Ressort: Lebenskunst(Weitere Infos)

06.April 2021, 20:30

An eine Seele im grauen Nebel

Vorbemerkung: Das Netz und speziell die Bloggerwelt kann immer wieder zu Kontakten mit Menschen führen, die mit einem Schatten auf der Seele leben und das im Schutz der Anonymität auch thematisieren. Depressionen sind ein sehr persönliches Thema, und Aussenstehende haben gut auf sich selbst acht zu geben, wenn sie sich „damit“, und also mit Menschen beschäftigen, die darunter leiden. Wenn die gefühlte Sinnlosigkeit für Menschen den Tod zu einem Sehnsuchtsort macht, kann das erschrecken, und es stellt sich die Frage, für welche Art Hilferuf die Hinweise stehen mögen. Die eigenen Gedanken dazu nicht zurück zu halten, verbunden mit einer Haltung, die versucht zu zeigen, dass weder Thema noch Situation Unruhe und Krise als geschlossenes System bedeuten müssen, kann ein Weg sein, die Not ernst zu nehmen, dabei aber darauf zu achten, ganz bei sich selbst zu bleiben. Für den Ausstieg aus tiefen Löchern braucht es professionelle Hilfe – aber Zeuge kannst du immer sein: Dass nämlich Gedanken über den Tod auch zu Gedanken zum Leben und zum Lebenwollen auslösen können. Der folgende Text kann unter Wahrung aller Persönlichkeitsrechte eingestellt werden – der Anlass ist viele Jahre her, die Gedanken darin werden allerdings kaum je Patina ansetzen – oder nur jene, die sie zeitlos erscheinen lässt… bis ich tiefere Wahrheiten finde.


Vielleicht hilft Dir das ein wenig:

Wenn wir den Gedanken an den Tod ausweichen, ihn mystifizieren, das Unbekannte scheuen, nicht wissen, wo wir hingehen oder hingeleitet werden mögen – Warum fragt niemand von uns, woher wir kommen? Warum ist die Geburt selbstverständlich, der Tod aber ein Tabu?

Die Bestimmung, die uns in unsere Körper geführt hat, wird uns auch hinaus helfen.

Du sagst, Du willst nicht verletzen, ziehst Dich von Freunden zurück. Du bist nicht der Erste und Einzige, dem bei der Bewältigung seines Schicksals vor allem die Angst der Nächsten alles noch viel schwerer macht.

Versuche einfach, Deine eigene Situation so gut wie möglich zu meistern. Nur damit kannst Du nach aussen wirken und den anderen Menschen helfen.

Ziehe Dich nur da und dann zurück, wenn Du es für Dich brauchst, und nicht, um andere zu schonen.

Übrigens ist Deine fehlende Perspektive vielleicht Dein grösster Trugschluss. Was meinst Du, warum wir so gerne von Dir lesen? Vielleicht, weil Du uns gerade in Deiner Situation so viel zum Leben zu sagen hast.

Nur wenn wir uns bewusst sind, dass unser Leben ein Ende hat und das jederzeit eintreten kann, haben wir wirklich einen Antrieb, bewusst zu leben und mit unserer Zeit sorgsam umzugehen.

Gib uns davon eine Ahnung – und wer weiss, vielleicht sind deine weiteren Schritte solche, die Dir gar neues Leben, neue Lebendigkeit schenken. Deine Seele auf jeden Fall lebt – mag sie auch wie ein Bergsee unter dichter Bewölkung momentan etwas dunkel scheinen.

Mach stets nur einen Schritt, auch im Kopf – und gewähre Dir auch mal eine Pause, eine Rast, eine Stille. Gerade Du kannst uns lehren, wie wertvoll das sein kann.

Ich danke Dir für Deinen Umgang mit Deinem Dasein.


thinkabout.myblog.de vom 7.11.04 – heute redigiert, mit Einleitung

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