Mein Schreiben, mein Atmen
Manfred Hinrichs Ausspruch beschreibt meine Motivation für dieses Tagebuch meines Denkens und Fühlens.
Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.
Ich melde mich hier anonym als Gastschreiber zu Wort. Ich komme aus Deutschland und möchte einmal aus meiner Sicht ein paar Worte loswerden.
Die Deutschen (und nicht nur sie, aber sie ganz besonders) müssen für sich selbst ganz klar formulieren, welche ihre eigenen Werte sind, was ihre eigene Kultur ausmacht. Dann erst können sie diese auch zeigen und dazu stehen, anstatt immer nur nebulös ihre angebliche Toleranz gegenüber anderen Kulturen zu betonen. Erst dann werden sie ja für die anderen sichtbar. Wer aber selbst keine Konturen zeigt, muss sich nicht wundern, wenn sie von anderen weder gesehen noch respektiert werden. Und genau hier liegt der Ansatz für ein besseres Miteinander.
Anstatt ständig zu tolerieren, von muslimischen Mitmenschen nicht ernst genommen zu werden, zuzulassen, wenn unsere Kinder von den türkischen Mitschülern gehänselt, beschimpft und als Nazis abgestempelt werden, bloß weil sie sich gegen deren Übergriffe wehren, ist es an der Zeit, für die eigenen Standpunkte zu arbeiten und sich diese klar und bewusst zu machen. Doch es muss erlaubt sein, den anderen die Grenzen zu verdeutlichen, ohne gleich aus den eigenen Reihen als Ausländerfeinde ausgebuht zu werden. Es muss den ausländischen Mitmenschen einfach nur klar gemacht werden, dass es in Deutschland, genau wie in jedem anderen Land auch, Sitten, Bräuche, Gewohnheiten, Gesetze und Regeln gibt, die einzuhalten von ihnen auch erwartet wird und dass jeder, der sich nicht daran halten will, eben mit entsprechenden Konsequenzen zu rechnen hat.
Das hat absolut nichts mit Rassismus zu tun! Es hat mit Souveränität und Gelassenheit zu tun. Eine Gesellschaft, die ihre eigene Kultur kennt und dazu steht, kann sie gegenüber anderen abgrenzen und somit auch die anderen als anders akzeptieren und tolerieren. Eine Gesellschaft, die zulässt, wenn ihre Grenzen ständig von anderen ungefragt überschritten werden (weil die es auch gar nicht anders können, wenn sie die Grenzen nicht sehen), muss zwangsläufig einen unterschwelligen Groll gegen die anderen aufbauen, der möglicherweise dann wirklich in rassistische Gedanken und Taten umschlägt. Und dann sind wir wieder genau da wo wir vor dem zweiten Weltkrieg schon einmal waren.
Diese angebliche Toleranz, von der immer mehr Stimmen fordern, sie endlich fallen zu lassen, ist in Wirklichkeit auch keine, es ist vielmehr die Angst davor, von anderen immer wieder mit den Nazis des dritten Reiches auf eine Stufe gestellt zu werden. Das wissen viele Ausländer ganz genau und nutzen diese Angst aus, um den ungeliebten Deutschen im eigenen Land zu demonstrieren, wer die besseren Menschen sind, oder aber ihre eigenen Parallelwelten aufzubauen, wohl wissend, dass sie dort niemand behelligt.
Und nun zu der Schweizer Entscheidung. Als ich das Ergebnis gelesen habe, waren meine inneren Empfindungen voller Widersprüche. Einerseits irgendwo ein Schamgefühl, auf der anderen Seite Erleichterung. Erleichterung? Warum? Dass eine Mehrheit eines Volkes, einer Nation, es wagt, eine solch unpopuläre Entscheidung zu treffen gegen alle derzeitige politische Korrektness. Unpopulär, aber sie ist da, wir alle müssen uns endlich mit dem Thema beschäftigen.
Ich dachte an Klassenfeste, auf denen Türken ihren eigenen Grill mitbrachten und abseits aufstellen, damit kein Schweinefleisch ihr Essen verunreinigt. An meine Kinder, die als Nazis beschimpft werden, bloß weil sie sich gegen die Übergriffe ihrer türkischen Mitschüler wehren. An Elternabende und Elternstammtische, an denen so gut wie nie türkische Eltern teilnahmen, obwohl der Anteil der türkischen Schüler in der Klasse ein Drittel betrug. Und die sehr wohl ein Thema auf diesen Elternversammlungen waren. Nur die, die wirklich etwas dazu hätten sagen können, waren für uns schlicht unsichtbar, nicht da, nicht vorhanden.
Eine Mutter sagte einmal, das hier ist unser Kulturkreis. Genau. Doch selbst die Lehrer eiern herum, unterstellen deutschen Schülern lieber Rassismus statt sich mit dem selbstherrlichen Auftreten ihrer ausländischen, vorwiegend muslimischen Mitschüler zu beschäftigen. Doch auch sie agieren angstgesteuert.
Ein falsches Wort, und sie sitzen in der Nazi- und Rassistenecke!
Wann endlich sind wir bereit dazu, Toleranz gerade bei denen einzufordern, die sie doch die ganze Zeit in höchstem Maße von uns abverlangen? Wie lange noch wollen wir uns und unsere Kultur, Religion und Geschichte verstecken und uns auch noch dafür entschuldigen? Anstatt endlich zu dem zu stehen was wir sind, wer wir sind, was wir dulden, gutheißen, akzeptieren und was nicht?
Doch dazu ist Klarheit und Hingucken notwendig, nicht Wegsehen und Verleugnen. Wir, ich meine die Europäer und Bewohner des christlichen Abendlandes, spüren deutlich, dass der Islam eine Vormachtstellung anstrebt (oder nicht?). Wollen wir uns denn unserer Werte einfach so berauben lassen, weil wir nicht den Arsch in der Hose haben, Grenzen zu setzen? Lieber die ach so hoch gehaltenen Empfindlichkeiten und Gefühle der islamischen Welt auf den Altar stellen, bloß nicht antasten, lieber keine Mohammedkarikaturen, lieber doch hier und da eine Baugenehmigung für die eine oder andere Moschee. Damit die Muslime still sind und wir unsere Ruhe haben.
Diese Initiative in der Schweiz war aus meiner Sicht nur ein Ventil, die dünnste Stelle an der ganzen Konfliktblase, die sich da seit Jahren aufbaut. Für mich völlig klar, dass sie gerade an dieser Sollbruchstelle platzen musste. Und es ist vielleicht ein Glück, dass sie in der Schweiz (ausgerechnet!) lag, nicht in Deutschland.
Ich gebe zu, das ist nicht immer brav formuliert. Dennoch bin ich kein Rassist und kein Nazi. Habe ich Vorurteile? Vielleicht. Doch viel mehr liegt mir am Herzen, dass die Menschen hierzulande (und europaweit) für sich und für das, wofür sie stehen und wofür sie leben, die Verantwortung übernehmen, sich ihren Ängsten stellen und ihre Vergangenheit aufarbeiten. Solange das nicht geschehen ist, wird es weiterhin dieses reaktive und angstgesteuerte Herumgeeiere geben, in der Politik, in den Medien, in den Schulen, im Supermarkt…
![]()

Dani · 6. Dezember 2009, 19:44 · #
Wie recht er hat
Thinkabout · 7. Dezember 2009, 00:29 · #
Ich wurde per Mailzuschrift auf einen Umstand hingewiesen, den ich hier gerne einfliessen lasse – weil er ein simples Beispiel dafür ist, was Nicht-Wissen und Nicht-Erklären auslösen:
Die Speisegesetze des Islam verlangen die Trennung des Fleisches und für einen Moslem ist es absolutes Tabu, Schweinefleisch zu essen (und auf einem Grill sind nun mal immer Reste vorhanden). Das sind absolute “Essentials”!!. Mit ein wenig Toleranz und Einfühlungsvermögen wäre dies zu ermitteln. Wenn 1/3 der Klasse Türken sind (und vielleicht 1/4 der Klasse Muslime) dann hätte das vielleicht mal irgendwann auch thematisiert gehört.
Ich glaube, dass sich hier ein Grundproblem zeigt und eine fehlende Sensiblität auch der Lehrerschaft, die ein solches mögliches Unverständnis nicht erkennt und abbaut. Hinzu kommt die verhängnisvoll sich auswirkende fehlende Übung der Jugendlichen, sich selbst einzubringen und sich offensiver selbst zu erklären.
Was dann bleibt ist einzig das Erleben einer Separation und Abgrenzung.
Janna · 7. Dezember 2009, 11:47 · #
..ich kenne all diese Themen aus meiner 37 jährigen Arbeitszeit als Lehrerin….derSchreiber/die Schreiberin hat in Allem REcht!!!
Wann werden wir Deutschen endlich anfangen, wieder gesundes Selbstbewusstsein zu zeigen??!! Wir nehmen sehr viele Menschen auf ( und zahlen für sie…), die in ihren Ländern es bei weitem nicht so einfach hätten – wann fordern wir auch mal eine gewisse Dankbarkeit ein?? In Form von: Leben miteinander, nicht in abgeschotteten Gruppen!!??
Ein mutiger Brief, den ich sehr gerne und notwendig in einer Zeitung wie “Die WElt” oder “DEr Spiegel” usw hätte…..
flashfrog · 7. Dezember 2009, 14:02 · #
Ich denke, man sollte hier schon ein bisschen differenzieren, Gewalt ist nicht tolerierbar, egal ob die Gewalt von türkischen, russischen oder rechtsradikalen Schlägern ausgeübt wird.
Aber würden Sie deutsche Vegetarier auch zwingen wollen, Schweinefleisch zu essen?
“Die deutsche Kultur” ist keinesfalls eine monolithische Einheit. Da ist genauso Toleranz gefragt: Deutsche Musik sind die Volkslieder, die meine Oma liebt und die Schlager, die meine Mutter hört genauso wie Techno, Punk und Hiphop. Pizza, Hambuger, Sushi und Döner gehören ebenso zu unserer Kultur dazu wie unsere amerikanischen Sneakers, die in China hergestellt und die deutschen Autos, die in Brasilien, Polen und der Slowakei zusammengeschraubt werden. Die grosse Mehrheit der christlichen Abendländer geht vielleicht 2mal im Jahr in die Kirche, und das auch nur, weil es an Weihnachten und Ostern nostalgische Gefühle weckt (Diese unsere Religion haben wir übrigens auch importiert, Jesus war kein Deutscher.) . Ein Niederbayrischer Bauer hat mit Sicherheit andere Vorstellungen von der deutschen Kultur als ein Hamburger Chemieprofessor oder eine Leipziger Lidl-Verkäuferin. Ein Herr Westerwelle hat ein völlig anderes Weltbild als ein Herr Gabriel.
Und ich finde diese Vielfalt prima. Wie langweilig wäre es doch, wenn alle Menschen gleich wären?
Die Grenzen der Toleranz sind für mich erst da, wo eine Handlung anderen Menschen Schaden zufügt.
Das gilt für beide Seiten.
Menachem · 7. Dezember 2009, 16:06 · #
@flashfrog, ich würde deinen letzten Satz etwas erweitern:
Die Grenzen der Toleranz sind für mich erst da, wo eine Handlung anderen Menschen Schaden zufügt,
oder nicht glaubwürdig vermittelt werden kann, das sie das nicht tun wird.
Das wiederrum könnte eine Frage sein, wie schafft eine Seite Vertrauen und wie kann die andere Seite vertrauen.
Und dann könnte man sich noch fragen, was ist Vertrauen? Vielleicht etwas, das wir eigentlich garnicht elementar in uns tragen und nur ein Kunstwort ist, um soziale Gemeinschaften überhaupt erst zu ermöglichen.
Aber auch die Frage, was ist “mein” Haus, mein Geld, meine Familie, meine Stadt, mein Land? Wie ist der Begriff “mein” heute zu fassen, um “mein” Sicherheitsbedürfniss zu befriedigen, gleich welcher Art. Und den jeder auch ganz anderes empfindet, in Form eines individuellen und persönlichen Minimalraums. Da kommen wir auch wieder auf deine Aufzählung, wie verschieden alle Menschen sind.
uertner · 7. Dezember 2009, 16:10 · #
Diese Wortmeldung aus Deutschland ist in der Tat erleichternd. Schon bei der Sache mit Thilo Sarrazin war es mir ziemlich ungemütlich, wie eilfertig der Mann von den Meinungsmachern abgewatscht wurde. Die Schweiz ist wieder einmal ein “Sonderfall”, schon 1847 schrieb Freiligrath “Im Hochland fiel der erste Schuss”. Hier aus einer deutschen Website:
“Die eigentliche bürgerliche <Revolution> fand aber zuerst in der Schweiz statt und fand dementsprechend starke Beachtung im Ausland: ´Im Hochland fiel der erste Schuss, im Hochland wider die Pfaffenª beschrieb es idealistisch der deutsche Dichter Freiligrath. Zuerst folgten Umwälzungen in einzelnen Kantonen, zu denen auch die Trennung des Baselbietes von der Stadt gehörte. Dann spitzte sich der Streit zwischen Liberalen und Konservativen um eine neue Verfassung im Bunde zu, der sich in den Sonderbundskriegen von 1847 zu Gunsten der Liberalen entschied. Der Zwist hatte sich über der Frage entzündet, wieviel Einfluss die Kirche im Staat haben dürfe. Die Liberalen waren streng gegen jede kirchliche Einflussnahme, und so kam das Jesuitenverbot in der Bundesverfassung zustande, das erst vor kurzem aufgehoben worden ist.”
2070 wird man ähnliches auch wieder Schreiben können: Nachdem 2009 in der Schweiz erstmals eine Volksabstimmung gegen Minarette aussprach, kam es zu einer europäischen Bewegung, die den Euro-Islam des Genfer Bürgers Tariq Ramadan hervorbrachte, womit die Calvin-Stadt auch im 21. Jahrhundert globale Bedeutung erhielt, nachdem im 19. dort das “Rote Kreuz” und im 20. Jhr. “Völkerbund” und “CERN” und “www” dort stattfanden!
Ugugu · 7. Dezember 2009, 18:56 · #
Langsam habe ich das Gefühl, ich lebe in einer Parallelgesellschaft. Bis zum heutigen Tag ist mir noch kein Schweizer Muslim begegnet, der den Schweizer Rechtsstaat in Frage gestellt hätte. Dreht ihr jetzt langsam alle durch, oder was?
uertner · 7. Dezember 2009, 20:16 · #
@ugugu
Es ist eine konservative Grundwelle, die als Gegenbewegung zur auslaufenden 68er Welle zu sehen ist, die durchs Land läuft. Viele meinten, diese Welle sei durch die Abwahl Blochers gestoppt worden, aber das ist nur ein Oberflächenphänomen gewesen. Auf der Linken wird man sich wieder an die Knochenarbeit an der Basis gewöhnen müssen, die Expertokratie des schnarchenden “Club Helvetique” hat abgedankt.
Thinkabout @ Ugugu · 7. Dezember 2009, 21:03 · #
Lebst Du in einer grösseren Stadt? Hast Du Kinder?
Ich glaube, dass unsere Jungen tatsächlich häufiger auf fremde Sitten ihrer Kumpanen prallen als je zuvor – und weniger Instrumente haben, um damit richtig umzugehen, weil hier wie da viel weniger Betreuungsbewusstsein bei den Eltern vorhanden ist.
Ich habe keine Kinder und bekomme die Geschichten also nur erzählt. Aber ich glaube, dass es nicht einfach “Geschichten” sind. Und wenn wir nicht irgendwann tatsächlich in einer Parallelgesellschaft leben wollen, dann hilft wohl nur eines weiter: Hinhören. Auch dann, wenn man es selbst nicht an eigenem Erleben festmachen kann. Nachfragen.
Der Verfasser macht ja deutlich, dass er sich zu allererst über das fehlende Bewusstsein der eigenen Werte (und damit auch der entsprechenden Erziehungsgrundlagen) ärgert.
Es dürfte wohl so sein, dass die Erziehungsmodelle einer westlichen Industriegesellschaft mit den patriarchalisch-autoritären Erhiehungsmustern dieser Jugendlichen denkbar wenig kompatibel sind – und weil wir zu faul sind, unsere Prinzipien mit Nachdruck aber auch mit Geduld zu vermitteln, begünstigen wir tatsächlich eine Parallelwelt.
Sieh diese Worte als Versuch, mich selbst auch in eine Verantwortung zu nehmen. Beispiel:
Eine Schlägerei auf offener Strasse. Vor zehn, fünfzehn Jahren hätte ich mich ohne Zögern dazwischen geworfen. Aber heute? Ich wage nicht, das mit Ja zu beantworten. Ist es, weil solche Auseinandersetzungen heute tendenziell gewaltsamer sind – oder weil ich viel eher bereit bin, es so zu sehen, dass es mich nichts angeht? Warum muss denn ICH die Strasse verteidigen?
Es ist bezeichnend, dass unsere Gesellschaft den Begriff des Gutmenschen geboren hat, negativ besetzt natürlich.
Wohl gemerkt: Es geht hier nur um mich. Die Beteiligten in der Schlägerei können auch Schweizer sein. Nur schon ich verhalte mich nicht gleich wie früher, vermute ich. Wir sind alle viel gleichgültiger geworden. Wenn’s weh tut, ist etwas plötzlich nicht mehr so wichtig. Menschen, von denen man eine Anpassung verlangt, haben dafür ein sehr sicheres Gespür.
Der vergangene Sonntag sollte auch in diesem Sinn für uns alle ein Aufrüttler sein.
Thinkabout @ Ugugu · 8. Dezember 2009, 00:01 · #
Die Frage nach dem Umgang mit der rechtsstaatlichen Ordnung des Westens und unseres Landes werde ich in einem Artikel noch separat angehen: Leider sind die Zeichen, welche die Führer vieler muslimischen Dachorganisationen aussenden oder aussandten sehr wohl zweifelhaft, und sie erfordern sehr wohl ein eingehenderes Nachfragen.
Titus · 8. Dezember 2009, 00:51 · #
@ Thinkabout
Du verhältst Dich nicht gleich wie früher, weil Du schon davon gehört hattest, dass…
Hättest Du davon nichts gehört, würdest Du Dich noch immer gleich verhalten.
Wie oft hast Du gehört, dass sich das Einschreiten lohnte?
Ich will nichts verharmlosen, weil ich aufgrund eines eigenen Artikels auch eine qualitative Auswertung einer Befragung der Polizeiverantwortlichen bezüglich Jugendgewalt gelesen hatte. Demnach tritt die Gewalt durch so genannte «jungendliche Wiederholungstäter» (sprich: Banden) nicht häufiger auf, sondern gewalttätiger. Das Bild, das wir jedoch vermittelt bekommen, besagt etwas anderes.
Langer Rede, kurzer Sinn: Die Medien spielen eine wesentliche Rolle beim ganzen «Spiel».
Ein anderes Beispiel: Erst mit 9/11 fand eine «Diabolisierung» der islamischen Welt statt, angeführt von Bush. Und die Medien, die einen Schuldigen suchten, nahmen die Botschaft gerne auf. Von da an wurde uns ständig eingebleut, dass alles suspekt ist, was nach einem Moslem aussieht…
Erinnerst Du Dich noch ans Bild, das wir vor 9/11 von den USA hatten, wenn es einen Anschlag gab oder wenn amerikanische Touristen zu Geiseln wurden?
Wir meinten damals, dass das eben der Preis dafür sei, den die USA dafür zahlen müssten, wenn sie überall auf der Welt den Polizisten spielen zu wollten. Wir sahen die USA nicht als unschuldiges Opfer. Erst mit 9/11 hat Bush sich diese unschuldige Opfer-Rolle auferlegt.
Merkst Du, wie man uns da «manipuliert», wie da Botschaften über Dinge verbreitet werden, die sachlich betrachtet nicht stand halten?
vR (von-Relax-Senf) · 8. Dezember 2009, 02:30 · #
@ flashfrog
Als Lehrer würde ich sagen: Thema verfehlt! Diese kulturelle und intellektuelle Betrachtung ist zwar schön zu lesen und zeichnet sich durch eine Harmonie aus, die in der laufenden Debatte leider von den zwei Lagern laufend missachtet wird. Doch Ihre schöne Betrachtung ignoriert einfach, warum der Artikel geschrieben wurde. Aufzeigen von Problemen im Alltag,
Tag für Tag.
Wer keine schulpflichtigen Kinder hat und in der Pampas wohnt, also nicht in der Grossstadt, hat im besten Fall ein absolut oberflächliches Verständnis – milde ausgedrückt – über die tägliche Gewalt. Jene Gewalt, die von der political correctness Elite ständig übersehen, ignoriert und beschwichtigt wird. In dieser Hinsicht muss auch irgendwann eine Korrektur im Rechtssystem kommen, das heute mehr die Täter als die Opfer schützt. Wer sich als Angegriffener erfolgreich wehrt, landet rasch in den Mühlen der Justiz wegen überschrittener Notwehr. Der Angriff der jugendlichen Gewalttäter mit stotternder Migration, ist immer schon dann halb vergeben, wenn der dynamisch, agile Schläger sich damit verteidigt, die Gewalt wäre eine Reaktion auf den rassistischen Blick gewesen, den man(n) erleiden musste.
Es gibt noch viel zu tun. Packen wir es an, sagte Esso, als das Raubtier in den Tank gesperrt wurden musste, damit die Kraft am richtigen Ort zur Wirkung kommen konnte.
Ugugu · 8. Dezember 2009, 08:05 · #
@Uertner/Thinkabout: Der konservative Backlash ist mir in der Tat auch aufgefallen. 70 Jahre auf die Entfernung des Minarett-Artikels zu warten ist für mich jedenfalls keine Option. Das rumgeschwurbel über Werte, über Jugendgewalt, Whatsoever, welches diesen diskriminierenden Verfassungsartikel für euch offenbar legitimiert ist genau das Problem: Ihr sagt Stück für Stück an der gemeinsamen Wertebasis, wovon einer Religionsfreiheit lautet, und beklagt euch im Nachhinein über errodierende Werte, das ist Absurd.
Zappadong · 10. Dezember 2009, 14:19 · #
@ugugu: Dann würde mich jetzt einmal ganz konkret interessieren, was du
- dem Jugendlichen sagst, dem von ausländischen Jugendlichen grundlos das Gesicht zu Brei geschlagen wurde? – dem Jugendlichen sagst, der seit Monaten von einer Bande ausländischer Jugendlicher geplagt wird – den Mädchen sagst, die monatelang von ausländischen Mädchen massiv gemobbt wurden. – was du mir alter Schachtel rätst, wenn ich auf einem Pausenplatz von vier ausländischen Jugendlichen, die vorher meine Lesung dazu benutzt haben, den Macho rauszuhängen, ausgelacht und verhöhnt werde (vorgestern passiert – und leider, leider habe ich falsch reagiert; was mich furchtbar ärgert).
Was sagst du, ganz konkret? Dass wir kein Problem haben? Ich fürchte, wenn du einfach weiterhin “Religionsfreiheit” rufst, haben all die oben genannten nicht viel davon. Und wenn du Jugendgewalt verniedlichst, indem du ein “Whatever” hinten dran hängst, haben die Opfer der Jugendgewalt auch nichts davon.
Bis jetzt habe ich von dir nur gehört, dass die Religionsfreiheit verletzt wurde. Eine Minderheit diskriminiert wird. Was sagst du jener Minderheit, die von einer anderen Minderheit körperlich und oder verbal so richtig drangenommen worden ist? Welche Minderheit schützen wir? Was machen wir, dass ALLE Minderheiten zu ihrem Recht kommen?
Die grossen, empörten Worte habe ich jetzt x-Mal gehört. So langsam hängen sie mir zum Hals raus. Ich kann auch grosse Worte produzieren. Weltfrieden. Liebe. Toleranz. Minderheitenschutz. Menschenrechte. Das klingt extrem gut. Nur: Wie wir das ganz konkret handhaben wollen, dort, wo Minderheit auf Minderheit trifft, da schweigen die grossen toleranten Denker zur Zeit und überlassen die Kleinkramarbeit den anderen, nicht ohne diese Kleinkramarbeit zu kritisieren, wo es nur geht.
Wo bleiben die nicht so grossen Worte zu den ganz alltäglichen Problemen? Die konkreten, die man mit Inhalt füllen kann (“Toleranz”, “Religionsfreiheit” usw. sind leere Worte, wenn wir sie nicht auch im Kleinen mit Inhalt füllen). Wo bleiben / blieben die Vorschläge, wie wir den ALLTAG konkret angehen sollen?
SeelenLeerer · 10. Dezember 2009, 17:10 · #
Liebe Zappadong
Glaubst Du wirklich, die von Dir beschriebenen problematischen Ausländischen Jugendlichen besuchen eine Moschee? Sind streng gläubig und trinken keinen Alkohol?
Ja, wir haben ein Toleranzproblem mit gewissen Randgruppen, aber denen fehlt die Religion und sie werden aber über genau diese Religion definiert.
Zappadong · 11. Dezember 2009, 09:32 · #
Nein, Seelenleerer. Das glaube ich NICHT.
Darf ich – da die ganze Sache ziemlich komplex ist – auf diesen Link verweisen, wo meine Fragen in einem Zusammenhang stehen:
http://substanz.skroll.ch/?p=1644
Und darf ich auch darauf hinweisen, dass es statt der grossen Worte eben genau die Diskussionen abseits der grossen Worte auch braucht? Mehr noch: Das man auch etwas tun muss und soll …
Ich möchte meine Frage wiederholen: WAS sagt ihr zu solchen Menschen, die es gibt. Es sind die Opfer. Sie hätten gerne Antworten. Die dürfen sehr gerne differenziert und abseits der grossen Schlagworte ausfallen.
Von zwei betroffenen Parteien weiss ich konkret, dass sie JA zur Initiative gestimmt haben. Sie werden weiterhin ja zu Initiativen stimmen, die in diese Richtung gehen, ausser jemand überzeugt sie davon, dass die Probleme vielschichtiger sind. Dazu müsste man ihnen zuerst einmal aber eine Antwort geben. Und nicht zum hundertsten Mal wiederholen, was sie schon 99 Mal gehört haben.
ugugu · 11. Dezember 2009, 12:39 · #
@zappadong: das “whatever” steht für all die probleme, die wir mit einem minarettverbot eben genau nicht lösen. ich habe keine patentrezepte, und gebe gerne zu, dass du und david an der heutigen schulrealität und an den problemlösungsansätzen einiges näher dran seid.
falls das ganze etwas mit religion zu tun haben sollte, was ich bezweifle, wäre aber ein gemeinsames schulfach ethik anstelle separatistischer religionsstunden eine minimaler anfang, um vordergründig inhaltslose begriffe wie respekt, diskriminierung und toleranz mit konkreten inhalten zu füllen: warum sollst du deinem klassengschpönli nicht die fresse einhauen, wäre dann schon mal das thema fürs erste schuljahr.
eigentlich hirne ich aber eher daran rum, wie wir jugendlichen ganz allgemein wieder mehr freiräume schaffen. jedenfalls habe ich das gefühl, in einem zunehmend rein repressiven klima (platzverweise, ausgangssperren usw., potenziert durch repression im elternhaus bei gewalttätigen jugendlichen) wäre auch ich zum amokläufer geworden. die frage wäre dann auch wie wir an repressive eltern rangelangen.
da ich aber zum glück nun mal kein gewalttäter geworden bin, halte ich es für umso wichtiger denjenigen via stimmzettelt die fresse zu polieren, die sich in der regel jedem lösungsansatz entziehen, sobald ein friedliches zusammenleben persönlichen und/oder finanziellen einsatz erfordert.
Zappadong · 11. Dezember 2009, 13:21 · #
@ ugugu Das Schulfach Ethik gibt es bereits. Bei uns im Kanton St. Gallen ist es neu auf der Oberstufe Pflicht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen (Zap kommt in der 3. Oberstufe nicht mehr in den Genuss dieser Lektionen, was sie gewaltig ärgert).
Ich würde den Ethikunterricht zum Pflichtfach für alle machen – und trotzdem den Religionsunterricht weiterführen, für jene, die ihn wollen; besser an staatlichen Schulen als in unkontrollierten privaten Räumen, wo man keine Ahnung hat, was den Kindern/Jugendlichen erzählt wird.
Ich habe diese Woche in einem Oberstufenschulhaus gelesen, das mich tief beeindruckt hat: Seniorenschüler, ein sehr aktiver Elternrat, ein engagierter Schulleiter, eine gute Atmosphäre im Lehrerzimmer, in den Schulgängen Poster über R.E.S.P.E.C.T, von den Schülern gestaltet, eine sehr nette Lehrerin für den Integrationsunterricht Deutsch. Und vor allem: Wunderbare Jugendliche verschiedenster Herkunft, die sehr aktiv und lebhaft dabei waren. Was für ein Unterschied zu der Klasse, die mir vor einer Woche in einem anderen Schulhaus begegnet ist!
=> Es steht und fällt sehr viel mit der Schule, der Bildung und wie sie vermittelt wird. Ein erster Schritt wäre also ganz konkret die Stärkung der Lehrkräfte – indem man ihnen zuhört, wenn sie von Überlastung und Überforderung sprechen. Ein zweiter Schritt wäre ein guter Einbezug der Eltern (Elternräte, die es lange nicht überall gibt ect.)
Ein ganz wichtiger Punkt, den du ansprichst: Die Repression zuhause. Ich kenne einen Lehrmeister, der keine Jugendlichen aus dem Balkan mehr ausbildet. Er ist einer, dem seine Lehrlinge sehr wichtig sind und der seine Lehrlinge auch nicht fallen lässt, wenn es einmal Probleme gibt. Bei Problemen geht er jeweils auch auf die Eltern zu, damit alle zusammen (Jugendliche / Eltern / Lehrmeister) einen Weg aus dem Problem finden können. Seine Erfahrung: Bei den Jugendlichen aus dem Balkan wurde jeweils einfach geprügelt und hart durchgegriffen bei Problemen. Er sagt, er will das nicht noch einmal erleben.
Ich denke jetzt mal, das könnte ihm auch bei Schweizer Eltern passieren, aber seine Erfahrungen hat er nun mal mit Jugendlichen aus dem Balkan gemacht.
Ein möglicher Ausweg => Obligatorische Elternkurse. Für alle. Nicht nur für Ausländer.
Ich denke einfach, dass wir ganz fest nach Lösungen im Kleinen suchen müssen. Damit irgendwann einmal vielleicht sogar das Grosse stimmt. Es gibt gute Ansätze, nur schreibt darüber kein Mensch. Eine Möglichkeit, die Opfer von körperlichen Gewalttaten mit einzubeziehen wäre, sie in Schulklassen von ihren Erfahrungen erzählen zu lassen. Es gäbe ihnen auch die Möglichkeit, all jene wirklich tollen ausländischen Jugendlichen zu treffen, von denen sie nicht mehr glauben, dass es sie gibt.
SeelenLeerer · 11. Dezember 2009, 16:06 · #
Liebe Zappadong,
du sprichst über Probleme in unserer Gesellschaft, die real existieren – doch was haben diese Probleme mit dem Islam zu tun? Der oberste Chef und in meinen Augen der alleinige Beherrscher der Partei, die Dein Problem lösen wollte, würde selber gern mehr drein schlagen bei Kindern. Lies hier selber, wie er von fehlender Härte bei Kindern spricht und dann überleg mal wie ein Schulalltag nach seiner Vorstellung aussieht?
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Blocher-Schule-nicht-laenger-den-so-genannten-Experten-ueberlassen/story/13453795
Die Form von Lösung, die Du suchst ist gar nicht erwünscht, weil sie kostet und uns der Feindbilder beraubt.
Relax-Senf · 11. Dezember 2009, 17:04 · #
@ alle
Natürlich macht es einen grossen Unterschied, ob man die Jugendgewalt nur aus den Medien kennt oder direkt damit Erfahrung sammeln konnte. Persönlich, im eigenen sozialen Umfeld oder mindestens durch Sehen der Folgen. Eingeschlagene Zähne, verschnittene Gesichter. Klar, angenehm sind innere Blutungen, die müssen sich die grosszügigen Versteher von Jugendgewalt, nicht ansehen. Dagegen ist da Verständnis sehr gross für die Gewalttäter mit Migrationschwierigkeiten. Wie sollen die auch anders ihre Langeweile und ihren Frust bekämpfen, wenn nicht durch das wahllose Schädigen von zufälligen Opfern. Ich verstehe nicht, wie man die Ausführungen von Zappadong einfach ignorieren kann, indem man es sich sehr, sehr leicht macht und immer völlig abstrakt die Religionsfreiheit in den Vordergrund stellt.
Das Minarett-Verbot ist saudumm, nur um klar zu stellen, wo ich stehe. Aber dadurch wird doch nicht die Ausübung, das Leben der Religion eingeschränkt. Das Minarett-Verbot löst allerdings auch nicht die anderen Probleme. Aber diese Probleme sind da und gehören angepackt.
Persönlich würde ich auch nicht Leib und Leben riskieren um bei einer wahrgenommenen Gewalttat einzuschreiten. Zu grosses Risiko, siehe toter Held in München. Perplex und sprachlos bin ich jedoch, dass es ein so weit verbreitetes Unverständnis gibt, dass die Situation absolut nicht akzeptabel ist und durch gesellschaftliche, politische Massnahmen eine Korrektur eingeleitet werden muss.
Der Bau von Minaretten gehört nicht in der Bundesverfassung verboten sondern in der Bau- und Zonen-Ordnung geregelt, nach gleichen Regeln für alle Religionen. Nachzudenken wäre jedoch auch über eine Religionssteuer, mit der JEDE Religionsgemeinschaft, für die messbaren Schäden – sprich Gesundheitskosten – aufkommt, die durch die schwarzen Schafe aus den eigenen Reihen verursacht werden.
Vielleicht wären dann Familienoberhäupter und integrierte ältere Brüder auch daran interessiert, dass jüngere Familienmitglieder nicht eine unsägliche Spur der Gewalt immer wieder neu hinterlassen.
Zappadong · 12. Dezember 2009, 10:06 · #
@Seelenleerer
Was diese Probleme mit dem Islam zu tun haben?
Es sind häufig Jugendliche aus dem Balkan, die massiv mit verbaler und körperlicher Gewalt einfahren. Niemand schlägt einfach so zu, grundlos, ohne Vorgeschichte.
Weil ich überzeugt bin, dass Erziehung prägt, dass Erziehung Grundsteine zum späteren Verhalten legt, kann ich mir vorstellen, dass diese Gewalt etwas mit Wertevorstellungen hat, welche die Jugendlichen zu Hause vermittelt und / oder vorgelebt bekommen. Und / oder dass diese Gewalt etwas mit dem Wahnsinnsspagat zu tun hat, den diese Jugendlichen jeden Tag leben müssen zwischen den Wertevorstellungen im prägenden Elternhaus und jenen ihrer Kameraden in der Klasse / auf dem Pausenplatz / in der Lehre / in der Berufsschule.
Bevor ich bereit bin, ein weiteres Mal tolerant zu sein (und Ja zu Minaretten sage), möchte ich einen Marschhalt. Ich möchte darüber diskutieren, welches Zeichen wir mit einem Bauwerk setzen, das auch Symbol für bestimmte Wertevorstellungen ist. Ich möchte wissen, was ganz konkret schief läuft und wie wir diese Probleme ganz konkret angehen. Ich wünsche mir auch, dass all die gemässigten Muslime, von denen ich immer wieder lese, sich in diese Diskussion einmischen und mit jenen Glaubensbrüdern und Glaubensschwestern reden, die es zwischen den beiden Kulturen schlicht und einfach zerreisst. Und ja, wir dürfen dabei sehr gerne auch über die Fehler reden, die wir Schweizer machen und gemacht haben.
Indem wir immer wieder Toleranz zeigen (oft geboren aus einer Gleichgültigkeit heraus – so ein schulterzuckendes Leben und Leben lassen solange mir selber nichts passiert), helfen wir niemandem, kommen wir keinen Schritt weiter.
Ich weiss, dass wir in der Schweiz sehr gut unterwegs sind mit Integrationsprojekten. Aber es scheint mir, dass es immer noch zu wenig ist. Oder zum Teil auch falsche Ansätze da sind – eben genau aus dem Grund, weil man sich nicht getraut, die Probleme zum Teil einfach knallhart beim Namen zu nennen.
Zur Politik, die du ansprichst: Die Schweiz ist weit mehr als die SVP. Und sie ist schon gar nicht Blocher. Mit solchen Pauschlisierungen machen wir es uns viel zu einfach. Ich habe das grosse Glück, in verschiedenste Schulhäuser Einblicke zu erhalten, und ich wage zu behaupten, dass in ganz vielen ganz intensiv an diesem Problem gearbeitet wird.
PS: In meinem Heimatkanton werden Deutschkurse für Ausländer obligatorisch. Das ist meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung. So kann kein Mann mehr (aufgrund seiner religiösen Einstellung) seine Frau von so einem Kurs abhalten, in dem hoffentlich nicht nur Sprache vermittelt wird.
http://www.toponline.ch/area-1.rub-37.art-128431.tce
Zappadong · 12. Dezember 2009, 18:07 · #
Thinkabout hat mich privat auf einen grausamen Nichtwissensfehler meinerseits hingewiesen!
Ich kopiere seine Infos schnell hier rein:
Zitat Wikipedia (Bosnier):
Über 40 % der Bosnier bekennen sich zum Islam, die meisten davon zum sunnitischen Glauben. 31 % der Bosnier bekennen sich zur serbisch-orthodoxen Konfession und 15 % zur katholischen Konfession. Unter den restlichen 14 % findet man gläubige Juden und Atheisten.
Da muss ich mein Denken in eine andere Richtung lenken ….
SeelenLeerer · 12. Dezember 2009, 20:43 · #
@Zappadong: Da bin ich aber froh, dass der eine Aspekt nun geklärt ist.
Zum Anderen ein Gedanke meinerseits – Ja, die Schweiz besteht aus mehr Vielfalt als der SVP alleine. Wenn aber diese eine Partei eine Initiative lanciert, welche zur Lösung der von Dir beschriebenen Probleme dienen soll, dann werde ich vorsichtig, weil deren weitere Stossrichtung sicher nicht in Deinem Sinne stattfinden wird. Der SVP dienen solche Kampagnen eher zum Schwung holen, denn wie ich schon mal sagte, alles andere kostet Geld und das riecht für die SVP zu sehr nach Sozialstaat. Daher die Frage, ob wir uns wirklich vor diesen Karren spannen lassen wollen, zumal es um eine Bauverordnung ging, die in der Verfassung festgeschrieben wird.
Die von Dir beschriebenen Probleme mit den Jugendlichen müssen wir als Gesellschaft lösen, auch über das Elternhaus.
Wie es zu solchen Elternhäusern kommen kann, ist eine interessante Frage, für die Thinkabout sicher einmal einen Blog eröffnen wird. Dann können wir dort darüber reden.
Eine weitere Frage würde uns als Gesellschaft betreffen. Wir erwarten Moral von diesen jungen Menschen. Vollkommen verständlich. Doch was leben wir vor? Geld regiert die Welt und purer Egoismus der Banker wird mit fetten Boni belohnt. Auf Neudeutsch: Jeder schaut nur auf sich selber.
Und wenn wir schon dabei sind, welche Aussichten haben diese jungen Menschen? Wie sollen sie sich beweisen?
Mir geht es gar nicht darum aus Tätern Opfern zu machen, aber wenn diese Jungen mit etwas sinnvollerem beschäftigt wären, bliebe ihnen weniger Kraft und Zeit zum auffällig werden. Zu erkennen an den Unruhen in Paris und Athen, wo eine noch grössere Perspektivlosigkeit herrscht.
Wie du aus meinen Ausführungen sicherlich entnehmen kannst, sehe ich das Jugendproblem als Spiegel unserer Gesellschaft und wenn wir dies nicht sehr grundsätzlich in nächster Zeit angehen, werden Minarette unser geringstes Problem darstellen.
Thinkabout · 12. Dezember 2009, 21:42 · #
@Seelenleerer & Alle
Ich möchte einmal mehr Mut machen dazu, in dieser Abstimmung nicht die eine Volksbewegung à la SVP-Parteiprogramm kommen zu sehen – und sie herbei zu reden. Dazu wird sie nur, wenn wir genau den Fehler machen, 1.5 Mio SchweizerInnen, so viele haben noch nie ein JA für eine Volksinitiative eingelegt, für fehlgeleitet zu betrachten. Und beunruhigen sollte uns nicht die SVP sondern die Spontanreaktion der anderen Parteien. Was CVP und SP da zu bieten haben, ist grausam. Da ist die FDP schon wieder mutig, wenn sie von einem Integrationsgesetz redet, über das man diskutieren müsse und damit riskiert, dass man handzahm erscheint, indem man einen juristischen Papiertiger in die Hand nimmt. Aber es geht nur mit Diskussion, und man sollte auch darauf Vertrauen: Das Volk ist nicht so hektisch wie die Verlierer in den ersten Stunden und Tagen nach der Wahl, aber es könnte sich diese Hektiker sehr wohl merken…
Ohne Vertrauen in Institutionen, Stimmvolk und Wähler haben wir wirklich verloren. Und was ich hier mit allen anderen tue, oder mit vielen anderen, ist genau dafür Herzblut vergiessen: Für die Meinungsbildung innerhalb der demokratischen Ordnung. Eigentlich wunderschön, nicht?
SeelenLeerer · 13. Dezember 2009, 14:31 · #
Um diese Meinungsbildung bin ich ebenfalls echt froh und das Schweizer Volk würde ich nie als fehlgeleitet bezeichnen. Höchstens als Verführt.
Tatsache bleibt zudem, dass die SVP in den letzten Jahren den politischen Stil und die Agenda immer stärker zu ihren Gunsten beeinflusst hat. Es blieben immer Spuren in diesem Abnützungskampf übrig. Die Reaktionen der anderen Parteien belegen dies via deren Angst vor der SVP.
Überleg mal wie früher der Ton und Findung des Konsens in der Schweiz stattfand und wie es nun aussieht? Will heissen, dass die SVP auch an Einfluss gewinnt, wenn sie Wahlen verliert, weil es jedes Mal ein wenig schmutziger wird und dieses Mal haben sie die Wahl sogar gewonnen.
Thinkabout · 13. Dezember 2009, 14:50 · #
@Seelenleerer #25
Wenn ich gegenüber der “classe politique” und allen, die sich in ähnlicher Weise und mit ähnlichen Ansprüchen zu Wort melden, einen Wunsch frei hätte, so würde ich sagen: Bitte, unterlasst jede Formulierung, die das Volk unmündig erscheinen lassen soll. So gesehen ist auch “verführt” zu vermeiden. Das Volk hat entschieden. Über alle Parteigrenzen hinweg. Nur so ist in der Schweiz übrigens eine Mehrheitsentscheidung überhaupt möglich. Hier kam sie zudem in einer Frage zustande, die sogar von grossen Teilen der SVP nicht mitgetragen wurde.
Ich weiss nicht, wie gross die Chancen von Volksinitiativen generell sind. In den letzten Jahrzehnten dürften sie in überwältigender Mehrzahl abgelehnt worden sein. In allerletzter Zeit dreht der Wind: Initiativen, welche eine Grundstimmung aufnehmen, der sonst nicht (oder nur einseitig instrumentalisiert) öffentlich Ausdruck verschafft wird, setzen allen Playern im politischen Leben einen Spiegel vor.
Wenn es je einen überparteilich ernst zu nehmenden Volksentscheid gab, dann hier: 57% ist eine deutliche Mehrheit, und mit mehr als 1.5 Mio Ja-Stimmen haben sich noch nie so viele Stimmbürger für eine Volksinitiative ausgesprochen.
Würde ich wirklich meinen, die Mehrzahl dieser Menschen wäre verführt worden – im bestehenden politischen System, das wir haben – dann gute Nacht. So ist es aber nicht. Alle Unterlegenen sollten sich fragen, welche auch für sie einigermassen vernünftigen Gründe es für ein Ja geben konnte. Wenn sie sich um diese kümmern und sich diese selbst eingestehen, dann gibt es daraus Rückschlüsse, die zu neuen Mehrheiten bei anderer Gelegenheit führen werden. Alle anderen Sichtweisen sind unverantwortlich – auch auf Seiten der Verlierer.
mimikry · 13. Dezember 2009, 16:20 · #
@Thinkabout,
All die «Verführung» in Form von Werbung, die uns tagtäglich geradezu umhüllt von allen Seiten – denkst du wirklich, dass die Unternehmen Unsummen darin investieren würden, wenn das Ganze nicht funktionieren würde? Natürlich funktioniert das. Und was wir nicht kaufen, ist schneller wieder aus den Regalen verschwunden, als wir gucken können. Genauso «funktioniert» auch die SVP-Propaganda. Weisst du, was alleine eine solch intensive schweizweite Plakatkampagane kostet? Niemand würde soviel Geld einfach zum Fenster raus werfen, wenn es sich nicht «lohnen» würde. Du gehst von dir aus. Von deiner interessierten und nachdenklichen Sicht auf die Welt, von deiner Lust am Nachdenken über Hintergründe und Zusammenhänge.
Aber nicht alle Menschen sind so. Und ich behaupte jetzt einfach mal: bei jedem gibt es Themen über die er keine Lust hat, länger nachzudenken. Und sei es nur vor dem Shampoo-Regal im Supermarkt, dann greifen die meisten Leute zu dem, was ihnen «irgendwie bekannt vor kommt».
Wir müssen uns in einer immer komplizierteren Welt zurechtfinden – wir müssen jeden Tag x Entscheidungen treffen – wir können nicht bei 50 angebotenen Shampoos die Inhaltsstoffe durchlesen und das selbe bei der Zahnpasta, wir verlassen uns da meist auf ein «Gefühl» und sind uns dabei meist nicht bewusst, dass dieses «Gefühl» von der Werbeindustrie oder der Art der Prästentation im Supermarkt genaustens gesteuert ist.
Ich bin sicher, wenn du politisch nicht sonderlich interessierte Menschen in der Schweiz fragst, welche Positionen die SVP vertritt, kann dir das trotzdem jeder sagen. Frage nach den genauen Positionen der anderen Parteien und keiner weiss es. Die SVP ist die bekannteste Partei der Schweiz, jedes neue Positionspapier von denen wird sofort in den Medien behandelt. Bei keiner anderen Partei ist dies der Fall. Neustes Beispiel: Familienpolitik. Weiss irgend jemand spontan, welche Familienpolitik die FDP hat…?
Natürlich ist nicht jeder, der bei der Minarett-Initiative Ja gestimmt hat, einfach «der SVP auf den Leim gekrochen» – Aber wir alle sind verführbar – und wir werden jeden Tag x mal verführt – von der Werbung, den Medien, den Parteien…
Die SVP ist PR-mässig absolut perfekt durchorganisiert. Sie schult ihre Leute in Rhetorikkursen und wie sie sich anziehen sollen u.s.w. und ich sage es nochmal: sowas machen die nicht einfach zum Spass, sondern weil es funktioniert. Oder willst du etwa behaupten, aus lauter «Vernunft» unseres Volkes steigt die SVP-Wählerschaft beständig an?
So wie wir aus reiner «Vernunft» Nivea kaufen? Der Wähler oder Käufer hat gewisse Bedürfnisse und/ oder Ängste und darauf baut man die Werbung zum «Produkt» auf.
Die anderen Parteien sollten endlich mal lernen, sich weniger an ihrer Ideologie, sondern mehr an den Kunden bzw. Wählerbedürfnissen zu orientieren… Was bewegt die Menschen? Wovor haben sie Angst… Es kann doch nicht sein, dass die SVP die einzige Partei bleibt, bei der das Volk sich ernstgenommen fühlt?
Thinkabout · 13. Dezember 2009, 17:10 · #
@Mimikry
Danke für diesen tollen Kommentar! Was ich eigentlich sagen will, dass wir in der Schweiz alle Möglichkeiten haben, solchen Tendenzen und Manipulationen entgegen zu treten: Alles, was Du beschreibst, ist richtig. Und es funktioniert nur aus den Gründen, die Du am Ende erwähnst: Was mich so fertig macht, ist, dass gerade die Medien ihre Blätter auch nur mit der SVP verkaufen. Und wenn es mit einem SVP-Bashing ist, das man zwar gerne liest, das aber nicht mehr verfängt. Ein simples Plakat hat ausgereicht, um die Kampagne schweizweit bekannt zu machen. Darin sind wir wirklich sehr manipulierbar geworden. Aber den Schuh müssen wir uns alle anziehen.
Ich weigere mich dennoch, in dieser konkreten Abstimmung schlicht die Verführung zu sehen. Denn: Was das Stimmvolk ausgedrückt hat, ist tatsächlich die Botschaft einer Mehrheit, die endlich erwartet, dass die eigenen Werte nicht intellektuell diskutiert werden, sondern dass man denMenschen im Alltag auch hilft, nach ihnen zu leben. Allen Menschen.
Es ist endlich mehr Konkretes gefragt. Allenthalben.
Zappadong · 13. Dezember 2009, 20:08 · #
Da Herr Zappadong im Ja zur Minarett-Initiative den Anfang des Endes sieht und sich das grausam auf seine Stimmung auswirkt, beutelt es auch mich ziemlich hin und her.
Ich sähe in diesem Ja gerne eine Chance. Eine, die in diese Richtung geht:
Zitat Mimikry:
Es kann doch nicht sein, dass die SVP die einzige Partei bleibt, bei der das Volk sich ernstgenommen fühlt?
Ich erhoffe mir von diesem Ja ein Wachrütteln der anderen Parteien, die in ganz entscheidenden Themen das Feld absolut hilflos der SVP überlassen. Es liegt jetzt an allen anderen, klar Position zu beziehen und bei den Problemen genauer hinzusehen. Mehr noch. Statt so schöne Worte wie “Bildung ist der Rohstoff unseres Landes” zu blossen Lippenbekenntnissen verkommen zu lassen, wenn es ganz konkret darum geht, im Parlament mehr Geld für die Bildung (oder andere wichtige gesellschaftliche Bereiche) zu sprechen, wäre es an der Zeit auch einmal AKTIV (mit Geld, mit Projekten) ect. ein Zeichen gegen die SVP mit ihrer Sparwut zu setzen.
Ich hoffe noch. Doch manchmal, an schlechten Tagen, da steckt mich Herr Zappadong an und ich frage mich, ob wir die (Überzeugungs)kraft haben, uns gegen die SVP durchzusetzen.
Was ich überzeugt bin: Hätte es diesmal für die SVP nicht gereicht, dann bei der Ausschaffungsinitiative – und wir sässen einfach ein paar Monate später auf diesem Scherbenhaufen. Die Parteien sind auf diesen Abgrund geradewegs losgestürmt, indem sie bis heute keinen Weg gefunden haben, die Stimmung der Leute zu begreifen und ihnen Alternativen zur SVP aufzuzeigen.
@Seelenleerer:
Zitat:
Wenn aber diese eine Partei eine Initiative lanciert, welche zur Lösung der von Dir beschriebenen Probleme dienen soll, dann werde ich vorsichtig, weil deren weitere Stossrichtung sicher nicht in Deinem Sinne stattfinden wird.
Da kannst du darauf wetten. Ich kann mich nicht erinnern, je gleich gestimmt zu haben wie die SVP. Und vielleicht ist das auch eine Hoffnung. In meinem Umfeld hat es viele Leute, die auf keinen Fall SVP wählen … aber Ja zur Minarett-Initiative gestimmt haben.
Es ist nicht so, dass die Menschen das Denken abgestellt haben. Aber sie sind verunsichert. Sie brauchen gute Argumente. Vor allem Argumente, die sie in ihrem Alltag abholen. Nicht irgendwelche grossen Schlagwörter wie “Toleranz” und “Statistiken zeigen…” Diese Argumente zu finden, wäre unter anderem die Aufgabe der Parteien. Statt wie die Kaninchen vor der SVP-Schlange zu stehen und reflexartig einfach einmal das Gegenteil zu behaupten.
uertner · 14. Dezember 2009, 03:37 · #
Schliesse mich Zappadong an. Es geht nicht an, länger auf die SVP-Schlange zu starren, sondern es geht darum anzuerkennen, dass es nicht die SVP war, die diese Initiative ausgeheheckt hat, sondern die EDU und dass es bei Initiativen nicht so sehr auf den Absender ankommt, als auf den Inhalt. Und der Inhalt war schlicht genial: es wurde ein Zeichen gesetzt und nun muss man auf die Intelligenz der Beteiligten und den Guten Willen vertrauen. Nach dem aufgeschreckten Gegacker wird wieder Ruhe einkehren. Die Muslime werden sich zusammenraufen müssen: jetzt gibt es ja die “fortschrittlichen Muslime” den die organisation von diesem Farhad Afshar, die Organisation von dem andern, der den ersten nicht ausstehen kann und nun kommt noch der “Zentralrat der Muslime” mit dieser hanbüchenen Demonstration in Bern. Die Muslime werden sich zusammenraufen müssen und demokratisch legitimierte Strukturen sich geben müssen, denn sonst machen sie sich und ihre Religion in der Schweiz nur lächerlich. Bisher hat die ganze Muslim-Versteherei nur als Almosen der christlichen Kirchen funktioniert und es sind nun auch diese professionellen Dialogisten, die vom Ausgang der Abstimmung am meisten getroffen sind.
Im übrigen haben Ulrich Schlüer und Fulvio Pelli die Tassen noch am ehesten wohlgeordnet im Schrank. Es braucht nun gar nichts weiteres verboten werden, es müssen nur die bestehenden Gesetze angewendet werden.
Den nun hyperventilierenden Linken und Grünen, die demnächst zum Islam konvertieren wollen um ein Zeichen der solidarität zu setzen, muss man einen Plastiksack über den Kopf stülpen, bis sie ihr von Verfassungsgrundsätzen schäumende Blut wieder auf eine vernunfttemperatur gekühlt haben. Und dem nun geifernden Pöbel, der meint, nun sei den Muslimen gegenüber alles erlaubt, gilt es entgegenzutreten.
Im Moment schwatzen zu viele von noch zu lanciernden Initiativen, bevor auch nur die Lage klar analysiert ist.
Symptomatisch für die Situation ist, dass nun ein Freysinger auf Al Jazeera unser politisches System erklärt, der gleiche Freysinger wurde vor ein paar Jahren nicht in den Schweizerischen Schriftstellerverband aufgenommen, weil Peter Schmid ein Elfenbein-Ethiker, von dem man in dieser ganzen Debatte kein Sterbenswörtchen vernommen hat (es ist wohl auch besser so!), ihn aus ideologischen Gründen nicht in der edlen Gilde der Schweizer Autoren haben wollte, was völlig lachhaft ist, weil dort eigentlich jeder mitmachen dürfen soll, der einmal ein Buch veröffentlicht hat.
Nichts illustriert diesen Dünkel der “Besserdenker” drastischer, als die causa Peter Schmid (schweigender Tief-Ethiker) vs. Oskar Freysinger (angeblicher “Pissoir-Poet”, aber nun streitbarer Verteidiger unserer demokratischen Werte).
Es ist nicht die “gutgeölte Propagandamaschine der SVP” (obwohl diese nicht zu unterschätzen ist), die den ERfolg brachte, sondern die absolute Unbedarftheit der Gegenseite, die weder die Tiefe noch das Ausmass des Problems erkannt hat.
Nichts illustriert das besser als das Mail mit meinen Argumenten für ein JA, das ich im Juli einem SP-Politiker zusandte, in der Hoffnung in der SP würden sich ein paar kluge Köpfe zusammenstecken und mich widerlegen. Diese Partei ist derart im Schlafwagon der Blocher-Polarisierung gefangen, dass sie gar nicht mehr auf die Basis hören kann.