Mein Schreiben, mein Atmen

Manfred Hinrichs Ausspruch beschreibt meine Motivation für dieses Tagebuch meines Denkens und Fühlens.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Wissen will erfahren werden

∞  19 Juli 2007, 23:48

Themen: SMS zum Tag und
Zeit und Leere

Dem „Aha“ sollte ein Tun folgen und kein „ich weiss“. Darum hat die Erfahrung so viel Autorität: Sie erzählt von den Beulen aus konkreten Versuchen.



Wir beurteilen am Ende unser Leben wohl selbst eher anhand unserer Taten als über unser Wissen:
Nur was wir von unseren scheinbaren Erkenntnissen auf den Teppich gebracht, also erprobt haben, wird auf dem Totenbett nicht belanglos.


Kommentare

  1. Seelenleerer · 20. Juli 2007, 05:38 · #

    AHA
    und ich Simpel dachte, das Anhäufen von Statussymbolen sei das Ziel, weil Allewelt auf dem Weg zum Totenbett so danach zu dürsten scheint.

    Nun WEISS ICH,
    dass ich mich vor den Blessuren meiner Erfahrungen nicht zu fürchten brauche,
    denn ich bin ja kein Gebrauchtwagen, dessen Wert sich dadurch mindert.

    Oje, nun liess ich dem AHA kein TUN folgen, sondern kEIN ICH WEISS.
    Das war dann wohl die Erfahrung wert.

  2. Seelenleerer · 20. Juli 2007, 05:52 · #

    Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass es mir manchmal den Teppich unter den Füssen wegzieht, weil ich zu übermütig werde vor lauter Lebensfreude.

    Nehmt bitte nicht alles Ernst, was ich so schreibe.
    Oder noch besser, nehmt gar nix davon Ernst.
    Vertraut Euch selber, denn nur so könnt Ihr Eure eigenen Erkenntnisse ausprobieren.

    Das wird dann wohl die Erfahrung wert sein.

  3. Caro · 20. Juli 2007, 07:16 · #

    Wobei das Tun nicht nur aus Aktivität besteht sondern durchaus auch nur ein Verstehen vom Aha-Effekt ausgelöst werden kann. Vielleicht ist das “nicht-mehr-wehren dann das Tun.

  4. Seelenleerer · 20. Juli 2007, 07:24 · #

    So wie es den Thunfisch erst zu dem macht
    wie wir ihn kennen
    indem er sich nicht mehr wehrt
    passt Meer in die Büchse.

  5. Margit Farwig · 20. Juli 2007, 11:32 · #

    Seelenleerer: Gratulation zu dieser Lebensfreude.

    Mit anderen Worten:
    Auf dem Totenbett melden sich leider verstärkt die Erkenntnisse, die wir unter den Teppich gekehrt haben. Sie kommen mit Riesenfratzen auf uns zu und wollen eine Antwort haben, anders kann ich mir die Vergebung haben wollende Beichte nicht erklären.

  6. Seelenleerer · 20. Juli 2007, 13:54 · #

    Ach, Sie beichten nur auf dem Totenbett? ;-)

    Wenn wir uns doch so nach Vergebung sehnen,
    warum vergeben wir uns nicht einfach alles?

    Wenn wir uns doch so nach Liebe sehnen,
    warum lieben wir uns nicht einfach für alles?

    Wozu warten?

    Erlauben sie mir, diese Antwort gleich selber vorweg zu nehmen.
    Wir glauben, es uns erst verdienen zu müssen.
    Wegen der Ursünde? Längst verjährt.
    Wegen der Erziehung zu braven Bürgern? Wer dankt uns dafür?
    Wieso eigentlich?

    PS: Verdienen/nicht verdienen erinnert irgendwie an den Räuber des Vergleichens.

  7. Tina · 20. Juli 2007, 16:52 · #

    Dem “Aha” folgte in meiner Jugend viel öfter ein Tun, heute eher ein “schaun mer mal” oder sogar ein “ich weiß”.

    Alles hat seine Zeit, man sammelt seine Erfahrungen und je schwerer dieser Rucksack wird, desto weniger risikofreudig und unternehmungslustig wird man – so kommt es mir zumindest vor….

    Ich bin froh, zu jeder Zeit “gelebt” und nichts auf später verschoben zu haben – somit auch keinen verpassten Gelegenheiten nachzutrauern.

    Vieles reizt mich heute nicht mehr…und viele Weichen sind fest eingestellt in Richtung Sicherheit statt Risiko. (Beruf, Partner, Wohnsitz…)
    Liegts am Alter, der Bequemlichkeit…den Enttäuschungen? Wie gelingt es mir die Neugier und Begeisterung zu behalten? Damit ich Veränderungen nicht mit Angst/Vorsicht sondern mit offenen Armen begegne….

  8. Margit Farwig · 20. Juli 2007, 17:23 · #

    Seelenleerer:
    Ich beichte nicht mal unterm Teppich. :)

  9. Seelenleerer · 20. Juli 2007, 17:55 · #

    Dafür gibt es vermutlich soviele Rezepte, wie es Menschen gibt, oder sogar noch mehr, wenn frau die Niedergeschriebenen noch dazu zählt.

    Darf ich Deine eigenen Worte benutzen, um einen Anstoss zu geben?

    Du schreibst von der Last des Rucksackes, der den Weg beschwerlicher macht.
    Zum einen ist es sein Gewicht, dass den Aufstieg erschwert, zum anderen die darin eingelagerten Erfahrungen. Diese Erfahrungen haben jedoch nur Gewicht, wenn Du ihnen Wert beimisst. Wenn du Deinen nächsten Schritt in Relation zu Diesen Erfahrungen sezt und gewichtest.
    Gerade Neugier und Offenheit verhindern diese Beziehung zwischen dem Jetzt und Deinen Erfahrungen. Blöd gesagt, können wir sogar kreativ WC reinigen, indem wir vor die Toilette hinstehen, als hätten wir noch nie eine gereinigt. Wachheit dem Moment gegenüber, oder auch Meditation genannt.

    Dadurch gelangen wir zum nächsten Punkt.
    Sobald wir in Wachheit uns selber gegenüber tretten, taucht meist sehr schnell der Schmerz auf. Nicht umsonst hast Du all diesen Ballast in Deinem Rucksack verpackt. Alle Erfahrungen die Du nicht verarbeiten konntest, hast Du/Wir einfach mitgenommen. Um sie später mal zu verarbeiten, wenn Du Dich stark genug fühlen solltest.
    Genau dieser Schmerz hält uns nun davon ab, unsere Arme zu öffnen. Könnt ja wieder weh tun.

    Du schreibst:
    Damit ich Veränderungen nicht mit Angst/Vorsicht sondern mit offenen Armen begegne…
    Darin liegt schon die Antwort verborgen, sobald Du die Angst (meist vor dem Schmerz) uberwunden hast, bist Du frei.

    Genau genommen geht es “nur” um die Heilung des Schmerzes, den Dir Deine Erfahrungen zu gefügt haben.
    Das sagt sich so einfach am anderen Ende des Internets, magst Du nun denken. Klar, mir tut dein Schmerz nicht weh. – Nichts desto trotz, wirst Du diesen Schmerz auflösen müssen. Schliesslich ist es der Deine ;-)
    Ich kümmere mich derweil um den meinen ;-O

    Damit es nicht arg so unlösbar erscheint, noch ein paar Tips.
    Lass Dir Zeit.
    Ja, im Ernst, seit wievielen Jahren trägst Du diese Last schon? Da kommt es auf ein paar Tage mehr oder weniger wirklich nicht an und ganz nebenbei, ohne Druck und Erwartungen gehts leichter.
    Wenn Du eine Last trägst, beweist dies nur, dass Du auch fähig bist, sie zu lösen.
    Unsere Erlebnisse sind eigentlich Zeugen unseres Könnens, bloss vergassen wir dies im Moment des Schreckens.
    Liebe heilt.
    Der Liebe wird soviel zugeschrieben, aber ihr wahres Mysterium ist, dass sie die Kraft zum heilen hat. Probiere es aus, aber denk daran, vorallem Dich selber für die Ereignsse zu lieben, denn sie sind Boten Deiner Grösse.

    Klingt das jetzt zu schwülstig?
    Was solls.
    Fast vergass ich noch einen alten Zaubertrick.
    Wer atmet, kann nicht denken und das Denken verbindet uns am stärksten mit unseren Erinnerungen.
    In diesem Sinne, lasst uns alle wieder mal durch atmen.

  10. Seelenleerer · 20. Juli 2007, 17:59 · #

    Da bin ich aber froh Margit.

    Wie steht es mit:
    Unter den Teppich kehren?
    Oder besser noch:
    Unter dem Teppich kehren?
    Oder gar:
    Den unteren Teppich kehren?

  11. Margit Farwig · 20. Juli 2007, 19:34 · #

    Es ist ratsam, sich einen Teppichsauger an Land zu saugen. Für die so gewonnene Zeit kann man 1 – 3 Limmericks zurecht bürsten. Sozusagen als Kehraus.

  12. Seelenleerer · 20. Juli 2007, 20:21 · #

    Kehraus
    und das
    Tagein?

  13. Margit Farwig · 20. Juli 2007, 20:38 · #

    Tagaus!!!

  14. Seelenleerer · 20. Juli 2007, 20:55 · #

    Stimmt
    der Tag ist aus!


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