Zigarettenrauch
Wir kriegen heute Abend Besuch. Sie ist Gelegenheitsraucherin, na ja, ein bisschen mehr. So viel mehr, dass für sie das gemütliche Beisammensitzen ohne ein oder drei oder fünf Zigarettchen “nicht dasselbe” wäre.
Ich bin ein gutmütiger Geist (Vorsicht: Eigeneinschätzung) und habe eigentlich grundsätzlich nichts dagegen. Aber ich staune immer wieder – und ärgere mich je länger je mehr auch darüber – wie sehr schon ganz wenige Zigaretten Rauchgeruch entwickeln, den wir danach auch mit gründlichem Lüften kaum aus der Wohnung bringen.
Nun bin ich als passivrauchendes Kind aufgewachsen und kenne – eigentlich – ganz anderes, sollte also abgehärtet sein. Aber wenn man es danach anders kennen gelernt hat, ist die Sensibilität dafür vielleicht noch grösser. Was ich dabei einfach nicht verstehen kann:
Zigarettenrauch hat einen so beissenden, giftigen, absolut unpersönlichen Geruch, der jeden anderen Duft geradezu verbrennt. Ich habe Freunden schon gesagt, wie schade dass das wäre: Wenn ich Dich zur Begrüssung oder zur Verabschiedung in den Arm nehme, kann ich nichts anderes riechen als deine Zigaretten. Es ist mir schleierhaft, dass man sich an einen solchen Geruch so sehr gewöhnen kann. Und ich finde eigentlich, dass nichts einen schweren Raucher so nachdenklich machen sollte, wie diese Tatsache. Man gibt eine Vielfalt möglicher Wahrnehmungen auf für den einen Genuss, den man schon bald unachtsam konsumiert… Denn wirkliche Genussraucher kenne ich nur ganz wenige. Einen einzigen, um genau zu sein.
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Dani · 28. Oktober 2010, 17:31 · #
Keinen Balkon zu Hause?
Dafür schmeckt man heute in den Bars, Clubs und Disco’s den “feinen” geschmack von Schweiss und üblen Deos, etc.
Uwe · 28. Oktober 2010, 18:08 · #
“Es riecht der Mensch, solange er lebt.”
Und danach wird´s auch nicht besser …
Kann man sich nicht an fast alles gewöhnen? Als Kind ekelt man sich meist vor Zigaretten, Alkohol, Kaffee … aber wenn man später gelernt hat, daß das Zeug “gut” ist, dann kommt man nicht mehr davon weg.
Relax-Senf · 29. Oktober 2010, 00:44 · #
“Philosophische” Blogger-Betrachtungen lassen immer Spielraum für Leser Interpretation. Ein Grund um zu Schmunzeln und einen Piep zu hinterlassen. @Uwe differenziert und auch ich empfinde Vieles relativ. Thinkabout Textteile kann ich 1 zu 1 übernehmen um den Aufruhr meiner Riechnerven zu beschreiben, wenn ich passiv an einem Tisch sitze wo Fondue genossen wird. Es ist Disziplin, die mich aushalten lässt und dies “nur”, wenn es Leute sind, die es mir Wert sind. In diesem Moment bekommt Frau Relax sicher keinen Kuss von mir und NIE würde ich in diesem Moment das Essbesteck mit ihr teilen, was ansonsten kein Problem ist. Übrigens gibt es für mich keinen Kuss von Frau Relax, wenn ich gerade meiner Lust nach salzigen Peanuts nachgegeben habe.
skriptum · 29. Oktober 2010, 14:27 · #
Als passionierte Raucherin ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich in einem Nichtraucher-Haushalt nicht rauche! Entweder lasse ich es ganz oder ich gehe zwischendurch mal raus.
Warum? Irgendwann sagte mir mal eine Freundin, dass sie den Geruch von Zigaretten bis zu sechs (!) Wochen nicht mehr aus ihrer Wohnung bekommt. Daraus resultiert für mich, dass ich bei NRs auf die Glimmstengel verzichte. Das ist für mich eine Form von Höflichkeit, auf die ich nicht verzichten möchte.
Umgekehrt ist es ebenso selbstverständlich, dass es in meiner Wohnung keine Diskussionen gibt, wenn ich rauche, während Nichtraucher zu Besuch sind.
Das alles funktioniert übrigens seit sehr vielen Jahren; auch ganz ohne “Raucherdiskriminierungsgesetz”. ;o)
Nebenbei bemerkt: Obwohl ich rauche verfüge ich über einen äußerst guten Geruchssinne (manchmal leider) und Ärzte bewundern immer wieder, was für hervorragende Sauerstoffwerte ich im Blut habe.
Nebenbei bemerkt (2): Regelmäßiges Duschen und Haarewaschen nebst noch regelmäßigerem Händewaschen schützt sehr zuverlässig davor, bereits durch bloße Anwesenheit als Raucher/in errochen werden zu können! ;o)
Marianne · 29. Oktober 2010, 21:18 · #
Seit einigen Jahren rauche ich nur noch auf dem Balkon – auch bei winterlicher Kälte. Nie rauche ich bei Nichtrauchern, was auch die Wohnungen unserer Kinder betrifft. Mein Arzt hat nichts auszusetzen. Ich huste nie und rieche auch nicht nach Rauch. Zähneputzen, Mundspühlung und Wasser und Seife, sowie frische Kleider sind das beste Mittel, nicht unangenehm aufzufallen. Aber aufhören – warum auch. Das ist mein Luxus und niemand hat mir etwas zu befehlen, ich hasse nichts so sehr, wie wenn mir jemand seinen Willen aufdrängen will.
Claudia · 30. Oktober 2010, 10:24 · #
Man gewöhnt sich an JEDEN Geruch! Die Arbeiter in der Kanalisation bemerken z,B. den Gestank nicht mehr.
Zum Rauch vertreiben eignen sich Räucherstäbchen mit reinigenden Düften: Zitrone, Orange, Sandelholz, Salbei… wenn ich gut lüfte und dann diese Stäbchen abbrenne, fühlt sich auch ein Nichtraucher in meiner Wohnung nicht belästigt.
In Nichtraucher-Wohnungen würde ich nicht rauchen.