
Kaum jemand, der nicht über die Brandkatastrophe in Crans Montana spricht. Diese Katastrophe, die so viele junge Menschen völlig unvermittelt getroffen hat, macht Menschen auf der ganzen Welt betroffen. Und für einmal haben Menschen, denen solches Leid widerfährt, eine Stimme. Sie werden gesehen und nicht verschwiegen.
Viele Familien, welche ein Kind verlieren, haben eine ganz besondere Herausforderung zu meistern, die mit dem Verlust oft einher geht. Während Geschwister sich oft schuldig fühlen, haben Eltern eine zusätzliche Zerreissprobe zu meistern: Mutter und Vater trauern oft nicht auf die gleiche Weise und drohen sich in dieser Extremsituation gegenseitig zu verlieren. Das ist ohne externe Hilfe oft nicht zu meistern – zumal das Problem das Paar meist unvorbereitet trifft. Damit meine ich, dass plötzlich eine Irritation über das Verhalten des Gegenübers im Raum steht, die nicht begreifbar scheint. Statt miteinander sehen sie sich plötzlich gegeneinander stehen. Der Schmerz ist furchtbar, und dieser Kampf wird sehr oft nach innen ausgetragen, womöglich in quälender Stille und dem Gefühl kompletter Verlassenheit.
Es wäre schön, wenn nicht nur die unglaubliche Herausforderung, mit Brandverletzungen umzugehen, mehr Raum bekäme, sondern auch die Aufgabe, den Tod eines gemeinsamen Kindes verarbeiten zu müssen.