Warum Grosszügigkeit so selten ist
Gibt es die Grosszügigkeit? Sie wäre ja frei von Erwartung. Ohne jedes Kalkül. Sie würde handeln, weil sie um das Rechte weiss – und es will. Nein. Täte sie einfach dies, so würde sie “Ausgleich” heissen, oder “Gerechtigkeit”. Also bietet die Grosszügigkeit mehr. Sie vergleicht nicht. Sie teilt einfach zu. Verschenkt. Ist die Grosszügigkeit das, was sie sich brüstet, so ist sie ohne Berechnung, kennt keine Forderung nach Gegenleistung. Darum ist sie bei Politikern so selten. Diese tun nichts ohne Gegenleistung. Sie wollen gewählt werden. Und wenn sie gewählt sind, dann müssen sie ihr handeln vor ihrem Volk rechtfertigen. Deswegen ist Grosszügigkeit unter ihnen wohl so selten. Es hiesse, dem Volk zuzumuten, an das Gute der anderen zu glauben – und wäre auch damit und darin schon Kalkül. Nein. Grosszügkigkeit ist nur dort möglich, wo ich mein Handeln und meine Einstellung nur mit mir selbst auszumachen habe.
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Uwe · 28. März 2010, 14:44 · #
Ist Grosszügigkeit selten? Vielleicht. Es ist schwer, grosszügig sein, wenn man selbst abhängig und bedürftig ist.
Thinkabout @ Uwe · 28. März 2010, 15:04 · #
Oh, die Grosszügigkeit gibt es auch als Grossmut. Und sie fällt dem, der ganz wenig hat oft leichter als dem, welcher Überfluss kennt. Wer nichts zu verlieren hat, entdeckt das Teilen oft leichter.
Uwe · 28. März 2010, 15:45 · #
“Wer nichts zu verlieren hat, entdeckt das Teilen oft leichter.” Klar, denn dann kann man beim Teilen nur gewinnen. ;)
Nein, abhängig und bedürftig sein hat nichts damit zu tun, wieviel man besitzt. Das Gefühl, genug zu haben und zufrieden zu sein, ist relativ unabhängig von der Quantität des materiellen Besitzes. Wesentlich ist es, frei von der Angst zu sein, unversorgt zu sein oder zu werden. Wer diese Angst nicht hat, kann grosszügig sein, wer sie hat, der tut sich schwer. :)