähle meine Sorgen
ich will sie ihm borgen
er lehnt strikt ab
nein, nicht die mit dem Strick
hat eine bessere Idee
er will sie ertränken
werde ihm dafür
was sonst, eine Rose schenken
Cop. Margit Farwig