Ressort: Lebenskunst(Weitere Infos)

28.Januar 2016, 7:00

Die Idee

Credit: iStock / MHJ

Credit: iStock / MHJ

“Du hast Ideen!” pflegte mein Vater zu sagen, wenn ich wieder mal mit einem neuen Heureka ankam, und wischte mit der Hand durch die Luft, womit das Gespinst praktisch aus der Welt war. Im Gymnasium lasen wir derweil gescheite Bücher, und unter anderem lernte ich da, dass manche bahnbrechende Idee mit einer Utopie begonnen hätte. Wer also hat recht?

Weiterlesen

25.Januar 2016, 11:41

Farbenfreude

Farben für die Augen, Düfte für die Nase, Töne fürs Ohr, Gewebe für die Haut, Worte für den Verstand – doch welche Schöpfungen bringen die Sinne des Herrn Block so ins Trudeln, dass sie von seinem Kopf nicht mehr zu kontrollieren sind, sich durch alle Nervenbahnen zwängen, bis sie sich zwischen Herz und Bauch so verbinden, dass sie in absluter Klarheit wahr genommen werden, ohne dass es Worte dafür gäbe?

Weiterlesen

20.November 2015, 16:45

Schnelllebig ablebig

Unsere Welt ist voll von digitalen Gadgets. Und die Grenze zu jenen Instrumenten, welche unseren Alltag mit gestalten und schlussendlich beeinflussen, wie wir einkaufen, Produkte auswählen, Dienstleistungen beanspruchen, wie wir unsere Freizeit gestalten, ist fliessend. Bei nichts wird deutlicher, dass man zum alten Knacker wird, wie bei der Frage, welchen neuesten Schrei man noch gehört hat, oder eben nicht mehr…

Weiterlesen

22.Juni 2015, 7:30

Charaktereigenschaften

Wer hat wohl dieses Wort erfunden? Wollte da einer freundlich von einer Macke berichten, oder machte da jemand Rückgrat bei einem Wesen oder Menschen aus?

Sie hat einen starken Charakter.

Heisst: Ihr Dickschädel nervt ganz gewaltig.
Oder: Sie lässt sich nicht verbiegen.

Weiterlesen

20.Juni 2015, 22:20

Lob und Kritik (1)

Ich habe immer gern für mich in Anspruch genommen, dass ich Kritik an meiner Person vertrage, sie annehme und bedenke. Mein Verstand sagt(e) mir: Kritik ist eine Hilfe. Sie erlaubt Entwicklung. Buddhistisch verbrämt, mit Halbwissen aus entsprechenden Büchern, ist es dann bis zum Feind, der doch als Freund gesehen werden soll, nicht mehr weit. Tatsache ist aber: Ich tue mich mit Kritik schwer. Wem geht das nicht so?

Weiterlesen

15.Mai 2015, 13:59

Melodien statt nur Worte

An Tagen, an denen die Gedanken sich nicht zu einem Ganzen verspinnen lassen wollen, an denen nur Stimmung aufgenommen wird, ja, man womöglich von ihr fortgetrieben wird – an solchen Tagen wünschte ich, mein Talent wäre die Musik: Keine Kunst spricht das Gefühl so schnell und so direkt an, kein Ausdruck vermag so zu fesseln und zu berühren, wie der Ton, die Melodie.

Und wie Worte erst ihre Schwere oder Leichtigkeit mit Musik übersetzt bekommen können! Ich verfüge über kein feines, musikalisches Gehör. Ich empfange womöglich längst nicht alle Feinheiten, welche ein Stück bereit halten würde – aber ich fühle die Seele, die meine, und lausche dem Klang, der in deren Tiefe dringt. Sie kann mich berühren, die Musik. Das vermögen Worte auch. Aber zu ihnen muss man viel bewusster hingelangen. Es ist eine sehr stille Kunst, die man suchen muss.

Manchmal wünschte ich, ich könnte Gitarre spielen, ein klein wenig, und dann würde ich in Momenten wie diesen darauf herum klimpern und meiner Schwermut lauschen. Und sie dann in die Ecke stellen, froh womöglich, niemanden gestört zu haben, froh aber auch, mir selbst diesen Moment mit mir geschenkt zu haben.

Augenblick… das ginge ja mit Worten auch, sogar diskreter… ein angefangenes, versuchtes Gedicht, das in einem zerknüllten Papier im Papierkorb endet, erfüllte am Ende den gleichen Zweck. Warum also tue ich es nicht?

 

 

04.Mai 2015, 7:30

Umgang mit unseren Fehlern

Broadchurch – Der Krimi-Vierteiler beschreibt, wie der Mord an einem 11-jährigen Jungen über eine Küstenkleinstadt hinein bricht und daran die oberflächlich intakte Gemeinschaft nach und nach zerbricht. Am Schluss wird wohl nichts mehr übrig bleiben ausser aufgebrochenen alten Wunden, neuen Verletzungen, vielen unter Verdächtigungen zerbrochenen Leben und eingerissenen schütteren Fassaden.

Weiterlesen

01.Mai 2015, 15:55

Wir verändern uns alle. Zum Glück.

Der Gewinner vergisst seine Schwächen. Der Verlierer besinnt sich auf seine Stärken. Wenn dieses Muster greift, geht die neue Begegnung oft anders aus als die letzte.

Ich glaube, dass Erfolg die Menschen verändert. Es ist gar nicht anders möglich, mögen wir auch immer wieder diese stereotypen Sätze lesen, dass jemand mit Erfolg “der gleiche Mensch geblieben” sei. Nein. Wir ziehen alle unsere Schlüsse aus dem Verhalten und den Erfahrungen mit unserer Umgebung, in unserem Umfeld oder in den neuen Welten, die wir kennen lernen.

Wir können versuchen, die Gleichen zu bleiben. Aber es bedeutet nicht, dass sich nichts ändert. Alles bedingt laufend neue Erfahrungen, und natürlich haben diese einen Einfluss auf unser Wesen, wie wir uns geben und verhalten. Die Welt und das, was wir in ihr erleben, schärft unseren Charakter. Unsere Stärken wie unsere Schwächen werden manchmal offen gelegt, oder zugedeckt. Und es ist durchaus ein Kraftakt, sich immer wieder zu behaupten.

Also ändern wir uns, wachsen wir hoffentlich laufend.

.