Ressort: Lebenskunst(Weitere Infos)

21.März 2015, 22:18

Was mag kommen?

Was mag in einem Jahr sein? Die meiste Zeit unseres Lebens beschäftigt uns diese Frage kaum. Wir leben unser Leben, nehmen einen Tag nach dem andern. Und dann hören wir uns wieder sagen: Wie die Zeit vergeht!

Aber es gibt auch jene, die jeden Tag kämpfen müssen – und jene, welche versuchen, bewusst zu planen. Oft sind wir selbst dazu aufgefordert, unsere Vorstellungen etwas deutlicher zu formulieren, Ziele zu benennen, das Leben zu gestalten. Wir wählen einen Beruf, wir heiraten, wir ziehen um, wir wechseln die Anstellung, freiwillig oder unfreiwillig, wir gründen Unternehmungen, Vereine, Interessengemeinschaften – und wir sind dazu aufgefordert, pensioniert zu werden. So möchte ich es formulieren. Und an nichts kann man so gut erkennen, wie unterschiedlich Menschen mit der Tatsache umgehen, dass sie älter werden, um am Schluss zu alt für etwas zu sein, wie in der Planung des dritten Lebensabschnitts. Tätigkeiten, die eben noch ihren Lebensmittelpunkt bestimmten, werden dann von anderen übernommen, womöglich anders ausgeführt und ebenfalls erfolgreich – oder auch nicht.

In beiden Fällen ist es der Lauf der Zeit. Hat man den Prozess bewusst eingeleitet, oder ihn bewusst angenommen, so kann man das, was nun plötzlich hinter einem liegt, auch gut da belassen. Das Leben, das vor einem liegt, mag nicht mehr so lang sein, aber es ist wunderbar, wenn es gelingt, sich ganz wach diesem Turnus zu stellen und eben auch diese letzte Phase des Lebens bewusst zu erleben und zu verarbeiten. Und ein älterer Mensch, der sein Leben geniessen kann, ist eine Inspiration!

 

3 Gedanken zu „Was mag kommen?

  1. Gerhard

    Die Frage an sich ist furchtbar!
    Was ist in einem Jahr?
    Ich sehe mich immer noch im “Abrackern”-Modus – falls ich nicht krank bin.
    Diese deine Frage drängt einen, sich darum zu kümmern: Will ich das?Kann ich das? Geht das noch?

    Das Rentenalter ängstigt. Klar, man kann etwa ein Studium beginnen oder sein schon vorh. Hobby ausbauen. Man kann reisen. Aber wenn man sich umschaut und auch erinnert: So mancher Jung-Rentner war schneller weg als einem lieb ist!
    Letztendlich nichts Ungewöhnliches!
    Und es gibt Menschen, die Gebrechen haben, gerade mal Mitte 60 und die nicht loslassen können von erlittenem Leid während der letzten Arbeitszeit. Was ist mit denen in Deinem schönen Bild?? Sind die Versager, weil sie sich nicht hineinsteigern können in das goldene Zeitalter des Lebens? Die weisen, vergnügten Bonvivants?

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    1. Thinkabout Artikelautor

      Lieber Gerhard,

      Die Gestaltung des dritten Lebensabschnitts ist eine riesige Herausforderung. Und sie klappt ganz bestimmt nicht, wenn man glaubt, nun einfach in einen andern Modus umschalten zu können. Auch weiss ich wohl, dass das kein Wunschkonzert ist. Ich glaube auch, dass wir von der Lüge eingeholt werden können, unersetzbar zu sein. Niemand ist es, und der Segen des Altes muss es sein, dass wir genau das gar nicht mehr nötig haben.

      Wer seinen Dienst erfüllt hat, darf Arbeit anders kennen lernen, sie bewusst vielleicht wählen, gestalten, verlangsamen. Das wäre allen zu wünschen, ein bisschen Autonomie in der Gestaltung des Tages.

      Wir meinen doch ständig viel zu viel zu müssen. Es darf weniger sein, und das ist kein Abstellgleis. Es ist sogar eine Art Rückkehr zum Anfang, zu den Dingen, die bleiben, wenn wir keine Wettbewerbe mehr bestreiten müssen.

      Alles kann ganz schwer sein oder auch leichter werden. Und so viele Ansprüche an uns sind so sterblich wie unsere Hülle es ist.

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