Ressort: Gesellschaft(Weitere Infos)

21.März 2020, 9:00

Vom Wert unserer Worte

Wir leben gerade miteinander allein. Nie war die Aussage so gültig wie heute – aber auch noch nie war sie auch Ausdruck einer so grossen Chance: Die Tatsache, dass wir eine vielfältige, tief fühlbare, ausdrucksstarke Sprache haben, ist eine grosse Gnade unserer Gattung. Und gerade nun können wir sie nützen.

Eine WhatsApp Nachricht, eine Mail, ein Kommentar auf Social Media – alles kann eine Hilfe sein, und keine ist zu gering. Sagen wir uns, dass wir an einander denken. Geben wir Lebenszeichen. Verunsicherung darf geteilt werden, und es ist viel besser, sie im Dialog mit einem Menschen zu besprechen, als Fake-Botschaften aufzusitzen. Ich rate Euch:

Beschränkt Euch für Eure persönliche Orientierung auf wenige Medien. Achtet darauf, dass Ihr die Verlautbarungen der Regierung mitbekommt und orientiert Euch am Nachrichtenverlauf dieser Eurer Medien. Erkennt den Wert aller Euch vertrauten Kommunikationskanäle als Werkzeuge persönlicher Kontakte, die Ihr so weiter und immer pflegen könnt. Wir können, statt getrennt werden, zusammenwachsen. Achtet darauf, positive Gedanken zu haben, bekräftigt Euch darin, nicht nur Corona zum Thema zu haben. Seid verantwortungsvoll Euch gegenüber und gönnt Euch Ablenkung, Entspannung, Auszeiten.

Kein Wort der Zuwendung ist zu klein und zu schwach, um nicht bestimmt und mit Liebe geschrieben zu werden. Und es kommt an, glaubt mir! Keine Not ist zu gross, als dass ein kleines feines Zeichen darob banal wäre.

Wer nun Energie und Zeit darauf verwendet, die Fehler des Systems zu kritisieren, die Schuldigen auszumachen und vorauszusagen, wie schlimm alles erst noch kommen wird, sabotiert unsere konstruktiven und liebevollen Kräfte. Wir dürfen und sollen uns gerade jetzt auf unsere eigene kleine Welt besinnen, diese stärken, zusammenhalten und daraus als geliebte Menschen nach links und rechts schauen, Hilfe anbieten. Zwischen uns sind keine Zäune, die Mauern haben wir vor langer Zeit eingerissen. Da ist nur Luft, und der Kampf gegen Ansteckung ist keine Ausgrenzung von Menschen, sondern ein Umgang mit einem Krankheitserreger. Unser Körper hat schon unzählige ähnliche Erreger bezwungen, und es wird ihm auch jetzt gelingen. Wir brauchen Geduld, Zutrauen und Verstand und auch ein bisschen Demut: Von den Einen wird nur Disziplin verlangt, andere müssen die Krankheit durchstehen, zu viele sterben auch daran – aber uns im Krieg zu wähnen, mag martialisch klingen, ist aber nicht wirklich hilfreich. Denn es gibt nichts, das wir hassen könnten. Wir sind verletzlich, und es wird uns gerade aufgezeigt, wie sehr. Das Leben ist fragil. Das macht es noch kostbarer, nicht wahr?

Wir werden eine Menge aus diesen Erfahrungen lernen können. Diese Angebot wird uns ja immer gemacht. Manchmal ist das Angebot eine Aufgabe. Während Pflegende und Sorgende täglich für uns dazulernen, lernen wir vielleicht, was unser Leben wirklich hell macht. Und schlagen neue Wege ein, wenn wir uns wieder frei bewegen können. Und das wird kommen. Und dann sind wir wieder und weiter gefragt. Mit allen Chancen. Jeden Tag.

 

2 Gedanken zu „Vom Wert unserer Worte

  1. Alice Weisstanner

    Lieber Kurt, ganz herzlichen Dank! Diese treffenden Worte tun einem so gut! Ich denke auch positiv und bin zuversichtlich. Ich wünsche Dir und Deiner Frau aus tiefem Herzen alles Liebe und Gute und säge: bliebed gsund!!! Mit ganz lieben Gedanken Alice Weisstanner

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    1. Thinkabout Artikelautor

      Liebe Alice
      Ganz herzlichen Dank für Deine Worte!
      Ich versichere Dir: Deine Fähigkeit, die Dinge mit einem Lächeln anzunehmen und das Positive zu sehen, inspiriert nicht nur mich!

      Antworten

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