Ressort: Lebenskunst(Weitere Infos)

20.November 2015, 16:45

Schnelllebig ablebig

Unsere Welt ist voll von digitalen Gadgets. Und die Grenze zu jenen Instrumenten, welche unseren Alltag mit gestalten und schlussendlich beeinflussen, wie wir einkaufen, Produkte auswählen, Dienstleistungen beanspruchen, wie wir unsere Freizeit gestalten, ist fliessend. Bei nichts wird deutlicher, dass man zum alten Knacker wird, wie bei der Frage, welchen neuesten Schrei man noch gehört hat, oder eben nicht mehr…

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22.Juni 2015, 7:30

Charaktereigenschaften

Wer hat wohl dieses Wort erfunden? Wollte da einer freundlich von einer Macke berichten, oder machte da jemand Rückgrat bei einem Wesen oder Menschen aus?

Sie hat einen starken Charakter.

Heisst: Ihr Dickschädel nervt ganz gewaltig.
Oder: Sie lässt sich nicht verbiegen. 

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20.Juni 2015, 22:20

Lob und Kritik (1)

Ich habe immer gern für mich in Anspruch genommen, dass ich Kritik an meiner Person vertrage, sie annehme und bedenke. Mein Verstand sagt(e) mir: Kritik ist eine Hilfe. Sie erlaubt Entwicklung. Buddhistisch verbrämt, mit Halbwissen aus entsprechenden Büchern, ist es dann bis zum Feind, der doch als Freund gesehen werden soll, nicht mehr weit. Tatsache ist aber: Ich tue mich mit Kritik schwer. Wem geht das nicht so?

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15.Mai 2015, 13:59

Melodien statt nur Worte

An Tagen, an denen die Gedanken sich nicht zu einem Ganzen verspinnen lassen wollen, an denen nur Stimmung aufgenommen wird, ja, man womöglich von ihr fortgetrieben wird – an solchen Tagen wünschte ich, mein Talent wäre die Musik: Keine Kunst spricht das Gefühl so schnell und so direkt an, kein Ausdruck vermag so zu fesseln und zu berühren, wie der Ton, die Melodie.

Und wie Worte erst ihre Schwere oder Leichtigkeit mit Musik übersetzt bekommen können! Ich verfüge über kein feines, musikalisches Gehör. Ich empfange womöglich längst nicht alle Feinheiten, welche ein Stück bereit halten würde – aber ich fühle die Seele, die meine, und lausche dem Klang, der in deren Tiefe dringt. Sie kann mich berühren, die Musik. Das vermögen Worte auch. Aber zu ihnen muss man viel bewusster hingelangen. Es ist eine sehr stille Kunst, die man suchen muss.

Manchmal wünschte ich, ich könnte Gitarre spielen, ein klein wenig, und dann würde ich in Momenten wie diesen darauf herum klimpern und  meiner Schwermut lauschen. Und sie dann in die Ecke stellen, froh womöglich, niemanden gestört zu haben, froh aber auch, mir selbst diesen Moment mit mir geschenkt zu haben.

Augenblick… das ginge ja mit Worten auch, sogar diskreter… ein angefangenes, versuchtes Gedicht, das in einem zerknüllten Papier im Papierkorb endet, erfüllte am Ende den gleichen Zweck. Warum also tue ich es nicht?

 

 

04.Mai 2015, 7:30

Umgang mit unseren Fehlern

Broadchurch – Der Krimi-Vierteiler beschreibt, wie der Mord an einem 11-jährigen Jungen über eine Küstenkleinstadt hinein bricht und daran die oberflächlich intakte Gemeinschaft nach und nach zerbricht. Am Schluss wird wohl nichts mehr übrig bleiben ausser aufgebrochenen alten Wunden, neuen Verletzungen, vielen unter Verdächtigungen zerbrochenen Leben und eingerissenen schütteren Fassaden.

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01.Mai 2015, 15:55

Wir verändern uns alle. Zum Glück.

Der Gewinner vergisst seine Schwächen. Der Verlierer besinnt sich auf seine Stärken. Wenn dieses Muster greift, geht die neue Begegnung oft anders aus als die letzte.

Ich glaube, dass Erfolg die Menschen verändert. Es ist gar nicht anders möglich, mögen wir auch immer wieder diese stereotypen Sätze lesen, dass jemand mit Erfolg “der gleiche Mensch geblieben” sei. Nein. Wir ziehen alle unsere Schlüsse aus dem Verhalten und den Erfahrungen mit unserer Umgebung, in unserem Umfeld oder in den neuen Welten, die wir kennen lernen.

Wir können versuchen, die Gleichen zu bleiben. Aber es bedeutet nicht, dass sich nichts ändert. Alles bedingt laufend neue Erfahrungen, und natürlich haben diese einen Einfluss auf unser Wesen, wie wir uns geben und verhalten. Die Welt und das, was wir in ihr erleben, schärft unseren Charakter. Unsere Stärken wie unsere Schwächen werden manchmal offen gelegt, oder zugedeckt. Und es ist durchaus ein Kraftakt, sich immer wieder zu behaupten.

Also ändern wir uns, wachsen wir hoffentlich laufend.

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25.April 2015, 18:59

Erklärbar, vorhersehbar?

Erdbeben in Nepal. Wie immer kommt die Frage sofort: Warum war das nicht vorhersehbar?

Das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit ist unstillbar – und treibt uns doch ständig vorwärts – in eine besondere Art der Unfreiheit. Was zynisch gegenüber den Opfern in Nepal klingt, hat einen menschlich psychologisch tieferen Hintergrund: Wir haben hier im Westen einen immer stärkeren Drang, für jedes Ereignis, auch für Naturkatastrophen, einen Schuldigen finden zu müssen. Alles muss erklärbar sein – und jede Gefahr abwendbar.  Dabei geht uns unser Bewusstsein verloren, dass unser Leben ein Geschenk ist, eine Leihgabe, eine Gunst, die dadurch so besonders ist, dass sie an keinem neuen Tag selbstverständlich ist.

 

22.April 2015, 21:57

Das Wichtige

Ich könnte an der politischen Welt verzweifeln. Ich verzweifle tatsächlich an der politischen Welt. Ich sollte wirklich weniger über diese Welt schreiben, die ich doch nicht verstehe. Das einzig Wahre an ihr ist mein Zweifel.

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