Reflexionen

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Vietnam: Per Zug von Nha Trang nach Danang

∞  10 August 2009, 06:52

Erlebt am 3. April 2009


[Bilder des Tages: Album
Landkarte: Nha Trang – Danang ]


04:00 Tagwache, das bedeutet Stummfilm. Morgenmuffeligkeit hat keine Laute.

Um 04:25 sind wir in der Lobby, wollen auschecken. Die zwei Männer, von denen der eine eigentlich an der Reception, der andere an der Türe stehen müsste, schrecken mitten aus ihren Träumen auf den Sofas auf. „Checkout?“ fragt der eine ungläubig. Langsam kommt er in die Gänge, findet auch sein freundliches Lächeln wieder. Da ist der Hilfskoch, der die Lunchpakete bringt, schon weiter: der strahlt richtig.

M und T kommen wie immer pünktlich, und um 04:45 können wir zum Bahnhof fahren; die Strassen sind nass, aber es regnet nicht mehr. Dort angekommen organisiert der gute M aus einem nahen Restaurant erst einmal Kaffee. Der ist ausgezeichnet und brächte auch ein halbtotes Pferd wieder auf die Beine.

Wir verabschieden uns hier nicht nur von M und T, sondern auch von Südvietnam. Der Expresszug, der Saigon mit Hanoi verbindet, soll uns ins 500 km entfernte Danang bringen, das bereits in Zentralvietnam liegt. Der Dieselzug hat eine Spitzengeschwindgkeit von 60kmh, sodass wir nach 14:00 ankommen werden, wo uns ein neuer Guide erwartet, der uns bis zum Ende der Tour begleiten wird.

Der Zug kommt pünktlich, M hilft uns, Wagen und Abteil zu finden. Ich habe „Softsleeper“ gebucht, 2 Betten übereinander. Dies ist für lange Fahrten sehr praktisch, da man das Gepäck, das nicht unter das Bett passt, auf das obere legen kann, auf dem unteren sitzt oder liegt es sich bequem, man kann gut rausschauen.

Das ältere vietnamesische Ehepaar, das bereits im Abteil ist, ist über unser Erscheinen nicht allzu begeistert, hatten sie doch bis jetzt den ganzen Platz für sich alleine, und haben bis eben in den beiden unteren Betten geschlafen. Auch das Tischchen ist voll von ihren Sachen, ein Ungetüm von Koffer liegt darunter. Der Mann muss also zuerst einmal aus „unserem“ Bett, der Schaffner nimmt das alte Bettzeug mit und bringt neues, damit wir uns einrichten können.
M steigt aus dem Zug, und bis wir das klemmende Fenster offen haben, fährt er auch schon an, pünktlich um 05:38. Wir winken, bis wir uns nicht mehr sehen. Tausend Dank für alles und auf ein Wiedersehen in Frankfurt!

Die Sonne geht auf und spiegelt sich in gefluteten Reisfeldern und den Lagunen.





Von den andern beiden werden wir ignoriert, was auch am fehlenden Englisch liegen kann. Sie liegt auf dem Bett, er sitzt und liest. Laut.




Auch wenn sie das Abteil verlässt. Sein Handy hat einen sirenenartigen Klingelton, immer mal wieder.

Wir sind guter Dinge und machen uns erst mal über unsere Lunchboxen her. Baguettes, Croissants, Plunder, Marmelade, Butter, hartgekochte Eier und Joghurt finden sich da, sowie Milchdrinks. Früchte haben wir selber.

Nach 09:00 halten wir in Quy Nhon, dem einzigen Zwischenhalt bis Danang.
Die zwei steigen hier aus, und wir haben das ganze Abteil für uns. Der Schaffner holt die Bettwäsche ab und bringt sogar neue.






Bei den Reisevorbereitungen wollte man mir ja weismachen, dass die Landschaft hier langweilig sei, und wir besser das Flugzeug nehmen würden; von wegen!

Viele BMW’s (M’s Ausdruck für Bauer Mit Wasserbüffel),




die ihre Reis- und Gemüsefelder bebauen,






Kokospalmen, Strand, Meer, Fischer, Ententeiche,




Friedhöfe inmitten von Reisfeldern, ziehen an uns vorbei.




Die vorherrschende Farbe ist ein saftiges Grün.




Ab und zu wird der Himmel schwarz, aber es regnet nicht, jedenfalls nicht hier.

In unserem Wagon hat es nur noch ein Touristenpaar, das sind die einzigen, die die Abteiltüre geschlossen halten.

Wir bekommen Besuch von einem alten Vietnamesen, der sich mit uns auf Französisch unterhält. Er bietet Thinky etwas von einem „ganz speziellen Schnaps“ an. Es wird sich wohl um einen Schluck aus einer schlimmen Flasche handeln. Nein Danke! Er scheint es nicht persönlich zu nehmen.

Nach unserer Ankunft in Danang steht nur noch der Transfer ins Hotel in Hoi An auf dem Programm. Dort haben wir zwei Ruhetage, dann geht es am 6. April weiter nach Hue. Dieser Tag ist programmmässig jedoch so überfrachtet, dass wir unmöglich alles machen können, weshalb ich die Marmorberge heute besichtigen möchte, dann haben wir bereits eine gute Stunde gewonnen.





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