Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Mal gute Nachrichten?

∞  26. August 2014, 20:09 Kommentare

Waffenruhe in Gaza, Bestrebungen, den Krieg “endgültig” zu beenden. Sondierungsgespräche zwischen Russland und der Ukraine unter Teilnahme hoher EU-Funktionäre…

Irgendwie könnte die Welt mal ein paar gute Nachrichten gebrauchen, finde ich.

Und ich ertappe mich dabei, wie ich gar nicht so recht daran glauben mag, dass das

- ehrlich gemeint und – von Dauer sein kann.

Aber wer weiss? Zum Glück sitzt ja vielleicht mein Pessimismus nicht am Verhandlungstisch, sondern eine Art pragmatischer Realismus mit einer Prise Vernunft und einer Sehnsucht nach Ruhe…

Tage wie dieser - oder ganz andere

∞  25. August 2014, 23:32 Kommentare [1]

Heute war so ein Tag, auf den ich gerne zurück blicke:

Wir haben uns von nichts aus der Ruhe bringen lassen und konnten eine ganze Reihe von Dingen von der Pendenzenliste streichen.

Ich staune dabei immer wieder über die Gründe, warum ein Tag rund verläuft oder von Anfang bis Ende harkt?

Oft ist das nicht zu durchschauen, und es gibt objektiv keinen Grund für das eine oder das andere.

Also nehme ich das immer auch als Geschenk – und versuche umgekehrt, Tage, an denen die Verflixt-Hexe wütet, gelassener zu nehmen. Nehme ich mir zumindest vor. Was heute ganz leicht und logisch erscheint…

Platzhirsch oder Förderer?

∞  24. August 2014, 23:16 Kommentare [2]

Ich liebe es, mich als Sportfotograf zu versuchen.

Und ich stelle immer wieder fest, dass die fotografierten Hobbysportler in aller Regel sehr viel Spass an den Resultaten haben: Wer sieht sich schon mal selbst auf Skiern oder beim Tennis?
Zwar sind darin auch gewisse Ernüchterungen mit eingeschlossen… aber im Grossen und Ganzen kann ich damit Freude schenken. Was ich dabei nicht so genau weiss, ist, wie viel Können eigentlich dazu wirklich mit gehört, und wie viel einfach die Technik praktisch jedem erlaubt?

Ich habe eine Spiegelreflex mit sehr guten Objektiven, wobei das alles nicht gerade mehr neu ist, aber durchaus den Standard eines Hobbyfotografen erreicht, der sämtliche Objektiv-Situationen abdecken können möchte. Also walte ich meines Amtes und freue mich, wenn die Ergebnisse, am Folgetag auf dem Screen im Clubhaus schon anzuschauen, Spass machen. Aber so ein Clubmeisterschaftswochenende ist lang, und manchmal wünschte ich mir, die Last wäre ein wenig verteilt und ich hätte einen Assistenten. Und heute war es so weit… Ein Teenager schien ganz offenkundig grosse Lust zu haben, mit “dem Ding” mal Selbstversuche zu machen – ausserdem musste ich selbst nochmals auf den Platz.

Nun, ich habe es schon im Spass angemerkt: Nicht sicher, dass das eine gute Idee war, denn womöglich wird so deutlich, dass es eigentlich kinderleicht ist, den Moment zu erwischen, wenn der Ball in Schlägernähe ist… zum Beispiel… Und da war noch die spontane, zu verstehende Frage: Was? Du gibst einem Jungen Deine teure Ausrüstung und lässt ihn einfach machen? Nun, da habe ich eine einfache Antwort: Ja.
Die Sachen sind dazu da, gebraucht zu werden, und wenn ich so jemandem die Freude am Fotografieren vermitteln kann, dann will ich das machen. Schliesslich denke ich noch jetzt dankbar an jenen Moment zurück, in dem mir genau das gleiche geschenkt wurde. Und da war ich unwesentlich älter und gerade in den Matura-Vorbereitungen.

Na, und was soll ich sagen? Ich schaue mir gerade an, was mein Kollege da so geknipst hat – und ich bin verblüfft! Natürlich ist da viel Ausschuss dabei, aber… bei mir auch. Und der Junge ist noch nicht so “verdorben”, dass er bei bewegen Motiven einfach auf Serie stellt und durchrattern lässt. Und trotzdem hat es echte Treffer dabei. Und von der Siegerehrung werden dem Club von ihm Schnappschüsse beschert werden, die verraten, wie gut mein Kollege hinschauen kann. Richtig gute Sachen sind da dabei! Natürlich fehlt es an der Übersicht – die zweitklassierte Dame wird keine grosse Freude haben, dass man von ihr von der Siegerehrung nur Bilder mit Haaren im Gesicht sieht – aber dagegen lässt sich was machen: Da nehmen wir ein Bild vom Apéro, das dazu passt, und gut ist.

Was soll ich sagen: Ich freue mich einfach! Und bei fast allen Dingen, die man in seiner Freizeit gut macht, gilt doch: Weltmeister darin sind wir selbst nicht, aber wenn wir andere mit unserem Tun anstecken können, ist doch sehr viel Edles daraus hervor gewachsen. Da kommt mir in den Sinn:

lookabout.ch muss unbedingt wieder ins Laufen kommen… Ich sag mal: Im Oktober ist es so weit.

Liebe - wie unterschiedlich auch immer sie sich zeigt, sie soll gewinnen

∞  23. August 2014, 22:12 Kommentare

Ich bin nun in einem Alter, in dem die Freunde ganz verschiedene eigene Lebensgeschichten geschrieben haben, und manchmal wird mir das bewusst: Wir alle, die wir uns in der Freizeit treffen, haben bereits einen gepackten Rucksack dabei. Und es ist durchaus faszinierend, wie unterschiedlich diese Wege sein können.

Heute ist mir das ganz besonders bewusst geworden:
Während bei uns nicht mehr viel bis zum dreissigsten Hochzeitstag fehlt, ist ein guter Freund seit wenigen Wochen frisch verheiratet – und es ist schön, dass ich mitbekommen darf, wie glücklich er ist, sie sind.

Und was ganz besonders Mut macht: Diese Liebe wirkt so erfüllt und jugendlich, kommt genau so rüber, wie wenn zwei junge Menschen sich finden, wagt alles wieder neu, und obwohl ich die Beiden “kenne”, vergesse ich dabei selbst manchmal:

Bevor diese Liebe möglich wurde, haben Beide schmerzvolle Erfahrungen in früheren Beziehungen gemacht und so manche Traurigkeit durchlitten, in der ein solches neues Zutrauen wohl unvorstellbar schien. Und das Patchwork, das man dann für sich findet und die Decke, die man sich und seinen verbleibenden Liebsten knüpft, wenn die Trennung mal vollzogen ist – wie sollen diese Relationen für jemand Neuen passen? Und dann darf sich das doch so erfüllen, und mein Herz hüpft vor Freude, wenn ich die Beiden sehe. Immer wieder.

Und dann blicke ich auf mein beschauliches Leben. Auf eine Ehe ohne Kinder, viel gemeinsame Arbeit, die Erfüllung vieler Werte, die uns für unseren Alltag wichtig waren – und all das Beschauliche wird ganz kostbar: Uns ist mancher Sturm erspart geblieben… Also wollen wir die Stürme, die mal von aussen gegen unsere Wände rütteln mögen, erst recht aushalten und uns vergegenwärtigen, wie kuschelig wir es haben, wie viel Kraft darin liegt, immer wieder ins gemeinsame Haus zu finden und die Hände in jene des andern zu legen.

Kurz notiert: Vereinsmeier

∞  22. August 2014, 23:32 Kommentare

Was ich am Vereinsleben so schön finde, ist, dass es so leicht fällt, sich mit Menschen unterschiedlichster Charaktere und Herkunft zu freundschaftlichen Gesprächen und Unternehmungen zu verbinden.

Ich habe heute innerhalb von wenigen Stunden erstens neue Menschen wirklich näher kennen gelernt und dabei viel Spass gehabt und viel Sympathie gespürt und weiter gegeben.

So liebe ich das Leben.

Mein Sparringpartner ist ein Lehrer

∞  21. August 2014, 22:22 Kommentare [2]

Tennis ist ein wunderbarer Sport. Ich liebe ihn und spiele sehr gerne. Ich geniesse, die Möglichkeit, diesen Sport mit Partnern unterschiedlichsten Alters ausüben zu können – und zwar so, dass alle ihren Spass haben. Also wehe, ich spiele Turnier…

Das mit dem Spass ist so eine Sache, so bald ich es darauf ankommen lasse und wieder mal Turnier spiele. Ist Tennis nur Freizeit und also Training und Plausch, so kann ich mich oft problemlos nur auf den Ball konzentrieren. Auch zwischen den Ballwechseln. Spiele ich aber Turnier, so ist in meinem Kopf die Hölle los: Ich habe gefühlt tausend Gedanken im Kopf und komme überhaupt nicht in diese Tunnelfokussierung, in der ich nur noch den Ball und den nächsten zu spielenden Punkt sehe. Ich spiele zwei Games und hüpfe in Gedanken schon in den zweiten Satz, ich beginne schlecht und sehe mich schon als Verlierer – Umgekehrtes kann genau so passieren – mit ebenso verheerendem Ergebnis. Und spiele ich schlecht, wird es bestimmt nicht besser, und ich überlege mir dann auch noch ständig, was die Zuschauer und Kollegen wohl denken, dass ich diesen leichten Ball verschlagen habe.

Kurz: Ich bin dann nicht zu gebrauchen.

Die Realität neben dem Platz kann dann sehr wohl so aussehen, dass genau diese Kollegen den Einsatz loben und finden, es wäre phasenweise doch ganz gut gewesen.
Das kann ich dann nett finden, glauben aber tue ich es nicht, ich weiss es besser. Ich weiss es immer besser. Und dann kommt mein gelegentlicher Sparringpartner und gibt mir die Hand, lobt die Volleys, die viel besser geworden wären, lächelt mich an, und sagt:

Ein Tennismatch, das Du gewonnen hast, ist eigentlich ein verlorenes Match. Denn daraus lernst Du kaum etwas. Du denkst Dich schon weiter, alles ist super, Du arbeitest nicht an Deinem Spiel. Hast du richtig schlecht gespielt, geschieht Dir das nicht. Ein schelchtes Spiel mit vielen Fehlern lässt Dich viel lernen. DAS macht Spass.

Bizarr? Vielleicht. Aber er hat recht. Mein Partner hat indische Wurzeln. Ich liebe es, mit ihm zu trainieren. Ich denke, es ist zu verstehen.

Politisches Kabarett, das uns meint

∞  20. August 2014, 23:23 Kommentare [2]

Was soll eigentlich politisches Cabaret?

istockphoto.com/deynageorgiev

Wir alle geniessen es, wenn vor allem die deutschen Kabarettisten ihre landeseigenen Politiker durch die rhetorische Mange laufen lassen. Und wir ertappen uns dabei, dass es uns doch einigermassen gut tut, die politische Zunft auch mal am Pranger zu sehen.

Man kann sich aber auch fragen, was das denn im Endeffekt bringt? Ist politsches Cabaret meinungsbildend? Beeinflusst es gar Wahlverhalten. Wenn ja, dann ist es minim. Die Wirkung, die sich feststellen lässt: Was falsch läuft, wird angeprangert, und im Sinne der Ausgewogenheit bekommen auch alle ein wenig ihr Fett weg. So wird vor allem der Umstand bedient, dass die Wähler aller Parteien Grund haben, Frust zu schieben. Und so lange die politische Kaste den Satz zitieren mag, dass jede Karikatur ihrer Person ihnen am Ende hilft, nach dem Motto, dass nur wirklich schlimm wäre, wenn man gar kein Thema abgäbe, also auch kein schlechtes – also so lange ist da auch nicht viel mit Druck, den diese abendfüllenden Programme aufbauen würden.

Womit wir dort ankommen, wo des Pudels Kern läge und der Aufrütteleffekt einsetzen könnte, wenn denn schon…: Beim Publikum. Also bei uns. Es ist nämlich ziemlich billig, den Politiker als solches immer gleich zu klassifizieren und ihm jeden kleinen Fehler ärger auszulegen, als wir das bei uns selbst je anwenden würden. Gute Politiker verdienten auch gute Bürger, und das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Differenzieren wir bei der Beurteilung unserer Führerkaste nicht, und honorieren wir nicht den aufrichtigen Versuch, Dinge zu ändern, so werden wir auch niemanden mit Rückgrat mehr dazu motivieren können, ein politisches Amt anzustreben. Und darum sind Sketches, welche auch kritische Fragen ans Publikum und unser Verhalten als Gesellschaft mit in die Kernaussagen nehmen, wirklich richtig wertvoll. Das garantiert dann weniger die Lacher mit Schenkelklopfen, aber der kleine Kloss im Hals, der bei allem Schmunzeln nicht so leicht runter zu schlucken ist, verspricht auch mehr Nachwirkung nach der Vorstellung.

Was uns alle so kompromittieren kann

∞  19. August 2014, 14:29 Kommentare [2]

istockphoto.com/Peshkova

Immer wieder muss bei Politikern darüber diskutiert werden, ob sie in ihrer Amtsführung allenfalls kompromittiert waren oder sind durch irgendwelche Schwachstellen, auf die jemand seinen Finger legen könnte – oder vielleicht in der Vergangenheit schon gelegt hat? Und wie einträglich kann es sein, als Strippenzieher die Schwäche eines Politikers schon zu kennen, ihn dann erst recht in ein Amt zu hieven um ihn da dann entsprechend kontrollieren und manipulieren zu können…

Drecksgeschäft, die Politik, nicht wahr? Und das ist alles Alltag, denke ich. Auf jeden Fall viel häufiger, als man vermuten würde.

Dennoch lassen mich solche Vorfälle immer in erster Linie über etwas anderes nachdenken: Wir alle sind kompromittierbar, ausrechenbar, wo immer wir Dinge tun, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen: Wir reden nach dem Munde, wenn wir in einer Diskussion merken, dass wir jemanden auf unsere Seite ziehen können. Wir knpüfen sofort Verbindungen, wählen Themen, von denen wir glauben, dass sie gut ankommen: Wir suchen die Zustimmung, den Applaus, die Bestätigung. Ich geniesse die heutige Bloggerruhe. Wie war das in den Anfängen? Da gingen sie hin und her, die Link-Austausch-Aktionen, mit denen man den eigenen Lesern einen Querverweis auf eine Seite anbieten sollte, die einen selbst überhaupt nicht interessierte, Hauptsache, diese andere Seite hatte einen Link auf das eigene Blog platziert, so dass die Leser dort, die kaum sich umgekehrt für diese andere Schreibe interessieren dürften, trotzdem hergelockt werden könnten. Oder wie schnell ging es, dass man nicht mehr Tagebuch schrieb nach Massgabe dessen, was einen wirklich selbst beschäftigte, sondern danach, was wohl gelesen werden wollte? Und das machte nicht Halt bei der Themenwahl, wie ich oft beobachten konnte.
Und die Energie, die wir verbraten haben, um heraus zu finden, welche Key-Wörter mehr Aufmerksamkeit erzeugen konnten, um die dann möglichst zu Beginn in Artikel zu integrieren? Was für ein Kopfschütteln muss man denn dafür ernten!

Und was tun wir alle, wie weit gehen wir, weil wir an einer Aufgabe hängen, einem Amt, einer Stellung?

Wenn Politiker wie Schavan, zu Guttenberg oder nun in der Schweiz Geri Müller sich dann zu Unregelmässigkeiten in ihren Ämtern erklären, wird vor allem letztere Frage brennend, und man fragt als Beobachter erschreckt, wie die Protagonisten allen Ernstes meinen können, mit dem Offenbarten liesse sich ihre Position halten? So wird es meistens zum bösen Schluss hin wirklich peinlich.

Das Kind, das eigene

∞  18. August 2014, 21:23 Kommentare [4]

istockphoto.com/marcelmooij

Seit Jahren bekomme ich intensiv Prozesse mit, in welchen das besondere Verhältnis, das Eltern zu ihren Kindern haben (können), mich immer wieder verstört.

Selbst bin ich nur Sohn, nicht Vater, und vielleicht macht mich das ein bisschen Fragender, habe ich weniger Verständnis oder sehe keine Möglichkeit, gewisse Beobachtungen einzuordnen:

Was ist das für eine Aussage, wenn die Mutter von einem Auftritt ihres Sohnes erfährt, und die grösste ihrer Sorgen die ist, ob der Sohn sich blamiert haben könnte? Oder umgekehrt sich überheblich zeigte? Einen Sohn, wohlverstanden, den sie jahrzehntelang dazu erzog, genau das nicht zu sein, zu tun? Hat sie so wenig Zutrauen zu ihm, oder zur eigenen Erziehung? Was für ein Stress, wenn sie ständig befürchtete, sie bekäme Grund, sich zu schämen? Und was für eine Anmassung darin liegen kann, sich partout glauben schämen zu müssen!

Oder die Eltern, die den Nachbarn eher glauben als der eigenen erwachsenen Tochter? Wer was wie wohl wirklich gesagt hat?

Und was ist mit dem Vater, der unter mehrern Angestellten für alle ein Lob hat, nur die Tochter hat praktisch keine Chance, ein solches zu hören? Bekommt er dann aber wirklich ein Problem, ist sie doch diejenige, die es lösen soll…

Warum gibt es so viele Eltern, die so hart zu ihren Kindern sind? Auf eine Art und Weise, die sehr unreif auf mich wirkt.

Tritt das Alter seinen Schleppzug an, ist kaum mehr der Zeitpunkt, an diesen Dingen zu rühren. Es lässt sich dann nur hoffen, dass jene Momente, in denen die erhaltene Hilfe erkannt und verdankt wird, es dem Kind leichter macht, seine Eltern auch mal als Erwachsene zu sehen – so, wie sie von Herrn und Frau Nachbar gesehen werden und für das Kind doch gar nicht sind. Oder doch? Ein wenig? Die Sicht von oben nach unten und umgekehrt lässt oft ins Dunkel blicken oder ins Gegenlicht blinzeln. Manchmal hilft auch nur Abststand und die Tatsache, dass das eigene Leben zu haben keine Utopie ist, sondern ein Teil des eigenen Lebensentwurfs – des Sinns der Erziehung.

Die Strahlefrau im Elend

∞  17. August 2014, 23:21 Kommentare

Der Sport schreibt schon verrückte Geschichten. Jetzt habe ich erst gerade hier von Schweizer Leichtathletinnen berichtet und dem sympathischen Auftritt der Schweizer Sprinterin Mujinga Kambundji, die so etwas wie zum einheimischen Star der Leichtathletik-EM wurde – Vierte über 100m, Fünfte über 200m, drei Schweizer Rekorde, ein sympathischer Auftritt ohnegleichen.

Und dann will sie im Final der 4×100m-Staffel etwas an ihre Kolleginnen zurück geben und als Startläuferin zum Erringen einer Medaille beitragen – und verliert nach zwei gelaufenen Metern den Stab. Aus der Traum – der einzige, der ihren Kolleginnen geblieben wäre. Von der Königin zur Versagerin innert drei Tagen.

Und was geschieht? Drei Läuferinnen, die während Jahren sehr Vieles auf dieses Projekt ausgerichtet haben, nehmen Kambundji in ihre Mitte und überrecden sie zu einer Stadionrunde. Und das Publikum sorgt für Gänsehautfeeling.

Die Episode zeigt: Nirgends anders kann man innert kürzester Zeit die ganze Spannbreite von Erfolg und Misserfolg durchleben wie im Sport. Und nichts ist brutaler, als im Team zu verlieren und daran Schuld zu tragen – und doch ist es unser aller Problem, dass wir irgendwann Fehler machen, die für andere Auswirkungen haben. Damit ist umzugehen – von uns selbst und den Betroffenen auch.

#453738568 / gettyimages.com


Video, für Leser in der Schweiz
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Artikel zum Ereignis auf srf.ch

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