Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Versuchtes Glück

∞  27 Januar 2008, 23:50

abgelegt in Themen SMS zum Tag
und Zeit und Leere


Nicht das Erreichte entscheidet über uns, sondern das aufrichtig Versuchte.

Ziele können erreicht werden oder auch nicht. Aber wir beginnen ja nicht erst zu leben, wenn wir am Ziel einer Aufgabe sind. Und nicht alle Bedingungen für Erfolg haben wir selbst in der Hand. So sind gerade Erfolgreiche gut beraten, die Demut, die in diesem Wissen liegt, zu pflegen. Und sich stattdessen mit der Leere zu beschäftigen, die am Ziel unter Umständen wartet und zuvor nur verdrängt werden konnte:

Wir brauchen die Gelassenheit, jederzeit mit dem IST umgehen zu können. Es ist dies die beste Voraussetzung, es auch morgen genau so halten zu können.
Aufrichtigkeit mir selbst gegenüber bedeutet für mich, keine Verträge mit meinem Geschick abschliessen zu wollen, nach dem Motto „wenn, dann…“. Wenn ich dies oder jenes erreiche, es mir widerfährt, sich dies ändert, dann bin ich glücklich (oder zufrieden).
Die Frage ist: Wie muss ich meiner Gegenwart begegnen, dass ich JETZT zufrieden sein kann?




Fundstück: 1000ps.at



  1. SeelenLeerer · 28. Januar 2008, 15:01 · #

    Am einfachsten indem ich zufrieden bin
    und meine Kraft dafür einsetze,
    mich vom Leben nicht davon abzubringen.

    Du hast es selber oben wunderschön beschrieben:
    Wenn wir keine Vorstellungen haben,
    können sie auch nicht enttäuscht werden.

    Nun brauchst Du nur noch die Einsicht,
    dass Du glücklich sein darfst.
    Einfach so, weil Dir danach ist, genügt als Grund.

  2. Thinkabout · 28. Januar 2008, 15:20 · #

    Lieber Seelenleerer
    Genau dies war und ist für mich immer wieder mit das Schwerste überhaupt. Damit bin ich ja nicht allein. Praktisch jeder “erzogene” Mensch kennt das gleiche Problem…
    Ich danke Dir. Solche Stimmen brauchen wir alle immer wieder.

  3. SeelenLeerer · 28. Januar 2008, 16:56 · #

    Lieber Thinkabout

    Du sagst es richtig:
    Es wurde uns anErzogen.
    Doch besteht die Freiheit nicht darin,
    dass wir selber wählen dürfen?
    Nicht die Wahlen jeweils am Sonntag,
    sondern die Wahl,
    wie Wir uns selber sehen wollen,
    wie glücklich Wir leben wollen.

    Immer wieder begegne ich Menschen die auf ein Zeichen warten,
    um damit endlich anzufangen.
    Doch wer will Uns dies verbieten,
    ausser der Gewohnheit oder der Erziehung?

    Klar ist es zu Beginn schwer,
    aber Gewohnheiten lassen sich durch stetes wiederholen auch wieder verändern,
    denn nur dadurch sind sie ja erst entstanden.

    Es ist wie ein frisch verschneiter Weg im Winter.
    Beim ersten Mal durchlaufen ist es mühsam.
    Schon beim zweiten Mal kann man in die Fussstapfen tretten und es wird ringer.
    Und plötzlich ist aus dem Nichts ein Weg geboren,
    allein durch das viele Mal beschreiten.

    Die Erlaubnis diesen Weg zu gehen,
    dürfen Wir Uns selber geben.
    Wie oft Wir ihn dann beschreiten,
    hängt vermutlich von Unserer Sehnsucht ab.

  4. Thinkabout · 29. Januar 2008, 00:01 · #

    @Seelenleerer: Von unserer Sehnsucht – und damit wohl auch von unserem Leidensdruck in den Zwängen der eigenen Erwartungen an das so genannt sinnvolle Leben – womit immer eine Bedeutung für die Gesellschaft gemeint ist, ein Glück, das durch Anerkennung verliehen wird.
    Sich z.B. mit einem Menschen freuen können und damit dessen Freude mehren – das schafft in sich kein bleibendes Werk, das man hinstellen könnte. Aber es bewirkt sehr viel. Es ist ein Segen, seine Spuren im Schnee nicht mehr sehen zu müssen, um mit dem gegangenen Weg zufrieden zu sein und darauf weiter gehen zu können.

  5. SeelenLeerer · 29. Januar 2008, 09:33 · #

    Geehrter Thinkabout

    Mit der Sehnsucht meinte ich eher was Du selber unter “wahre Bildungskultur” als Sehnsucht definiert hast.
    Darum werde ich gleich hier auch darauf antworten, wenn es erlaubt ist.

    Dogmatismus und Kosum scheinen gute Ersatzbefriedigungen für diese Sehnsucht zu sein. Dabei könnte diese Sehnsucht ein guter Antrieb sein, eben diesen Weg zu gehen. Zudem vernebeln uns diese Ersatzbefriedigungen den Blick auf das wahre Ziel der Sehnsucht.
    Du schreibst so schön, dass wir alle eigentlich das selbe Ziel hätten, bloss die Wege dorthin sind vielfältig.
    Da uns jedoch der Blick auf das Ziel vernebelt ist, verwechseln wir ständig den Weg mit dem Ziel.

    Ob uns da eine Stiftung helfen könnte?
    Viel eher sehe ich in Deinem Blog einen grossartigen Beitrag dazu, denn er enthält Neugier, Toleranz und immer wieder den Mut sich selber auch zu hinterfragen. Was bekanntlich das Gegenteil von Dogmen ist.

  6. Thinkabout · 30. Januar 2008, 10:27 · #

    @seelenleerer: Wunderbar, was Du meinem Blog zutraust und in ihm siehst, und ich werde auch nicht müde werden, an dem Ort, an dem ich hingestellt bin in diesem Geist zu schreiben und zu leben. Dennoch braucht es auch den Umgang mit Geld, wenn es denn schon bereit ist, sich menschlich profitabel einsetzen zu lassen, damit möglichst viel Freiraum entsteht, dass mehr Menschen können, was ich versuche: Frei denken und fühlen.

  7. SeelenLeerer · 30. Januar 2008, 16:10 · #

    Dann solltest Du mit dem Geld eine Thinabout Stiftung einrichten.


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