Ressort: Mensch und Natur(Weitere Infos)

25.Dezember 2019, 21:34

Nachrichtentage

In diesen Tagen werde ich überrascht von Nachrichten von Menschen, von denen ich keine Botschaft erwartet hätte – und andere bleiben aus, denen ich keine enttäuschte Erwartung entgegen stelle. Die Weihnachtstage sind keine Aufrechnungstage – sie bieten vielmehr Gelegenheit, Dankbarkeit zu zeigen, vielleicht auch neu zu entdecken, für den Reichtum, den ich im eigenen Leben habe. Ich mag dabei selber in guter Stimmung sein, glückliche Weihnachten haben oder eher traurige – die Tage können auf jeden Fall einen Zauber für mich entfalten – und mir gut tun.

Ich denke an Menschen, die dieses Jahr bewusst einmal Weihnachten als Tage ohne Familie brauchen, an solche, die Verlust fühlen müssen, an eine Familie, die eben noch um das Leben eines jungen Menschen fürchten musste und gerade wieder Mut findet, an Menschen, welchen eine Trennung noch ganz frisch auf der Seele brennt, an Menschen, die ihre kleinen Zeichen nicht nur an Weihnachten uns schenken, sondern damit weiter machen werden, eben genau so, wie es immer sein kann, nicht wahr? Jeder Tag ist einer, an dem man einen Gedanken an einen Menschen packen kann, um gerade in diesem Moment bei ihm zu sein. Und die unzähligen Momentaufnahmen packen sich dazu, die uns allen bewusst machen, wie wechselhaft das Leben sein kann, wie beständig aber auch. Und Veränderungen, ob wir sie begrüssen, befürchten oder ob wir beklagen, was wir vermissen, verloren haben – der Schmerz kann und wird weichen, schwächer werden, sich wandeln lassen, weil die Erinnerung gerade auch die liebevollen Begebenheiten, die Wärme und die Liebe zu einem Menschenb, zu einem Lebewesen, einem Heim, nie leer wird. Die geschenkte und erfahrene Liebe wird nicht in der Enttäuschung verenden – sie will sich erneuern, sie will leben, und mag der Samen noch so tief vergraben sein – er kann wieder zum Licht drängen und es finden. In Schritten, oder jederzeit, unverhofft. Vielleicht tragen wir dazu bei, indem wir einem Impuls folgen und uns jemandem zuwenden, wenn wir an ihn denken. Und dafür ist jeder Tag so geeignet wie Weihnachten.

13.April 2017, 15:57

10min Schreiben über: Naturkraft

Du zeigst Dich so vielfältig in unser aller Leben, mit all Deiner Kraft. Und was machen wir so oft daraus? Die Sonne blendet uns. Der Regen macht uns nass. Der Nebel dringt klamm in die Kleider. Der Wind zerstört die Frisur. Was sind wir für naturfremde Wesen geworden, welche allem entfliehen, was uns Endlichkeit vorlebt?

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25.Januar 2016, 11:41

Farbenfreude

Farben für die Augen, Düfte für die Nase, Töne fürs Ohr, Gewebe für die Haut, Worte für den Verstand – doch welche Schöpfungen bringen die Sinne des Herrn Block so ins Trudeln, dass sie von seinem Kopf nicht mehr zu kontrollieren sind, sich durch alle Nervenbahnen zwängen, bis sie sich zwischen Herz und Bauch so verbinden, dass sie in absluter Klarheit wahr genommen werden, ohne dass es Worte dafür gäbe?

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08.Juni 2015, 21:15

Nix Telefon, nix Internet

Wir rechnen damit, dass die Festnetztelefonie, das Internet und Swisscom TV frühestens am Montag, den 15. Juni wieder zur Verfügung stehen.

Was für ein Abenteuer. Unsere Technik steht einmal still. Nicht für Stunden, sondern vielleicht für eine ganze Woche!!!? Der Wasser- und Brandschaden in Birmensdorf bedeutet: So und so viele Dinge gehen einfach nicht mehr. Oder nicht so wie gewohnt.

Vielleicht mal wieder Zeitung lesen. So richtig im papierenen Rascheln die Gedanken auf ein Thema fokussieren?

 

 

27.Mai 2015, 7:33

Die Dämmerung

Die Sonne geht unter. Der Mond wird aufsteigen. Beides ist wahr, und beides ist falsch. Das Licht zwischen den Wahrnehmungen ist blass aber warm, und wenn ich Verbindung zu meiner Erde habe, ist es so lange hell genug, bis ich die Nacht begrüssen kann, ohne sie fürchten zu müssen.

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25.April 2015, 18:59

Erklärbar, vorhersehbar?

Erdbeben in Nepal. Wie immer kommt die Frage sofort: Warum war das nicht vorhersehbar?

Das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit ist unstillbar – und treibt uns doch ständig vorwärts – in eine besondere Art der Unfreiheit. Was zynisch gegenüber den Opfern in Nepal klingt, hat einen menschlich psychologisch tieferen Hintergrund: Wir haben hier im Westen einen immer stärkeren Drang, für jedes Ereignis, auch für Naturkatastrophen, einen Schuldigen finden zu müssen. Alles muss erklärbar sein – und jede Gefahr abwendbar. Dabei geht uns unser Bewusstsein verloren, dass unser Leben ein Geschenk ist, eine Leihgabe, eine Gunst, die dadurch so besonders ist, dass sie an keinem neuen Tag selbstverständlich ist.