Mein Schreiben, mein Atmen

Manfred Hinrichs Ausspruch beschreibt meine Motivation für dieses Tagebuch meines Denkens und Fühlens.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Wann müssen wir zurück auf Feld 1?

∞  16 November 2009, 20:47



Unsere Welt ist einfach verrückt, und ich werde an ihr auch noch irre werden. Ja, würde ich mich auf uns einlassen, wirklich mir unser Tun vergegenwärtigen, so wäre mir Schlaf wohl unmöglich.
Wir hören im Sommer von einer Schweinegrippe in Mexiko. Führende Immunologen und Forscher wie Beda Stadler, die für religiöse Weltbilder nur ein verächtliches Lächeln übrig haben, malen Schreckensszenarien in allen Medien, und innert Wochen muss sich die Migros dafür verantworten, wie leichtsinnig es eigentlich ist, keine Mundschutz-Multipackungen mehr auf Lager zu haben. Dabei dürfte sich die Migros selbst am meisten geärgert haben, vom goldenen Geschäft nicht noch mehr profitieren zu können…
Derweil rettet die Welt für viele hundert Milliarden marode Finanzunternehmen auf der ganzen Erde, um die Wirtschaftssysteme weiter pulsieren zu lassen. Und die Abwrackprämie für innert kurzer Zeit zu verschrottende Autos in Deutschland ist praktisch so hoch wie der Bildungsetat des Bundeshaushalts für ein ganzes Jahr.
Die Klimaerwärmung macht sich bemerkbar – immerhin ist sie jetzt keine Erfindung der Linken mehr. Man ist sich sogar einigermassen einig, wie der Verknappung der Landreserven zur Nahrungsmittelproduktion beizukommen wäre – aber nicht, wie es finanziert werden soll. Finanzbedarf dafür: Ein Tausendstel der Summe, die in der Finanzkrise weltweit vernichtet wurde.
Derweil kaufen westliche und industrialisierte asiatische Staaten Landwirtschaftsland in Afrika auf. Es gilt für jene Zeiten vorzusorgen, wenn der Mangel noch knapper sein wird…
Und nun frage ich mich: Wenn der Mensch seine Intelligenz dafür einzusetzen vermag, jedem Ding auf den Grund zu gehen und z.B. das menschliche Erbgut zu entschlüsseln, und er sich in der Folge einbildet, Leben schaffen und Fehlentwicklungen beheben zu können, was wird er damit wirklich anstellen?
Mir graut vor unseren Möglichkeiten. Und vor unserer Überheblichkeit. Und vor der Gier auch. Sie wird noch ganz andere Erscheinungen gebären. Nur eines ist klar: Die Natur reagiert sofort auf unsere Raubzüge. Und es dürfte durchaus zu ihrer ureigenen Überlebensstrategie gehören, dass wir so einiges nicht früher mitbekommen. Wahrscheinlich kann sie einfach besser ohne uns, und sie wird sich denken, dass sie besser dran ist, wenn es eines Tages heisst: Das ganze nochmals von vorn, zurück auf Feld 1.


Link:
Chapatte: Cartoons




Kommentare

  1. Michael Kostic · 17. November 2009, 04:32 · #

    Systeme schwenken sich aus, so also auch das menschliche. Zu jedem Extrem, gibt es ein Gegenüber. Zu jedem Irr-, ein Sinn.

    Die Fragen die wir uns täglich stellen sollten sind daher grundsätzlicher Art: “Wo stehe ich in dem Spiel das ich wahrnehme?” und “Was kann ich tun, so ich nicht unreflektiert dahingleiten will, um mitzusteuern bzw. beizutragen?”

    Unnütz zu implizieren die Natur wäre ein Wesen. Wir sind per se unwichtig. Nur und einzig unser Handeln verleiht unserer Existenz ein gewisses Gewicht in unserer Spezies. Dieses Handeln wiederum hat eine eigene Farbe, Farbe ist Geschmack und über den lässt sich bekanntlich ja nicht streiten…


Kommentare dieses Blogs abonnieren: RSS-Feed
Bitte beim Absenden immer erst Vorschau anwählen, danach einmal auf Absenden clicken und etwas Geduld haben. Danke.

Textile-Hilfe