Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Vom Versuch, Liebe ohne Sex zu beschreiben...

∞  1 April 2008, 11:37

In der neuen Facts 2.0 – Kolumne beschäftige ich mich mit der zunehmenden Sexualisierung unserer Gesellschaft (Ende nicht abzusehen…):

Ans Licht gezerrt wird jede Schönheit stumpf. Ein Mutmacher für den Versuch, Schönheit zu enthüllen, aber nicht zu entblössen.

weiterlesen

  1. Tina · 2. April 2008, 05:40 · #

    Es bleibt doch gerade heute immernoch jedem selbst überlassen, für welche Art Erotik er sich entscheidet. Gerade unter Beachtung des Jugendschutzes bekommt man auch als Erwachsener nur selten etwas übergestülpt, was man nicht will. Keiner wird gezwungen, sich abtörnende Pornografie anzuschauen, sie ist nur ein Angebot wie so vieles im Leben….

    Und ich bezweifle, daß die Jauchzer-Schow ein Grund zur Diskussion bzw. Faszination böte, die meisten leisen Mitteilungen erreichen auch nur die Hellhörigen. Viele hätten davor gelangweilt schon umgeschaltet, behaupte ich mal….

    Sex als intimes und verletzbares Gefühl, als größtes Geschenk des Vertrauens, ja der Seele, mit dem man die Liebe zum Partener ausdrücken kann, läßt sich meines Erachtens nicht in einer Jauch-Show rüberbringen, sondern ensteht nur in der Stille zwischen zwei Menschen….

  2. manon · 2. April 2008, 08:38 · #

    Das ist das Geheimnis: ..entsteht in der Stille zwischen zwei Menschen..

    Aus der Tiefe.

    Ein schöner Kommentar. :)

  3. Richard · 3. April 2008, 17:57 · #

    aus “die strudelhofstiege seite 17 “
    ( In dieser Ehe waren jetzt noch, bei heranwachsenden Kindern und einer Dauer des Zusammenlebens von bald vierzehn Jahren, die Nächte eine Angel, welche im Dunkel eingepflanzt, jeden hellen Tag um sich schwingen ließ und seinen Kreislauf von sich abhängig hielt. Hier, im Kerngehäuse seiner Lebensumstände, hatte Oskar ein Beben beobachtet, dessen Nachschwingen in helleren, dem Tage angehörenden kleinen Umständen ihm als notwendig und selbstverständlich erschien. Die seit einiger Zeit gesteigerte Hingabe seiner Gattin und die unausbleibliche Wechselwirkung davon auf ihn selbst und auf sie selbst wieder zurück- so daß dem Gott Eros schon von beiden Seiten her gesteigert gespendet war- legte um die Frau eine knisternde Aura, welche nur einem völlig Stumpfen hätte entgehen können, nie aber demjenigen, dessen Begehrlichkeit ohnehin schon aus ihren Handgelenken, aus den Schläfen, Schultern und dem Rocksaume lange Funken zog, kaum zu verbergende.)
    S.g.H. TH,
    Ihr Beitrag in Facts sowie die dortigen diversen Kommentare und auch hier auf diesem Blog haben mich stark beschäftigt und ich fand diese Stelle aus meiner Sicht und Lebensabschnitt passend, denn wann nimmt der heutige, moderne Mensch schon Zeit. Fast food in jeder Beziehung im wörtlichen Sinn.
    Hoffe daß die mit Beiträgen Ihrer Art eingeleitete Bewusstseinsveränderung auch zeitversetzt eine Verhaltenveränderung mit sich bringt.
    Danke Ihnen und allen Kommentatoren für die Gedanken und aufgewendete bzw. eingebrachte Zeit. Ein hoffnungsvoller Mensch

  4. Thinkabout · 3. April 2008, 19:25 · #

    Hallo Richard
    Sie können sich gar nicht vorstellen, wie ich mich über Ihre Zeilen freue. Wunderschön auch, dass Sie ganz selbstverständlich das Wesen der Zeit und unseren Umgang damit in unserem Begegnen erwähnen.
    Danke für Ihren Dank. Und Ihr eigenes Geschenk.

  5. Thinkabout · 3. April 2008, 19:38 · #

    Liebe Tina
    Das sehe ich ganz anders:
    Es bleibt doch gerade heute immer noch jedem selbst überlassen, für welche Art Erotik er sich entscheidet. Gerade unter Beachtung des Jugendschutzes bekommt man auch als Erwachsener nur selten etwas übergestülpt, was man nicht will. Keiner wird gezwungen, sich abtörnende Pornografie anzuschauen, sie ist nur ein Angebot wie so vieles im Leben….
    Sieh Dir mal das Werbeprogramm der Privaten an, zu fortgeschrittener Stunde. Oder Werbung auf Plakaten ganz allgemein. Nein, liebe Tina, die Gesellschaft wird ohne Grenzen weiter sexualisiert, und der berühmte Knopf, den man drücken kann, den gibt es als banales Argument für die bequeme Gleichgültigkeit des Einzelnen. Frage mal die Eltern, wie hilflos sie sind im Umgang mit ihren Kinderhandys, auf denen so ziemlich alles angezeigt wird, ausser Telefonnummern. Jugendschutz???? Da kann ich nur lachen. Bitter lachen, allerdings.

    Und ich bezweifle, daß die Jauchzer-Schow ein Grund zur Diskussion bzw. Faszination böte, die meisten leisen Mitteilungen erreichen auch nur die Hellhörigen. Viele hätten davor gelangweilt schon umgeschaltet, behaupte ich mal….

    Das bezweifle ich auch: Im Titel heisst es einleitend: Stellen Sie sich vor… Es wird nicht nur diese Sendung, es wird dieses Buch nicht geben. Weil es sich niemand mehr vorstellen kann. Genau darum macht das so traurig.

    Sex als intimes und verletzbares Gefühl, als größtes Geschenk des Vertrauens, ja der Seele, mit dem man die Liebe zum Partener ausdrücken kann, läßt sich meines Erachtens nicht in einer Jauch-Show rüberbringen, sondern ensteht nur in der Stille zwischen zwei Menschen…

    Und wenn darüber mehr Bücher geschrieben würden, und tiefere, dann würden Menschen in diesem Mut, dies zu leben, gestärkt werden.

  6. Tina · 4. April 2008, 07:06 · #

    Lieber Thinky,
    Ich verfüge tatsächlich leider nur über Programme, die unsere Hochhausantenne auf den Bildschirm zaubert: das sind 24 und darin sind keine privaten Sender enthalten. Diese Auswahl reicht mir, zumal ich auch meistens um 21.00 Uhr bereits im Bett bin. Vielleicht solltest Du Deine Schlafgewohnheiten ändern? ;-) sfg

    An der Werbung auf Plakaten allgemein stört mich viel mehr, daß meistens nur makellose Körper darauf zu sehen sind, die bei Teenies schon frühzeitig Zweifel an der eigenen Schönheit aufkommen lassen. Die Schönheits-OPs boomen, ja sogar das “Fettabsagenlassen” entwickelt sich schon zur Geschenkidee…..DAS finde ich krank!

    Trotz Nachdenken fällt mir spontan kein einziges Plakat ein, von dem ich mich sexuell berührt – geschweige denn belästigt – fühlte…

    Wie Du immer sagst: Vielleicht liest auch jeder genau das, was er lesen will, mir geht der Konsumzwang viel mehr auf den Keks, weil ich mir dann z. B. mit meinem 1 Jahr alten Handy ohne Videofunktion oft wie der allerletze Hinterwäldler vorkomme….. Dir sticht vielleicht eher die Sexwerbung ins Auge, weil Du Dich davon provoziert fühlst….

    Thinky, ich finde das von Dir angeschnittene Thema wichtig, und bei Facts hat sich eine sehr offene Diskussion dazu entwickelt, die mich sehr interessiert, auch wenn ich hier und da literarische Lücken habe….

    Wobei ich abschließend sagen möchte: ich bräuchte weder ein einfühlsames Buch noch andere Inspiration. Ist alles in mir. Ich brauche (und habe glücklicherweise) einen Partner, mit dem ich meine Gefühle leben kann. Ich denke mal bei den meisten genügte eine Portion Selbstbewußtsein, um die Phantasie und die Lust, die sie in sich spüren ihrem Partner zu schenken….ohne irgendwelche Selbstzweifel zu entwickeln….

  7. Tina · 4. April 2008, 07:13 · #

    P.S.: Mit “keine privaten” meine ich Pay-TV…


Kommentare dieses Blogs abonnieren: RSS-Feed

Textile-Hilfe