Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Unterschreiben Sie einfach mit Ihrer Meinung

∞  9 September 2008, 19:57

Und wieder wird debattiert über die Misskultur anonymer Web-Auftritte. Die Scheinkultur der Debatte hingegen ist offensichtlich, wenn man sich nur lange genug anhört, oder anliest, was da alles vorgebracht werden mag…


Bei medienlese.com war in diesen Tagen eine neue Debatte zum alten Thema Anonymität im Netz und speziell in den Kommentarfunktionen zu verfolgen.

HALT. Bevor Sie dahin klicken, möchte ich Sie vorwarnen. Es geht auch da wieder um die leidige FACTS2.0-Geschichte. Unter anderem. Darum fasse ich hier zusammen, was mir AUSSERHALB dieser speziellen Debatte auffällt:

Niemand diskutiert leidenschaftlicher über die Notwendigkeit, im Netz immer mehr Klarnamen in Kommentaren zu verlangen, wie Medienschaffende, die sich etabliert haben (oder es glauben) und auch im Internet journalistisch unterwegs sind oder dort ihr Blog haben. Ihr Credo:

Wer guten Willens ist und ehrlich, kann in unserer Gesellschaft alles sagen, und wenn er sich vor den Konsequenzen fürchtet, so sollte er sich vielleicht wirklich überlegen, ob es dafür gute Gründe gibt. Nein, nicht für die Furcht vor nicht so entspannten Kritikern der eigenen Meinung, sondern für das eigene Schweigen. Tenor: Wenn Du nicht Held genug bist, hinzustehen und Deine Meinung zu unterschreiben, so schweigst Du besser, weil Du keine Wahrheiten verkündest, die ja doch unangreifbar sind…

So überheblich arrogant kann nur argumentieren, wer sich zu einer Elite des Internets zählt. Es ist, abgesehen davon, eine furchtbar intellektuelle Diskussion, die schon angesichts eines ganz einfachen Beispiels ad absurdum geführt wird:

Nehmen wir mal an, dass Sie sich in einer grossen Firma für eine Anstellung bewerben. In solchen Häusern passieren die Dossiers vor der Auswahl der Kandidatengespräche nicht nur das Chefpult der Abteilung, in der Sie arbeiten. Nein, da gibt es auch einen Personalchef, kurz, Personen, die ihre Prinzipien und Richtlinien haben – und die müssen nicht unbedingt immer im Firmen-Leitbild stehen.

Wer garantiert Ihnen, dass in diesem Prozess nicht ein strammer SVP-Soldat ein bisschen nach Ihnen googelt und dann seine Schlüsse zieht, wenn er Ihre SVP-kritischen Kommentare in Blogs liest? Und in der Folge Ihr Dossier nach hinten schiebt…?
Theoretisch? Unwahrscheinlich? Vielleicht. Eher wohl: Einfach (noch) selten. Aber prinzipiell möglich und in 99% der Fälle, in denen es tatsächlich vorkommt, für genau die Herren Journalisten, die hier so grossartig plädieren, dann doch kein Thema.

Es ist doch bezeichnend: Dutzende von Kommentaren von Medienschaffenden zur Identität des eigenen Auftritts – und kein einziger von ihnen nimmt die im gleichen Thread erwähnten konkreten Verstösse gegen den Auftritt unter eindeutiger Identität auf und hält den Finger drauf.

Dafür finden sich zum Thema anonyme Kommentare an jeder Ecke die Formaltheoretiker ein, die herzlich gerne um der Debatte willen wieder endlos diskutieren wollen.
Die Zeit wäre besser investiert, man würde tatsächliche Missbräuche weniger hinnehmen und dagegen dann wirklich gezielt vorgehen. Auch per Recherche.

Stattdessen bleibt man lieber allgemein – um dann selbst zugeben zu müssen, dass man unter Klarnamen Insider-Kommentare von betroffenen Journalisten zu abgebrochenen Medienprojekten ganz sicher nicht bekommen hätte.

Das Schönste für mich bleiben dabei meine Leser:

Während in dieser Diskussion angefügt wurde, dass alle Blogs Probleme mit anonymen Kommentaren haben und diese in ihrer Qualität weit hinter jenen mit identifizierbarem persönlichem Profil zurück bleiben würden, habe ich diese Probleme nicht. Ich kann beim besten Willen keinen qualitativen und vor allem auch charakterlichen Unterschied zwischen Dirk Deimeke und den Strandsteinen entdecken: Die Kommentare sind einfach so verschieden wie die Menschen dahinter, in jedem Fall aber aufrichtig, weil sie wirklich etwas mitteilen wollen.

Woran das liegen mag? Ich glaube, es ist schlicht nicht spannend genug, reflektierende Beiträge, die nicht polemisieren wollen um der Aufregung willen, zu sabotieren. Oder liege ich da falsch? Liegt es vielleicht auch daran, dass man selbst, als Blogbetreiber, demonstrieren kann, dass man mit Kritik umgehen und kritisch gegen sich selbst sein kann? Wie auch immer. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie aufmerksam lesen und besonnen kommentieren. UND kritisch. Nur so profitiere ich ganz direkt wieder davon. Von Ihnen. Und ich werde Sie als “Lieschen Müller” oder “Jammerhexe” grundsätzlich ernst nehmen. Bis Sie mir die Chance dazu nehmen. Durch sich selbst disqualifiziernden Inhalt. Dass ich dann zur Löschtaste griff, ist in fast vier Jahren Blogunterhalt an einer Hand abzuzählen.


[Bildquelle: infobib.de



Beitrag abgelegt in Themen
Zum Blog[gen]
und
FACTS2.0


American Way Of Life – oder das, was davon übrig bleiben kann…


  1. von Relax · 9. September 2008, 22:16 · #

    Lieber Thinkabout
    Thema gut zusmmengefasst. Relevante Aspekte gut beleuchtet. Man sollte den Online-Evangelisten OR und ChL einen Link senden.

  2. Menachem · 9. September 2008, 22:32 · #

    Thinkabout, ich denke, wenn einer mit Anoyomität ein Problem hat, dann können es doch nur die sein, die so kategorisch nach Offenlegung schreien. Vielleicht müssen die Forderer etwas genauer bei sich selbst nachschauen. Es gibt nach meinem Wissen kein Namensnennung Codex in blogs, und wer Anonymität nicht ohne Hinterfragen einfach akzeptieren kann – na und, es gibt noch 199999 andere deutschsprachige blogs. Der Inhalt ist die Unterschrift.

  3. Peter · 9. September 2008, 22:55 · #

    Grundsätzlicch kann ich den Ansatz verstehen. Anonymität mag für einen jüngeren beruflich zu Nachteilen gelangen. Auch ich bin nicht davor gefeiht, obwohl ich nicht anonmy schreibe. Musste manchen Nachteil erfahren weil ich nicht alles kommentarlos hinnahm. Ich finde es schade das man nicht mit seinem realen Namen kommunizieren kann/darf. Darin sehe ich aber eher ein Problem unserer Gesellschaft, als der Bloggerszene. Ich mache leider länger wie mehr die Erfahrung, dass gar nicht kommentiert werden möchte. Sofort wird einem Link/Rankingsammler vorgeworfen. Zumindest wurde heute mein Eintrag im Tagesanzeiger Opfer von Zensur. Man kann es akzeptieren – trotzdem finde ich es schade. Leider fehlt es an Diskussionskultur. Noch dazu bei verbriefter Meinungsfreiheit. Trotzdem unterschreibe ich auch weiter mit meinem Namen. Wenn der Tag kommt wo sich das öndert, höre ich sofort auf zu schreiben.

  4. Michael Kostic · 10. September 2008, 00:19 · #

    Hallo,

    ein wirklich sehr interessanter Standpunkt. Mich hat er sofort dazu motiviert gedanklich 100 Jahre in die Vergangenheit zu reisen. 1908. Nichts bewegendes, nichts besonderes. Im Biergarten, auf dem Schützenfest, dem Jahrmarkt. Alle Kommunizieren miteinander. Die Menschen “kennen” sich, so wie sie sich kennen können. Der Gerhard der Wirt vom “Biergarten” ist ein guter Mensch. Wenn der Martin, der Schmieder-Martin, der sonst ja selbst mit den hohen Herren recht gesellig ist, dem Trinken einmal wieder etwas zu sehr zuspricht, schickt er die Maria nach der Erika oder dem jungen Klaus. Der Martin, das muß man dazu wissen, der arbeitet halt sehr schwer, um seine Sippe durchzubringen. Der hat auch gleich die Eltern noch dabei, die es nicht mehr alleine schaffen! Und wenn halt die Erika gerade nicht abkömmlich ist, holt dann der Junge den Papa, bevor er Unfug macht und grob wird, oder dem Herrn Stadtrat Meier wieder sein ganze “Meinung” sagt. Über die Beschlüsse von “Denen da oben”, den feinen Herrn in ihren Amtsstuben. Oder einfach nur dem Herrn Amtsmann Höhnow (der der Nachbar vom Martin ist) sagt, er solle doch zur Abwechslung auch mal hart arbeiten gehen. Das war schon mal passiert. Das gab dann böses Blut. Der Gerhard, der Wirt, musste dem Herrn Höhnow lange gut zureden, damit der dem Martin das nicht mehr so sehr übel nimmt…

    Betreibern eines sog. Blog geht es bestimmt ähnlich wie dem Gerhard und dem Martin. Nur das entweder sie selbst oder die “Anderen” ihre Gesichter nicht mehr zeigen müssen…

    Gruß

  5. Menachem · 10. September 2008, 09:13 · #

    Geht es hier nicht um Machtspiele?
    Jeder kann seinen eigenen Maßstab entwickeln und danach handeln, aber das muss doch nicht andere als zwingende Handlungsnorm aufgegeben werden,
    Menschen in ihren Wünschen zu akzeptieren, auch ohne das wir sie verstehen wollen und müssen, das ist für mich, wie sich stumm die Hand reichen.

  6. Titus · 10. September 2008, 23:46 · #

    Ich hab’ dort ja bereits kürzlich meinen Kommentar abgegeben.

    Ich kann Thinkabouts Aussage mit dem googelnden Chef nur unterstreichen. Natürlich habe ich mich auch schon selber mit vollständigem und realen Namen gegoogelt und auch gefunden. Damit habe ich solange kein Problem, wie andere Suchende zu unterscheiden wissen zwischen “privat” und “nicht privat”. Denn: Google macht diesen Unterschied nicht. Und wie verzerrend Google’s Ergebnisse sind, brauchen wir wohl nicht noch zu diskutieren.

    Es gibt nur eine Möglichkeit zu verhindern, dass man sich aufgrund meiner weltweit abrufbaren, privaten Meinung kein falsches Bild von mir macht: Ich sitze auf meinen Mund resp. meine Finger und äussere mich gar nicht mehr. Oder ich ziehe mich umgekehrt von exponierten Stellen in der realen Welt zurück.

    Daneben gibt es für mich aber auch noch den technischen Aspekt (hier wiederhole ich mich zum bereits dort publizierten Kommentar): Niemand kann mir heute im Internet garantieren, dass sich nicht ein anderer für mich ausgibt. Es fehlt an einem weltweiten System der eindeutigen Identifizierung (und sei es nur das Bild eines Gesichts, so wie das in der realen Welt ja auch als “Identifikation” gilt). Also selbst wenn ich mich mit vollem Namen äussern würde, bliebe trotzdem offen, ob ich wirklich ich bin…

  7. Michael Kostic · 11. September 2008, 01:28 · #

    @TITUS:

    Zwei Dinge sind mir an dem letzten Kommentar aufgefallen:

    1.) Der Versuch “privat” und “nicht privat” zu trennen. Also das vermeintliche annehmen/darstellen differierender Personen:

    Empfinde ich dahingehend in Summe als äußerst bedenklich, als das es auch vor dem Internet die Recherchen durch den zukünftigen Chef selbst, bzw. dessen beauftragten den Personalleiter gegeben hat. Nur traten dabei nur die Informationen zu Tage, die man im Rahmen der Tätigkeit des Ziels der Recherche hatte. Also z.B. die allgemeine Arbeitsmoral u./o. das Verhältnis zu Kollegen. Mehr sah man ja nicht. Und ob diese Informationen zuverlässig waren, konnte von einem erfahrenen Chef/Personalleiter im Einzelfall durchaus bewertet werden. Wenn also im Arbeitszeugnis stand das man sich in beidseitigen Einvernehmen voneinander getrennt hatte, brauchte man sich nicht zu wundern wenn der Ehemalige Arbeitgeber äusserte: “Der Mitarbeiter war stets bemüht den Anforderungen gerecht zu werden.”. In einem solchen Fall musste man sich halt ein persönliches Bild vom Kandidaten machen. In der nun anbrechenden Informationsepoche (richtig, es geht gerade erst los…), sollte man sich darüber im Klaren sein, wie unsinnig hier der Versuch der Trennung im Eingangs genannten Sinn sein muss. Die Daten im Internet sind lediglich mikroskopisch kleine Schalter, für deren Umlegung Energie aufgewandt werden muss. Einmal ist das durchaus vertretbar. Doch permanent Hüh und Hot, wird hier halt aus rein ökonomischen Gründen möglichst vermieden. Dies ist der simple Grund, warum hier so gut wie nichts verloren geht. Zwar endlich aber dennoch unüberschaubar viele Schalter, werden an allen Ecken und Kanten auf EIN gestellt. Das Bild, auf dem man sich zum “Vollidioten” macht, ist nicht mehr löschbar in den Weiten der Einschaltungen. Und ebensolche Texte natürlich noch viel weniger, weil sie selbst im Einschalten noch weniger Energie verbrauchen, als im Ausschalten.

    Ergo sollte man sich auch im Netz so verhalten, wie im Leben selbst. Auch dort wird man nicht in der Kantine, schön lauthals “vor versammelter Mannschaft”, den Vorgesetzten als inkompetenten Karrieristen bezeichnen (selbst wenn er dies ist). Man wird in der realen Welt, wenn denn überhaupt, den Versuchen unternehmen diesen Umstand den zuständigen Personen sachlich zu vermitteln.

    2.) Die Sache mit der eindeutigen Identifikation:

    Einmal von der technischen Zukunft dem sog. IPV6 abgesehen, sollte man als Blogger u./o. Kommentator schlicht darauf achten in wessen privater “Bibliothek” man einen Teil seiner Selbst hinterlässt. Unternimmt man dies mit Bedacht (erst viel Lesen, dann auch mal was Sagen), Höflichkeit vor dem “Inhaber” und Verstand (durch bedachte Beiträge), ist es doch recht unwahrscheinlich, dass einem dieses Verhalten zum Nachteil gereicht (Ausnahmen bestätigen die Regel). Was die Seite des “Betreibers” angeht, würde ich persönlich zur Sachlichkeit mahnen, aber dennoch stets prüfen ob der Kommentator mit seinen Adressen und Aussagen konsistent ist.

    Gruß

  8. Matthias · 11. September 2008, 09:49 · #

    Das Schizophrene an der ganzen Sache ist ja, dass in den Medien immer wieder mit reisserischen Beiträgen vor dem “Karrierekiller Internet” gewarnt wird und die Journalisten den Lesern raten, sich mit Pseodonymen, Wegwerf-Adressen und allenfalls gar Anonymizer-Diensten im Netz zu bewegen.

    Übrigens habe ich gerade zum Thema Mehrfachidentitäten und auch Lesen privater Nachrichten bei facts.ch nachgefragt: http://metablog.ch/admin/?id=387

    Und bei Krusenstern habe ich einen Kommentar geschrieben, der weder anonym, rassistisch, justiziabel oder primitiv ist, sondern einfach nur kritisch: http://www.krusenstern.ch/?p=1850#comment-769
    Darin habe ich nämlich darauf hingewiesen, dass Jürg Vollmer einen Kommentar unter falschem Namen publiziert hat, um dem Leser vorzugaukeln, dass ARD-Journalist Thomas Roth bei ihm kommentiert. Ein Vorgehen, das auch ihn -ebenso wie andere Klarnamen-Verfechter wie Reichenstein et al- als Vertreter einer Doppelmoral überführt. Ich rechne übrigens nicht damit, dass mein Kommentar auf Krusenstern jemals publiziert wird – meine kritischen Kommentare wurden dort schon früher unterschlagen. Auch das ist Teil der Doppelmoral: Kritische Kommentare werden nicht publiziert und öffentlich dann in den Topf der “anonymen Schmierfinken” geworfen.

  9. Matthias · 11. September 2008, 11:22 · #

    Mein Kommentar bei Krusenstern ist für mich jetzt nicht mehr sichtbar als “Wartet auf die Moderation”, sondern ganz verschwunden. Also gelöscht.

    Und “facts.ch” hat geantwortet: http://metablog.ch/?id=389

  10. Thinkabout · 11. September 2008, 12:34 · #

    @Matthias #8:
    Wenn Jürg Vollmer bei sich selbst als Jürg Roth kommentiert, dann wird das auch Jürg Roth interessieren. Also läge es nahe, Roth direkt anzufragen und mit diesem Verdacht zu konfrontieren. Ein Qualitätsjournalist wird nicht so sehr an Demenz erkrankt sein, dass er darüber nicht mehr Bescheid weiss. Und es wird ihm der Sache wegen auch wichtig genug sein, darauf zu antworten.
    Da ich Dich “kenne”, gehe ich davon aus, dass Du Deine Behauptung belegen kannst. Unter Umständen wird die schlüssige Herleitung auch nötig sein, damit Du nicht als Verleumder dastehst.
    Einen kritischen Kommentar zu löschen ist allerdings immer eine schlechte Lösung – bis gar keine. Wenn er sich nämlich auf den aktuellen Thread bezieht und sich damit alle Leser selbst ein Bild machen – und ich als Blogger es auch gleich widerlegen kann, dann pariere ich solche Dinge sehr viel eleganter, indem ich es öffentlich mache.
    Pauschalisierungen und Diffamierungen laufen dann nämlich ins Leere – und verflüchtigen sich.

    Ich bin ja nur ein Schweizer Bloggerli, aber ich würde zum ganzen elend ausufernden Thema Anonymität/Diffamierungen etc. anregen, dass auch bloggende Journalisten ihren Lesern mehr zutrauen sollten:
    Niemand will seitenlange Anpflaumungen ohne Substanz lesen – wird ein Vorwurf aber öffentlich zugelassen und auch beantwortet, so sind Leser sehr wohl mündig genug, selbst zu urteilen. Und selbst wenn man als Blogger dann mal nicht ganz ungeschoren davon kommt, gewinnt man im Profil an zusätzlicher Glaubwürdigkeit in Sachen Transparenz und Kritikfähigkeit. Das ist das, was mich immer wieder so erstaunt: Das Fehlen dieses Talents und die Dünnhäutigkeit, die jenen, die man als Schmierfinken bezeichnet, letztlich erst ungebührlichen Einfluss möglich macht, erstaunt mich immer wieder.

  11. Thinkabout · 11. September 2008, 12:43 · #

    @ Matthias betreffend Facts/Lüscher auf
    metablog.ch/?id=389

    Danke für den Hinweis! Nachdem sich Lüscher nach dem Auftreten aller dieser Vorwürfe viele Wochen Zeit gelassen hat, muss ich darauf nicht unbedingt innert fünf Minuten was sagen oder schreiben. Ich lasse das jetzt mal sacken. Aber ich bin ja nicht alleine betroffen.

  12. Matthias · 11. September 2008, 13:10 · #

    @Thinkabout: Es geht um Thomas Roth, nicht Jürg Roth. Der Text stammt aus seiner Feder . Aber er hat ihn nicht selber im Krusenstern-Blog als Kommentar publiziert.

  13. Thinkabout · 11. September 2008, 14:01 · #

    @Matthias #12
    Hoppla – Sorry, Herr Roth, dass ich Sie umtauft habe.
    Ich stelle fest: Es ist ein Text von Roth, von diesem auch unterschrieben, bei Vollmer/Krusenstern von Vollmer selbst online gestellt worden(?).
    Frage 1: Wurde die Quelle verlinkt?
    Frage 2: Gab es allenfalls ein Einverständnis Roth´s zur Veröffentlichung?
    Frage 3: Warum, wenn ja, kriegst Du darauf keine Antwort?

    Antwortversuche und Kritik meinerseits:

    1) Ich glaube, der Link zum Originaltext ist aufgeführt.
    2) Keine Ahnung. Es wäre wohl hilfreich, es würde in einem solchen Fall unter den Text geschrieben:
    “Thomas Roth”, von J. Vollmer mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors online gestellt.
    Oder so ähnlich. Ich vermute mal, der Roth ist öfters schwer unterwegs und nicht unbedingt leicht erreichbar. Und vielleicht hat er es auch mit dem selber tippen und copy-pasten nicht so, auch wenn er Journalist ist. Schon möglich, dass die Beiden das so abgesprochen haben – aber dann sollte man es auch entsprechend deklarieren.
    3) Warum kriegst Du keine Antwort bzw. wirst Du geblockt?
    Tja, DIR muss ich ja nichts über Blog-Software erzählen, und hier dürfte ein genereller Wall gegen Dich und andere eingerichtet worden sein.
    Es gibt im Umgang mit Gegnern auf einem Blog verschiedenste Strategien. Das (Aus-)Sperren von bestimmten Absendern sollte das letze Mittel sein, denke ich, und es hinterlässt immer einen schalen Nachgeschmack – und die Negativ-Energie sucht sich dann andere Bahnen.
    Jürg steht immer wieder in der Kritik, bewegt sich aber auch in einem heiklen Umfeld, und so manche Aufgabe, die auf einen Blogger zukommt, dessen Projekt grösser wird, bis es plötzlich ein veritables Portal ist, kann offensichtlich auch einen Mann mit journalistischem Rüstzeug an die Grenzen bringen. Wenn man dann auch noch gegen die Lust an PR in eigener Sache ankämpfen soll, ist das manchmal viel verlangt, was sich in solchen Fragen niederschlagen kann.
    Was ich immer wieder feststelle: Auch sehr öffentlich gewordene Blogger machen die Frage, ob sie seriös arbeiten, am Liebsten mit sich selber aus und neigen dazu, sich nicht “jedem Wicht” erklären zu wollen. Und damit stehen wir dann schon am Anfang eines ganz besonderen Problems: Denn wenn ich den Wicht bestimme, bin ich schon im Verdacht, selbstherrlich zu handeln.
    Wer weiss: Vielleicht erlaubt ja gerade dieses Beispiel, dass sich die offenen Fragen zwischen Euch klären lasssen – ob hier oder per mail, ist eigentlich nicht so wichtig.
    Da ich Euch Beide schätze und ich umgekehrt eine Abqualifizierung von eher verdeckt bloggenden Kollegen einfach per se nicht ausstehen kann, hoffe ich sogar darauf, ohne dass ich abschätzen kann, wie Eure Diskussionen zuvor liefen – solange sie dann stattfanden… ;-)

  14. Matthias · 13. September 2008, 10:10 · #

    Jürg Vollmer hat meine kritischen Nachfragen schon früher gelöscht und mich in Kommentaren im alten Metablog dann in die Nähe von Nazis gerückt – diese Kommentare kann ich gerne publizieren, falls Du Belege willst.

    Was mich an der Krusenstern-PR-Maschine am meisten verwirrt: Wie kann er die Dreistigkeit besitzen, sich für einen Preis der “Reporter ohne Grenzen” zu bewerben wo doch jedermann darüber Bescheid weiss oder mit einem Minimum an Recherche herausfinden kann, dass Jürg Vollmer in seinem eigenen Blog gerade eben nicht für Meinungsfreihet sorgt, sondern streng kontrolliert, was andere sagen dürfen? Offensichtlich zählt er darauf, dass das Publikum einfach seinen schönen Worten glaubt. Und vermutlich wird die Rechnung aufgehen, denn kaum jemand macht sich heutzutage noch die Mühe, die geschliffenen Sätze der PR-Fachleute an der Realität zu messen.

    Was den angeblichen Thomas Roth-Kommentar angeht: Ich lasse Jürg Vollmer noch etwas Zeit, diese Mauschelei selber zu korrigieren.

  15. Thinkabout · 13. September 2008, 15:20 · #

    @Matthias:
    Was ich “im Fall Thomas Roth” selbst tun würde, habe ich schon dargelegt. Mit dem Wort “angeblich” wäre ich dennoch vorsichtig. Persönlich bin ich überzeugt, dass es
    a) Roths Text ist und
    b) er auch selbst als Kommentar gewollt hat.
    VOR weiteren Kommentaren in dieser Sache wäre daher keine Drohung angesagt, sondern eigene Recherche.
    Ich glaube, dass Euch zur Bereinigung dieser Geschichte gegenseitig der verletzte persönliche Stolz im Weg steht:
    Jürg will nicht auf Deine Veranlassung hin eine klärende Zeile einbauen – und Du leitest aus diesem Grund das Recht ab, weiter in gleicher Richtung zu spekulieren.

    Mir kommt die Situation bei Krusenstern ein bisschen so vor wie es in manchem Forum auch der Fall sein mag: Das, was vorne herum nicht so souverän wirkt, hat manchmal wohl versteckte Gründe. Es darf wohl als sicher angenommen werden, dass Jürg noch mit ganz anderem konfrontiert wird als mit Deiner Kritik. Dass da manchmal dann die Schleusenwartung zu rigoros und vor allem nicht mehr fallbezogen angewandt wird, ist gut möglich. Die Situation IST einfach schwierig.

    Den von Dir angesprochenen Kommentar im alten Metablog hatte ich auch gelesen und mir darauf keinen Reim machen können. Mit anderen Worten: Da kann ich Dich verstehen.

  16. Strandsteine · 13. September 2008, 22:00 · #

    Hallo Zusammen,

    für mich erscheint das Verlangen mancher User,
    jeder Kommentierender müßte mit seinem Klarnamen unterschreiben,als ein Versuch, Macht auszuüben.

    Leider haben einige ! Bekannte von mir,mit ihren Klarnamen in Foren und Blogs zu kommentieren,
    sehr unangenehme Erfahrungen gemacht.

    Es haben sich anderer User ihren Namen angeeignet und damit in anderen Foren oder anderen Stellen, wie bei den Online – Zeitungen und in Fernsehenkommentarfunktionen, sehr zweifelhafte und bewußt unwahre Behauptungen geschrieben.
    Diese Gefahr kann sich auch mit einem Nick ergeben…aber so findet ein Suchender z. B. Chef….
    nicht den Klarnamen unter sonderbare Schriften.

    Ob es jemanden von den Klarnamenbefürwortern freuen würde, seinen Namen in einem Naziforum zulesen.?

    Jedem jungen User kann ich nur dazu raten,
    gerade in der heutigen gläsenern Welt,
    sich zu schützen.
    Nie mit dem gleichen Nick in allen möglichen Interessensgebieten zu kommentieren.

    Sollte ein Admin einen fundierten Kommentar für löschenswert halten, nur weil ich mich,(meine Person ) selber durch einen Nick schütze….
    ...wer schreibt es mir vor….dort je wieder zu schreiben…?

    Wie Du , lieber Thinkabout, es oben sehr gut ausgeführt hast,
    in der heutigen Arbeitswelt sollte sich der junge Arbeitnehmer das Recht auf seine Kommentare im Internet nicht nehmen lassen.
    Und dies mit einem Klarnahmen zu unternehmen,
    ist nicht immer hilfreich.

    Die Steine beleuchten alles von vielen Seiten…
    und heute ist die Welt nicht mehr …nur… ein Buch.

  17. Admiral Golowko · 18. September 2008, 12:59 · #

    Herr Krusenstern hat mittlerweile unter den von ihm als “Kommentar” bezeichneten Text des ARD-Journalisten Thomas Roth in seinem Blog ein
    “Publiziert unter…(folgt derLink auf die Tagesschauseite)” eingefügt.

    Halten wir also fest:

    Im Krusenstern-Blog wurde eine Stellungnahme des Journalisten Thomas Roth, die dieser an anderer Stelle veröffentlicht hatte, als ein “Kommentar” dieses Journalisten im Krusenstern-Blog verkauft.

    Es ist aus meiner Sicht unerheblich, ob der Herr Roth hierfür seine Zustimmung gab, erheblicher sind die Motive die Herr Krusenstern für ein solches Handeln hat.

    B. Brecht sagte einmal:

    “Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?”

    Und für so manchen Blogger wäre es das einfachste, er würde sich seine Kommentare gleich selber schreiben…im Krusenstern-Blog gäbe es dann regelmässig Kommentare von Herrn Putin und Herrn Medwedew, von Frau Calmy-Rey, Herrn Steinmeier und Herrn Solana zu lesen.

  18. Thinkabout · 18. September 2008, 22:36 · #

    @Admiral Golowko:
    Sehen Sie. Ihr Kommentar ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Bild, das Sie gewonnen haben, die Einschätzung trübt, die man aus der Situation gewinnen kann:
    Es ist in keiner Weise unerheblich, ob Vollmer die Erlaubnis von Roth hatte oder nicht. Es ist zentral. Denn wenn er sie hatte, und davon gehe ich aus, geht es im Grunde um die Sensibilität für die absolute Transparenz – im anderen Fall aber um die Manipulation von Inhalten durch Fremdveröffentlichung ohne den Willen der Urheber der Meinungsäusserung. Darin liegt ein Riesenunterschied.

    Dass Sie diesen Unterschied nicht (mehr) machen wollen, zeigt nur, dass Sie sich Ihre Meinung gebildet haben. Und darin manifestiert sich die unversöhnliche Position zwischen den Parteien. Im Grunde können beide Seiten gar nicht mehr mit einander diskutieren. Festgefahren. Aus. Mit jedem neuen “Fall” setzt man die Kiste mehr in den Sand. Wie wenn man im Treibsand ohne Unterlage Vollgas gibt.

  19. Matthias · 19. September 2008, 10:55 · #

    @Thinkabout Ich habe bei Jürg Vollmer vor mehreren Tagen per Mail nachgefragt, aber keine Antwort erhalten. Versuch Du es doch auch noch, Dir antwortet er vielleicht.

    Mangels direkter E-Mail-Adresse von Thomas Roth habe ich vor mehreren Tagen beim WDR nachgefragt. Dort kreist das Mail vermutlich noch durch die Instanzen, falls es nicht gleich gelöscht wurde.

  20. Admiral Golowko · 19. September 2008, 11:07 · #

    Herr Thinkabout, sie schreiben:
    “Es ist in keiner Weise unerheblich, ob Vollmer die Erlaubnis von Roth hatte oder nicht.”

    Worum geht es denn aber hier eigentlich?

    Da liest einer, in unserem Fall der Betreiber des Blogs “Krusenstern”, einen Text den er interessant bzw. für sein Blog relevant findet.

    Normalerweise würde ein Blogger dann entweder auf diesen Text verlinken oder ihn in seinem Blog zitieren, aber dann auch klar als Zitat erkennbar machen und die Quelle nennen.

    Herr Krusenstern macht dann aber etwas anderes, er verkauft diesen Text als einen “Kommentar” des Verfassers (in diesem Fall der ARD-Journalist Thomas Roth) auf seinem Blog.

    Sie schreiben weiter:

    “Es ist zentral. Denn wenn er sie hatte, und davon gehe ich aus, geht es im Grunde um die Sensibilität für die absolute Transparenz – im anderen Fall aber um die Manipulation von Inhalten durch Fremdveröffentlichung ohne den Willen der Urheber der Meinungsäusserung. Darin liegt ein Riesenunterschied.”

    Das sehe ich ganz anders, was der Betreiber des Krusenstern-Blogs erreichen will, ist doch das seine Leser denken:

    “Oh, der Journalist Thomas Roth hat bei Krusenstern einen Kommentar verfasst, das zeigt die grosse Bedeutung und Wichtigkeit diess Blogs!”

    Da geht es dann nicht um “Sensibilität für die absolute Transparenz”, da geht es schlicht um unlauteres Handeln, und daran ändert auch nichts dass Herr Krusenstern nun nachträglich(!) auf die Quelle verweist

    Mit ihrer letzten Aussage ( unversöhnliche Position…) haben sie dann wieder recht.

  21. Thinkabout · 19. September 2008, 17:19 · #

    @ Herrn Golowko:
    Auch wenn es ungeheuerlich erscheint, dass ein Blogger die Beachtung eines ARD-Korrespondenten bekommt: Schon einmal daran gedacht, dass es tatsächlich sein könnte, dass Herr Roth von sich aus seinen Text als Kommentar gewünscht hat???
    @ Matthias:
    Ich finde Deinen Weg gut. Ob er Erfolg hat, wirst Du ja sehen. Ich vermute, Ihr braucht einfach Zeit, was direkte Kontakte betrifft: Die gegenseitige Erfahrung, dass man auf die Sache zielen und nicht auf den Mann spielen will. Als Vermittler werde ich jederzeit gerne aktiv. Gerade, weil ich Euch Beide sehr wohl ernst nehme. Dafür muss ich nicht alles verstehen. Aber den grundsätzlichen Respekt bringe ich Euch in jedem Fall entgegen.

    Ich danke den Kommentatoren hier überhaupt für den Stil, den Sie wahren: So macht Diskussion Sinn.

  22. Admiral Golowko · 19. September 2008, 18:03 · #

    “Schon einmal daran gedacht, dass es tatsächlich sein könnte, dass Herr Roth von sich aus seinen Text als Kommentar gewünscht hat???”

    Natürlich hab ich an diese Möglichkeit gedacht.
    Ich verfolge aber dass Krusenstern-Blog bereits geraume Zeit…und sowohl der Stil wie auch die Umstände in dieser Angelegenheit sprechen dafür, dass der Text von Herrn Roth von hier:

    http://www.tagesschau.de/ausland/roth100.html

    1:1 in die Kommentarsektion des Vollmerschen Blogs kopiert wurde und dort als “Kommentar” verkauft wurde, und zwar ohne das Herr Roth dies von sich aus wollte.

    Auch dieser Twitter-Eintrag des Herrn in o.g. Angelegenheit spricht doch für sich:

    http://twitter.com/krusenstern/statuses/905636694

    Sein Selbstbild tritt doch deutlich und klar zutage, ganz so als ob ohne seinen Beitrag kein anderer Blog dieses Thema aufgegriffen hätte, das dies mit der Realität nichts zu tun hat ist doch offensichtlich.

    Worum geht es mir aber eigentlich? Nun, ich möchte auf diesen Beitrag von Cordt Schnibben verweisen:

    http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=9157490&top=SPIEGEL

    Für mich ist das Krusenstern-Blog Mc Journalismus in Reinkultur, oberflächlich-aufdringlich, ohne eigene Position, stets sich irgendwo anbiedernd und dabei stilistisch peinlich.

    Hinzu kommt die fehlende Redlichkeit und die fehlende Kritikfähigkeit des Autors, die Angelegenheit über die wir hier schreiben ist ja bei weitem nicht die erste.

    Es geht bei Krusenstern nicht um Inhalte (und schon gar nicht um Russland), es geht fast ausschliesslich um das Ego des dortigen Herrn Blogbetreibers, um seine “Wichtigkeit”, die offenbar zwanghaft der Bestätigung durch andere bedarf.

    Das er damit nun sogar relativen Erfolg hat (immerhin erhielt er einen mit einer nicht unbeachtlichen Summe dotierten Journalistenpreis) darüber kann man schmunzeln- oder sich auch gruseln.

    Die Story des Krusenstern-Blogs erinnert mich jedenfalls mal an das Märchen “Des Kaisers neue Kleider” und dann wieder an den “Aufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui”.

  23. Thinkabout · 19. September 2008, 19:39 · #

    @Herrn Golowko:
    Sie drehen sich im Kreis, tut mir leid: Niemand bestreitet, dass der Text 1:1 übernommen wurde. Dass Herr Roth das nicht wollte, saugen Sie sich aber aus den Fingern. Und das, Verzeihung, finde ich einigermassen peinlich. Ich meinerseits stelle mir vor, dass sich ein Herr Roth eine solche Vereinnahmung seines geistigen Eigentums verbieten würde – und er hätte es bestimmt auch getan, denn er weiss von dieser Plazierung seines Textes.

    Dass Blogs oft vor allem ein Sammelbecken von zusammen getragenem Content sind – nun, das ist freilich nichts Neues. Das ist zu 80% so. Genau so, wie 80% in so manchem Online-Portal von Printmedien nur aus Agenturmeldungen besteht.
    Solches den Blogs zum Vorwurf zu machen, greift daneben. Es ist gerade das Verdienst so manches Blogs, meist Einmann-Projekte mit viel Zeitaufwand, dass sie per neuem Gefäss verstreute Informationen bündeln und ihnen damit einen neuen Wert geben. Und bei Krusenstern haben sich auf diesem Weg Interessierte verschiedenster Richtung eingefunden, die genau davon profitieren.

    Und: Blogger sind Egomanen. Der hier Kommentierende expliziet eingeschlossen: Glauben Sie im Ernst, es würde keine Spur selbstverliebten Exhibitionismus brauchen, so ein Blog wie dieses jahrelang am Leben zu erhalten?

    Wenn Journalisten Mühe bekunden, objektiv über eine Krise wie die aktuelle in Russland/Georgien zu berichten, dann darf dies für einen Blogger erst recht gelten. Auch das gereicht ihm allein noch nicht zum Vorwurf.
    Und noch mehr als bei Zeitungsportalen entscheiden hier schlicht die Blogleser, ob sie mit dem Gebotenen zufrieden sind oder nicht.

    Das mag bei einer Preisverteilung nicht der Fall sein. Sei’s drum: Jeder Wanderpokal, der, würde er denn tatsächlich beliebig verteilt, nützte sich innert kürzester Zeit zur Salatschüssel ab.
    Ich zerbreche mir nicht den Kopf darüber.
    Ich finde die bisher ins Leben gerufenen Blog-Awards peinlich genug, da muss ich mir nicht das Maul über Journalistenpreise zerreissen.

    Ich schlage vor, die Diskussion an diesem Punkt hier einzustellen, bis man über Neues berichten kann.
    Es sind nicht nur die Meinungen gemacht, sondern auch die Urteile getroffen. Es gereicht wohl keiner Seite zum Vorteil, wenn hier weiter diskutiert wird.

  24. Admiral Golowko · 20. September 2008, 10:27 · #

    “Sie drehen sich im Kreis”

    Richtig, das geht hier aber nicht nur mir so.

    “Dass Herr Roth das nicht wollte, saugen Sie sich aber aus den Fingern. Und das, Verzeihung, finde ich einigermassen peinlich.”

    Ich sage nicht, dass er das explizit nicht wollte, es ist natürlich auch albern hier über die Gedankenwelt von Herrn Roth zu spekulieren.

    Ich halte aber fest, dass Herr Krusenstern sich Kommentare auf sein Blog schwindelt die gar keine Kommentare sind.

    Er kopiert Texte, die in anderem Zusammenhang entstanden sind, in sein Blog und verkauft diese Texte seinen Lesern als “Kommentar”.

    “Dass Blogs oft vor allem ein Sammelbecken von zusammen getragenem Content sind – nun, das ist freilich nichts Neues. Das ist zu 80% so. Genau so, wie 80% in so manchem Online-Portal von Printmedien nur aus Agenturmeldungen besteht. Solches den Blogs zum Vorwurf zu machen, greift daneben.”

    Ich mache doch niemandem den Vorwurf Content zusammenzutragen, von mir aus, gerne, nur zu.
    Aber man muss dann auch das zusammengesuchte als zusammengesuchtes deklarieren- und nicht z.B. von “Co- Autoren” oder von “Kommentaren” fabulieren wenn man Texte von anderen in sein Blog kopiert.

    “bei Krusenstern haben sich auf diesem Weg Interessierte verschiedenster Richtung eingefunden, die genau davon profitieren.”

    Falsch, Krusenstern ist eine One-Man-Show, sie müssten intelligent genug sein dies zu durchschauen.

    “Glauben Sie im Ernst, es würde keine Spur selbstverliebten Exhibitionismus brauchen, so ein Blog wie dieses jahrelang am Leben zu erhalten?”

    Ich werfe niemandem seine Selbstverliebtheit oder seinen Exhibitionismus vor, kritisch wird es aber spätestens dann wenn selbstverliebte Exhibitionisten nicht kritikfähig sind.

  25. Thinkabout · 21. September 2008, 15:54 · #

    @Admiral Golowko:
    In einem Punkt haben Sie mich falsch verstanden: Mit den “Interessierten aus verschiedenster Richtung” meine ich die Konsumenten, also die Leser des Blogs. Jene Menschen, die das Blog zu Infozwecken nutzen, diesseits und jenseits der Grenzen.

    Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen. Dahinter liegt nun mal eine respektable Leistung.

  26. Admiral Golowko · 22. September 2008, 06:55 · #

    “Dahinter liegt nun mal eine respektable Leistung”

    Das ist Ihre Einschätzung, ich habe eine andere.

  27. Thinkabout · 25. September 2008, 16:04 · #

    Mit dieser Schlussbemerkung schliesse ich die Kommentarfuntktion zu diesem Artikel.
    Wie in #20 schon angeführt und zugegeben wird, sind die Positionen unverrückbar.
    Die im gleichen Kommentar gemachte Äusserung, nach der suggeriert wird, der Vermerk der Publikation bei der ARD und der Link unter dem Kommentar von Roth wären von Vollmer nachträglich, auf Grund dieser Diskussion angebracht worden, entspricht überhaupt nicht meiner Beobachtung: Ich habe selbst am 11. September erstmals von diesem Text Kenntnis genommen, also einige Tage früher, und ich bin ganz sicher, dass da der Vermerk in dieser Form schon unter dem Text von Roth stand.

    So oder so: Dieses Thema wird nie das Thema aller meiner Leser sein, und die abschliessende Lehre kann eigentlich nur sein, dass man auf dem geschriebenen Wort die Macht zudenken sollte, dass es Wirkung entfaltet. Auch gegen sich selbst, wenn man nicht die allergrösste Sorgfalt dabei anwendet.

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