Ressort: Lebenskunst(Weitere Infos)

27.Februar 2021, 18:00

Ein Arbeitsumfeld wie eine Oase

Neben unserem Vertriebslager besteht seit Jahren eine kleine Autowerkstatt. Der Inhaber ist ein junger Italiener, ein Secondo, der in der Schweiz aufgewachsen ist und sich hier einen kleinen Traum erfüllt.

Der Mann ist auch der Traum jedes Nachbars: Zuvorkommend, freundlich, mit dem hilfsbereiten, aber nicht aufdringlich neugierigen Blick über den Zaun. Und seine Angestellten verbreiten gute Laune. Über dem geschäftigen Treiben ruht ein guter Geist, der auch in Hektik, Trubel oder bei plötzlichen Schwierigkeiten nicht so schnell verloren geht.

Ihre Arbeit verrät Kompetenz. Als Kunde fühlt man sich wohl, gut aufgehoben, weil die Mitarbeiter wirklich Mitarbeit leisten. Kein Hochglanz, keine Markenvertretung, keine Image-Kampagne ist dafür verantwortlich. Es sind die Menschen, die sich ergänzen und sich hier zusammen gefunden haben.

Das Geschäft scheint gut zu laufen. Ich gönne es meinem Nachbarn von ganzem Herzen. Er darf mir auch ruhig mal ein Auto auf den Parkplatz stellen. Gibt mir irgendwie das gute Gefühl, auch ein wenig Teil des Betriebes zu sein.

Seht her, DAS ist ein Mensch, der Gutes bewirkt. Nachhaltig, Tag für Tag, obwohl er darauf wahrscheinlich keinen Gedanken verschwendet. Er hat einfach seine Linie gefunden, nach der zu leben ihm Freude bereitet. Sein kleines Glück ist mehr als gross genug für ihn. Wüsste er, wie sehr er mich beeindruckt, wäre er erstaunt. Die selbstverständliche Bescheidenheit ist auch Teil seiner Zufriedenheit.


thinkabout.myblog.de am 4.11.04, heute redigiert

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