Ressort: Tagebuch(Weitere Infos)

27.Mai 2015, 11:51

Amsterdam mit Seele

Nähe Leidseplein

Ich war mal wieder in Amsterdam. Und diese Stadt erobert mich immer wieder neu. Sie umschmeichelt mich, begeistert mich, erfreut mich. Jedes Mal sehe ich an vermeintlich bekannten, altvertrauten Plätzen neue Dinge.

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15.Mai 2015, 13:59

Melodien statt nur Worte

An Tagen, an denen die Gedanken sich nicht zu einem Ganzen verspinnen lassen wollen, an denen nur Stimmung aufgenommen wird, ja, man womöglich von ihr fortgetrieben wird – an solchen Tagen wünschte ich, mein Talent wäre die Musik: Keine Kunst spricht das Gefühl so schnell und so direkt an, kein Ausdruck vermag so zu fesseln und zu berühren, wie der Ton, die Melodie.

Und wie Worte erst ihre Schwere oder Leichtigkeit mit Musik übersetzt bekommen können! Ich verfüge über kein feines, musikalisches Gehör. Ich empfange womöglich längst nicht alle Feinheiten, welche ein Stück bereit halten würde – aber ich fühle die Seele, die meine, und lausche dem Klang, der in deren Tiefe dringt. Sie kann mich berühren, die Musik. Das vermögen Worte auch. Aber zu ihnen muss man viel bewusster hingelangen. Es ist eine sehr stille Kunst, die man suchen muss.

Manchmal wünschte ich, ich könnte Gitarre spielen, ein klein wenig, und dann würde ich in Momenten wie diesen darauf herum klimpern und  meiner Schwermut lauschen. Und sie dann in die Ecke stellen, froh womöglich, niemanden gestört zu haben, froh aber auch, mir selbst diesen Moment mit mir geschenkt zu haben.

Augenblick… das ginge ja mit Worten auch, sogar diskreter… ein angefangenes, versuchtes Gedicht, das in einem zerknüllten Papier im Papierkorb endet, erfüllte am Ende den gleichen Zweck. Warum also tue ich es nicht?

 

 

03.April 2015, 8:20

Der umgetriebene Handel Treibende

[myblog-Text vom 19. Oktober 2004 15h58] Wie ein zweijähriger Prozess eingeläutet wurde, wie ich Anlauf holte, um tatsächlich eine konkrete Veränderung zu erwirken. Die wurde zwar erst gut zwei Jahre später konkret – dafür hat sie bis heute Bestand. Was dafür spricht, dass es richtig war, in mich hinein zu hören.

Ich kaufe etwas billig.

Ich verkaufe es weiter, möglichst natürlich etwas teurer.
Und weil ich das recht gut mache, geht es mir wirtschaftlich gut.
Ich bin ein guter Verkäufer,
wie man sagt – und wie ich glaube.
Und ich präge den schönen Spruch,
dass Lieferant und Kunde der Meinung sein sollen,
dass das,
was ich dazwischen an Mehrwert für mich abzweige,
eine Serviceleistung vergütet,
die im Interesse dieser beiden Parteien liegt.
Da sich diese in der Regel kennen
und ich als Agent dennoch nicht umgangen werde,
scheint es mir auch zu gelingen,
dies zu vermitteln.

Ich leiste also gute Arbeit.

Dennoch kann man ruhig festhalten,
dass sich der Anteil meines kreativen Schaffens auf herzlich wenig Substanz hinunter bilanzieren lässt. Im ganzen banalen Vorgang meines Handel(n)s liegt wenig Phantasie und schon gar keine Poesie.
Und so stelle ich fest, dass ich immer häufiger mehr Energie auf die Beobachtung meiner Arbeit verwende, als auf deren Gewinn bringenden erfolgreichen Abschluss. Das bringt mir eine Menge für die reifende Erkenntnis meiner echten Bedürfnisse, ist aber für mein Funktionieren im Rädersystem eines Handelsbetriebes recht hinderlich.
Ich beginne „anders zu ticken“, und meine Umgebung scheint es zu bemerken. Es ist ganz interessant, dies zu beobachten, und da ich recht unabhängig bin, muss es mich auch nicht beunruhigen. Pekuniäre Ängste kommen nicht so schnell auf, was dazu beiträgt, den Blick nicht von den Dingen abzuwenden, wenn sie ihre hässlichere Seite zeigen.

Ich werde, ja ich muss mich beruflich verändern. Ich habe mich lange genug selbst unter Verschluss gehalten. Dem Dampfkochtopf wird nun ganz langsam das Ventil geöffnet, und wenn ich es behutsam anstelle, dann wird es mir gelingen, die Luft dosiert abzulassen. Auf dass ich sagen kann: Leute, es ist angerichtet, lasst es Euch schmecken, aber in Zukunft bitte ohne mich. Ich habe einen anderen Hunger entdeckt.

Was heisst entdeckt? Ich gestehe ihn endlich ein.
Ja, ich wünsche mir einen ordentlichen Rückzug, mit Anstand und Achtung vor der Arbeit jedes Einzelnen, der zum gleichen Rädersystem gehört und zu seinem Funktionieren beiträgt, und ich erwarte von mir, dass ich mich mit meinen neuen Bedürfnissen nicht der Hochnäsigkeit verdächtig machen werde, “es” besser zu wissen als andere. Ich kann einfach nicht mehr länger – was auch heissen kann, völlig wertfrei, dass Andere es besser können und talentierter sind.

Ich sehne mich danach,
zu leben,
zu fühlen,
zu schreiben.

Thinkabout
#myblogReload

06.März 2015, 21:10

Kümmerts Kummer könnte uns Alle kümmern

Als Andreas Kümmert in der Blind Audition von Voice Of Germany zu singen anfing, dauerte es nur ein paar Takte, bis sich alle vier Juroren für ihn umgedreht hatten. Und wenig später lagen sie ihm zu Füssen, chillten mit ihm auf der Bühne, und auch dem neutralen Zuschauer und Zuhörer war ziemlich schnell klar, dass der Rest der Konkurrenz sich nur noch um Platz zwei streiten würde.

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05.März 2015, 6:17

Was mies begann…

credit: istockphoto.com/Planet Flem

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Nach Monaten der Hektik, vergraben in private und berufliche Sachzwänge, fremdbestimmt von Anforderungen, denen man sich aus Pflichtgefühl stellen mag, aber bestimmt nicht mit Lebenslust, stand uns heute wieder mal ein gesellschaftlicher Abend ins Haus – oder, genauer formuliert, er lockte uns aus unserem Bau.

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20.Februar 2015, 14:15

Aufregung statt Anregung?

Jetzt beschäftige ich mich seit Monaten wieder so intensiv mit dem Tagesgeschehen, und weiss dabei selber, wie relativ wir es zu bewerten haben, wenn wir uns für “informiert” halten. Ich falle selber auf Fake- und Joke-Meldungen herein und habe auch ohne diese Naivität bei allem das Gefühl: Was bringt eigentlich das umtriebige Gewusel?

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