Unsere Massen sind eben erdrückend
Noch einmal Dioxin, dann lass ich es gut sein. Heute mit einer Leseempfehlung zum Thema: Die Aufregung ist eine aufgeschreckte, die in sich eigentlich schon zerfällt – nur schon angesichts der Fakten:
“Ein großes Futterwerk produziert 2000 Tonnen Futtermittel am Tag, aufgeteilt auf 500 Einzelpartien, von denen jede einzelne an bis zu 10.000 Hühner verfüttert werden kann.” Quelle: Welt online via mycomfor
Das macht dann Futter für 5 Mio Hühner, Tag für Tag.
Die grössten Fünf Hersteller beliefern einen Drittel des Marktes.
Harles und Jentzsch als Zulieferer ist ein vergleichsweise kleiner Betrieb mit zwölf Mitarbeitern. Doch schon der war imstande, Eier in elf Bundesländern zu verseuchen…
Und dann kann man im gleichen Artikel lesen:
Futterfette dürfen einen Dioxingehalt von 0.75 Nanogramm je kg aufweisen. Bei einigen Fischprodukten werden 24 Nanogramm toleriert.
Die Begründung dafür ist entlarvend:
Der Gesetzgeber richtet seine Grenzwerte nach den Werten aus, die von den jeweiligen Industrien faktisch erreicht werden können, und viele Fischsorten enthalten deutlich mehr Dioxin als die jetzt aus dem Verkehr genommenen Eier.
Merke: Die Industrie bemüht sich, aber mehr ist nicht zu verlangen. Es geht gar nicht. Unsere Nahrungskette ist nicht-industrialisiert gar nicht mehr vorstellbar.
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zentao · 11. Januar 2011, 20:07 · #
was muss unsere Reaktion sein? Meidet alle industriell produzierten Lebensmittel. Kauft nur noch Frischprodukte und kocht selber – noch besser, esst mehr Rohkost. Gute Qualität kostet einfach seinen Preis.Geiz ist nicht mehr Geil, sondern schadet letzt endlich allen. Hier in der Schweiz sind wir auch nur wenig sichererer und unsere Regierung wurde ja nicht einmal informiert. Gibt es überhaupt Sicherheit? Wenn nur die Gewinnoptimierung zählt und der Mensch nichts mehr wert ist? Gewisse Branchen wird man als Konsument boykottieren müssen.
vg zentao
Alice · 12. Januar 2011, 13:33 · #
Ich blase dann mal ins gleiche Horn wie mein Vorkommentierer: Es liegt an uns KonsumentInnen, uns die Verpackungen der Lebensmittel genauer anzusehen. Bewusster einzukaufen und bewusster zu essen.
Uwe · 13. Januar 2011, 13:55 · #
Stimmt, Thinkabout, die schiere Anzahl von Menschen, die gestapelt auf dichtem Raum aufeinandersitzen benötigen ebenso gestapelte Tiere und pflanzliche Monokulturen für ihre Ernährung. Über die “Grenzen des Wachstums” zu reden war früher mal populär, heute nicht mehr.
Die Verpackungen anzusehen nutzt nichts. Wer ist so naiv zu glauben, es sei dort das drin, was draufsteht oder es sei nicht drin, was nicht draufsteht?
Jeder Verkäufer, ob Öko, Bio oder Billig, schwört heilige Eide, daß sein Produkt top ist aber er kann es selbst überhaupt nicht wissen, weil er keine Ahnung von den Vorprodukten, Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln hat, die auf sein Produkt gewirkt haben. Nur Selbstanbau und eigene Tierhaltung könnte da Abhilfe schaffen.
Relax-Senf · 13. Januar 2011, 23:30 · #
@Uwe, hat es mal wieder so logisch überzeugend dargestellt, dass ich nur noch zustimmen kann.
Thinkabout @ Uwe · 15. Januar 2011, 18:38 · #
“gestapelte Tiere” – wieder mal so ein kreativer Ausdruck, der ein aufrüttelndes Bild malt. Danke.