Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Wenn es doch Osterhasen wirklich gäbe...

∞  26 April 2007, 18:39

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie unsere Fleischindustrie unseren zu Festtagen wie Ostern ansteigenden Bedarf zu decken versucht? Nun, selbstverständlich wird vorgesorgt und entsprechend produziert. Eier zum Beispiel. Dafür braucht es Legehennen. Die werden gezüchtet, damit sie eben legen: Besonders schöne und vor allem normgerecht grosse Eier. Legehennen sind keine Poulets in spe, denn längst werden dafür andere Hühnchen mit extra feiner fester Brust gezüchtet. Das können Hühner, die nichts anderes tun, als Eier zu legen, wenn auch besonders gut, nicht bieten. Aus ihnen werden Suppenhühner. Dummerweise ist der Bedarf dafür leider rapide geschrumpft. Die Legehennen müssen aber trotzdem weg, denn Produktionsfaktoren zu füttern, ohne das Resultat verkaufen zu können, ist wirtschaftlicher Selbstmord. Also müssen sie “entsorgt werden”. Auch die 80%, die nicht im Suppentopf landen können. Fragen Sie bitte nicht nach, wie. Ich will Ihnen nicht noch mehr in die Suppe spucken…

Was geschieht mit den Legehennen nach Ostern?
Fragt food.news


***

Einen schlagenden Beweis dafür, wie fremd uns das Suppenhuhnn geworden ist, habe ich bei Uli Stein gefunden.

dokumentiert bei lippische Praxisnetze

  1. Meg · 26. April 2007, 19:39 · #

    Bitte, sagen Sie, dass diese Supperhühner exportiert werden – nach Polen oder in andere Länder.
    Verdammte Wohlstandgesellschaft ;( Warum schaut man hier nicht über den Suppenhühner-Teller und stopft die hungrigen Mäuler der eigenen Nation?

  2. Thinkabout · 26. April 2007, 19:58 · #

    Nein, liebe Meg, sie werden nicht exportiert. Genau so wenig, wie seinerzeit bei der Maul- und Klauensäuche das Rindfleisch nicht – obwohl unbedenklich – nach Nordkorea eingebüchst gesandt wurde (zu teuer), allein in Great Britain mehrere hunderttausend Stück Vieh. Sie wurden geschlachtet und verbrannt…

    Auch hier werden die Hühner – laut Artikel – geschlachtet. Und danach… siehe oben

  3. Meg · 26. April 2007, 20:02 · #

    Das habe ich befürchtet. ;( Ich vermeide es, Lebensmittel wegzuwerfen. So bin ich erzogen worden. Wenn es denn aber mal sein muss, habe ich ein schlechtes Gewissen. Nützt nur nichts.

  4. Thinkabout · 26. April 2007, 20:36 · #

    ist aber dennoch nicht unnütz, liebe Meg. Denn mit diesem Rüstzeug an Erziehung haben Sie immerhin die Möglichkeit, das, WAS Sie essen, auch zu ehren – durchaus auch, indem Sie es geniessen.

  5. Tina · 27. April 2007, 06:18 · #

    Was kann man denn noch mit Genuß essen?...Ach ja, Schokolade!

    Der Normalverbraucher und -einkäufer schleppt sich doch grundsätzlich mit seinen Einkäufen irgendwelche Gifte – oder zumindest sich auf den Körper negativ auswirkende Produkte mit nach Hause.
    Obst und Gemüse: Pestizide! Fleisch: Antibiotika! Fisch: Schwermetalle!

    Der Knackpunkt ist auch, daß die üblichen großen Handelsketten wenig Produkte von Biohöfen anbieten.
    Und selbst wenn ich gerne die höheren Preise für den Genuß eines Stück Fleisches aus artgerechter Freilandhaltung zahlen würde: ich bin mir nicht sicher, ob ein in Finanznot geratener Biohofbesitzer nicht gerade aus seiner misslichen Lage heraus ein bißchen Billigware aus “egal-woher-haupsache-günstig” dazuerworben hat, das dann auf meinem Teller liegt….
    Monate später gerät der Skandal dann in die Schlagzeilen und mich würgts nachträglich….Stichwort Gammelfleisch!

    Ich sehe da auch die Politiker gefordert, nicht nur den Kunden, der sein Kaufverhalten oft auch nach den ihm gegebenen Möglichkeiten ausrichtet.
    Ich bin mir auch nicht sicher, ob jeder Einkäufer unterschiedlichsten Bildungsstandes diesen spitzfindigen Unterschied zwischen Bodenhaltung und Freilandhaltung kennt….


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